Ausbildung im Ausland statt Auslandssemester // Teil 1: Wie denn?

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Auslandserfahrung sammeln geht nicht nur im Studium. Auch wenn du vom Hörsaal in eine Ausbildung shiftest, steht dir so manche Tür in andere Länder offen. Für die internationale Mobilität von Azubis in Hamburg sorgt die Leitstelle Berufliche Bildung International am HIBB. Wir haben bei ihrer Leiterin Beate Gröblinghoff und Sureka Srimogan, Referentin für transnationale Mobilitäten, nach Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten und danach gefragt, wie shifter*innen das passende Programm finden.

 

Raus in die Welt

Etwas Besonderes erleben, eine andere Kultur kennenlernen, die Chancen auf einen guten Arbeitsplatz verbessern, fachliche Kompetenzen erweitern, mehr Selbstvertrauen und Unabhängigkeit erlangen – das antworten Studierende auf die Frage, warum sie sich für Auslandsemester entscheiden. Menschen mit Studienzweifeln fürchten mitunter, sich die Chancen auf einen Auslandsaufenthalt zu verbauen, wenn sie sich tatsächlich für den shift in eine Ausbildung entscheiden. Zumindest diese Sorge kann Beate Gröblinghoff ihnen nehmen. Seit sie die Leitstelle ab 2014 aufgebaut hat, steigt die Zahl der Azubis mit ausbildungsbedingtem Auslandsaufenthalt deutlich an – von sechs Prozent auf inzwischen über neun Prozent. „Zuletzt konnten fast 1.300 Auszubildende die Möglichkeit nutzen, Teile ihres zweiten Ausbildungsjahres im Ausland zu absolvieren. Damit liegt Hamburg bundesweit vorn.“

 

Unterwegs in Europa: Erasmus+

Natürlich kostet das Arbeiten und Lernen im Auslandsbetrieb Geld. Und das ist während einer beruflichen Ausbildung meist knapp. Damit das Projekt Ausland daran nicht scheitert, kannst du als interessierte shifter*in ebenso wie alle Auszubildenden Förderprogramme nutzen. Mit diesen kennt sich Sureka Srimogan bestens aus. Sie empfiehlt die Finanzierung von Auslandspraktika z.B. über das Programm Erasmus+. „Für Azubis, die in den Ländern Europas Erfahrungen sammeln möchten, ist dieses Programm einfach naheliegend“, so Srimogan. Das EU-Programm fördert Auslandspraktika, für eine Dauer von zwei Wochen bis maximal drei Monaten.

 

Yes, you can: USA

Zehn Wochen dauert dagegen das Betriebspraktikum mit dem Programm „Azubis in die USA“ der Joachim Herz Stiftung. Beate Gröblinghoff konnte 2015 die Stiftung dafür gewinnen, jedes Jahr im Frühling etwa zehn Auszubildende aus Hamburg mit einem fast vollfinanzierten Stipendium einen Aufenthalt in Georgia zu ermöglichen. In dem US-Bundesstaat setzt du als Teilnehmer*in deine Ausbildung bei US-Betrieben fort. Nicht ganz so lange dauert das zweite Angebot der Joachim Herz Stiftung für Auszubildende. Beim sechswöchigen Kursprogramm besuchst du als Stipendiat*in Fachkurse an einer Universität und erkundest bei Firmenbesuchen und Exkursionen in Betriebe die fremde Arbeits- und Ausbildungswelt. Für das Kursprogramm benötigen die Teilnehmer*innen übrigens in der Regel kein Visum. Wichtig, falls du dich bewerben möchtest: Stell dich auf Auswahlgespräche ein. „Dieses Stipendium fördert vor allem diejenigen, die bisher noch keine Möglichkeit hatten, längere Auslandserfahrung zu sammeln. Es sollen schon diejenigen wirklich profitieren, die sonst solche Möglichkeiten nicht haben,“ so Gröblinghoff, die im Auswahlkomitee mitarbeitet, über die Kriterien.

 

Mobil in der Ausbildung mit der Mobilitätsagentur

Beratung, Organisation und Durchführung von Auslandsaufenthalten während der Ausbildung kann die Leitstelle im HIBB nicht allein stemmen. So gibt es etwa über Erasmus+ und die Stipendien der Joachim Herz Stiftung hinaus noch eine Menge weiterer Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten für dich, wenn es dich als shifter*in ins Ausland zieht. Darum arbeiten Gröblinghoff, Srimogan und ihre Kolleg*innen aus der Leitstelle eng mit den Beauftragten für Internationales in den 32 Hamburger Berufsschulen und der Mobilitätsagentur von Arbeit und Leben Hamburg zusammen. Auch dort können Auszubildende sich umfassend beraten lassen. Neben finanzieller Unterstützung sollst du zudem gut vorbereitet in fremde Kulturen starten. Auch dafür sorgt die Mobilitätsagentur von Arbeit und Leben. „Die Agentur bietet ein Tagestraining zur interkulturellen Kompetenz an. Das bringt den Azubis immer unheimlich viel“, so Srimogan. Darum ist dieser Tag auch für dich Pflicht, wenn du über die Mobilitätsagentur an einem Azubi-Auslandsprogramm teilnehmen möchtest. Außerdem arbeitet die Mobilitätsagentur mit Partneragenturen vor Ort im Ausland zusammen. So weißt du als shifter*in im Ausland immer, an wen du dich wenden kannst – etwa, wenn es zu Problemen kommen sollte.

 

Parlamentarisches Partnerschafts Programm PPP

Ein Jahr lang in den USA leben und arbeiten – das geht auch mit Hilfe des Deutschen Bundestags. Im Parlamentarischen Partnerschafts Programm vergibt er Stipendien für ein Austauschjahr, um die die sich sich auch junge Berufstätige und Auszubildende bewerben können. Wichtig zu wissen: Du musst deine Ausbildung zum jeweiligen Stichtag der Ausreise (31. Juli jeden Jahres) beendet haben und darfst zu diesem Zeitpunkt höchstens 24 Jahre alt sein. Wenn du mitmachen möchtest, bewirb dich bald: Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 13. September 2019. Wie du dich genau bewirbst, findest du auf der Webseite des PPP.

 

 

Du hast Lust auf Ausbildung im Ausland bekommen?

Hier geht es direkt zur Mobilitätsagentur.

Alles zum USA-Stipendium der Joachim Herz Stiftung findest du hier.

 

Lies den zweiten Teil unserer Mini-Reihe „Ausbildung im Ausland statt Auslandssemester: Wer denn?“ und erfahre, wie du als Azubi bei kleinen Betrieben oder Berufsfachschüler/in ins Ausland kommst.

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