Ausbildung im Ausland statt Auslandssemester // Teil 2: Wer denn?

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Als shifter*in in Ausbildung steht dir so manche Tür in andere Länder offen. Aber gilt das auch, wenn dein Ausbildungsbetrieb ein kleines Familienunternehmen ist oder du dich für eine vollschulische Ausbildung an einer Berufsbildenden Schule entschieden hast? Beate Gröblinghoff, Leiterin der Leitstelle Berufliche Bildung International am Hamburger Institut für Berufsbildung, und Sureka Srimogan, Referentin für transnationale Mobilitäten, kennen die Antworten.

 

Du bist in einer klassischen dualen Ausbildung (Betrieb/Berufsschule)? 

Dann lies direkt hier weiter.

 

Du hast dich für eine Ausbildung an einer Berufsbildenden Schule entschieden?

Infos zu Ausbildung im Ausland als Berufsfachschüler*in findest du weiter unten.

 

Duale Ausbildung und Auslandsaufenthalte

 Mein Ausbildungsbetrieb ist ganz klein. Da kann ich doch bestimmt nicht einfach so weg?

Verständlich: Kleinen und mittleren Betrieben (KMU) fällt es schwerer, Auslandsaufenthalte für ihre Azubis zu organisieren oder die Aufgaben für die Dauer des Ausbildungsabschnitts im Ausland umzuverteilen. Auch längere Abwesenheiten stellen KMU mitunter vor größere Herausforderungen als beispielsweise nur zwei Wochen im Ausland.

Beate Gröblinghoff ermutigt Auszubildende dennoch, gezielt nach Möglichkeiten für Auslandspraktika zu fragen:

„Generell kann man sagen: Hamburg ist ein gutes Pflaster für Praktika im Ausland während der Ausbildung. Die Unternehmen sind viel offener geworden, als sie es noch vor einigen Jahren waren. Zudem konkurrieren kleine Betriebe mit größeren Unternehmen um Auszubildende. Da ist es schon ein echter Vorteil, wenn sie ihren Bewerber*innen sagen können: Bei uns könnt Ihr auch ein Praktikum im Ausland machen. Die Kammern und die Mobilitätsagentur bei Arbeit und Leben Hamburg beraten Unternehmen darum auch dabei, wie sie Auslandsaufenthalte für ihre Auszubildenden ermöglichen können.“

Sureka Srimogan ergänzt:

„Wir erleben es immer wieder, dass Auszubildende aus kleinen Betrieben sehr motiviert in den Schulen bei den Beauftragten für Internationales anfragen und um Unterstützung bitten. Die kämpfen dann richtig dafür, ins Ausland gehen zu können. Da braucht es noch viel Überzeugungsarbeit in den Betrieben. Und oft funktioniert das dann auch.“

shift-Tipp:

Seit 2017 verleiht das HIBB Zertifikate an Hamburger Ausbildungsunternehmen, die ihre Azubis dabei unterstützen, im Ausland zu lernen. Wenn du nach Ausbildungsplätzen suchst, kannst du dich gezielt bei solchen Betrieben und Unternehmen bewerben oder bei deiner Bewerbung nach dem Zertifikat fragen. Die Zahl solcher Unternehmen wächst: 2018 vergaben HIBB und Kammern bei der zweiten Verleihung bereits 110 Zertifikate. 2017 waren es noch 60.

Übrigens: Für dein Praktikum im Ausland erhältst du ebenfalls ein Zertifikat vom HIBB und der zuständigen Kammer.

 

Berufsbildende Schule und Auslandsaufenthalte

 Ich will meine Berufsausbildung an eine Berufsbildenden Schule in Hamburg machen. Kann ich da auch Auslandserfahrung sammeln?

 Zur schulischen Berufsausbildung gehören Praktika in Betrieben und Unternehmen. Warum dafür nicht ins Ausland gehen? An allen Berufsbildenden Schulen in Hamburg gibt es Lehrer*innen, die sich als Beauftragte für Internationales gezielt um Auslandspraktika für die Schüler*innen kümmern, dazu informieren und beraten.

Beate Gröblinghoff beschreibt noch einen weiteren Weg ins Ausland:

„Wir haben mittlerweile viele Berufsbildende Schulen mit internationalen Kooperationen oder Schulpartnerschaften im Ausland. Dazu gehören Schulen in St. Petersburg, Chicago, Taiwan oder auch Mosambik. Im letzten Jahr sind z.B. Schüler*innen des Ausbildungsberufs Anlagenmechaniker im Rahmen eines Schulpartnerschaftsprojektes nach Mosambik gereist. Sie haben dort eine Bewässerungsanlage für einen Gemüsegarten eines Internats angelegt und dabei eine ganz andere Arbeitswelt kennengelernt als bei uns. Statt top ausgestatteter Werkstatt mit neuester Technologie war dort echtes Basishandwerk mit Improvisationstalent gefragt.“

 

Ausbildung im Ausland – so geht’s:

Alle Informationen zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten sowie der Organisation von Auslandspraktika während deiner Ausbildung findest du bei der Mobilitätsagentur Arbeit und Leben Hamburg.

Lies auch den ersten Teil unserer Mini-Reihe „Ausbildung im Ausland statt Auslandssemester: Wie denn?“ mit Infos zur Finanzierung

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