Bewerben mit Studienausstieg

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Eigentlich kennt der Bauch längst die Wahrheit: Die Entscheidung fürs Studium stimmte doch nicht. Von der ersten Ahnung bis zum tatkräftigen Studienausstieg und einer Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz dauert es oft jedoch quälend lang. Einer der Gründe: „Damit kann ich mich doch unmöglich bewerben!“ Olga Demant, Ausbildungsverantwortliche bei der Bosch Sicherheitssysteme GmbH, sieht das anders.

 

Was denken Sie als Ausbildungsverantwortliche über die Chancen von Bewerber/innen, die aus ihrem Studium ausgestiegen sind?

Ich bin der Meinung, dass Arbeit Spaß machen sollte. Wenn man beim Studieren wirklich feststellt „Das ist nicht das Richtige für mich“ – dann ist es doch die beste Entscheidung, damit aufzuhören. Ein Beruf, mit dem man sein Leben lang unglücklich ist, nutzt niemandem.

Meine Kollegen und ich haben uns zudem intensiv mit der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt und den Bewerber/innen auseinandergesetzt. Die Bewerber/innen mit Studienausstieg gehören zur Generation Z. Die Menschen dieser Generation gehen insgesamt risikofreudiger ans Leben heran, sie sind bereit, auch mal Fehler zu machen oder Umwege zu gehen. Der perfekte Lebenslauf spielt für sie keine so große Rolle mehr.

Dazu muss man sagen: Die Rahmenbedingungen erlauben das auch. Wir haben ja zurzeit einen Bewerber/innenmarkt, sodass die Unternehmen sich verstärkt um Auszubildende bemühen müssen. Das wird zukünftig auch eher noch zunehmen.

 

Gibt es trotz Bewerber/innenmarkt „typische“ Überlegungen in Personalabteilungen oder Fragen an Studienaussteiger/innen, die sich bewerben? Und wie können diese damit umgehen?

Einen Studienausstieg sehe ich erst einmal nicht als Fehler, sondern als Chance. Wichtig ist mir nur, dass Betroffene ihre Entscheidung reflektieren und für sich bewerten. Sie sollten sich fragen: Wieso passiert mir das? Was lerne ich daraus? Natürlich werden Ausbildungsunternehmen auch fragen: „Warum haben Sie Ihr Studium nicht beendet?“ Auf solche Fragen sollten die Studienausteiger/innen schon vorbereitet sein. Je reflektierter Bewerber/innen darauf antworten können, desto ehrlicher kommt das meiner Erfahrung nach auch rüber.

 

Studien zufolge nennen Studienaussteiger/innen als einen der häufigsten Gründe Leistungsprobleme. Was können Sie aus Sicht einer Personalverantwortlichen Betroffenen mit auf den Weg geben?

Natürlich hört kein/e Personalverantwortliche/r den Satz „Ich komme mit Leistungsdruck nicht klar“ gern. Man kann aber offen im Gespräch darauf hinweisen, dass man im Laufe des Studiums festgestellt hat: Das Fach, ein Studium und die damit verbundenen Berufsaussichten passen nicht zu mir.

 

Was sollten Studienaussteiger/innen Ihrer Erfahrung nach auf jeden Fall vermeiden?

Sie sollten unbedingt irgendwie dafür sorgen, dass sie einen Abschluss bekommen. Das Berufsleben ändert sich zwar. Gerade hier in Deutschland fragen aber viele Arbeitgeber nach Abschlüssen. Es ist bei allen Bewerbungen einfach von Vorteil, wen man nicht als ungelernt dasteht.

 

Wann ist denn eigentlich der beste Zeitpunkt für Studienaussteiger/innen, sich zu bewerben?

Ich beobachte, dass Bewerbungen überwiegend erst spät, so im April und Mai, bei mir ankommen. Personalverantwortliche planen jedoch anders. Zu dem Zeitpunkt bin ich froh, wenn ich meine Ausbildungsplätze schon besetzt habe. Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte: Ich würde Studienaussteigenden raten, sich eher im Herbst und Winter zu bewerben. Wenn noch nicht ganz sicher ist, ob man wirklich aus dem Studium aussteigt, aber vielleicht schon einen Ausbildungsberuf im Blick hat: Trotzdem schon mal bewerben!

 

Du interessierst dich für eine Ausbildung bei Bosch Sicherheitssysteme GmbH?

Lies dazu auch die Geschichte von Simon Unverfärth.

 

Infos zur Ausbildung und Bewerbung findest du auch hier

https://www.bosch.de/karriere/

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