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Shift war auf dem Campus der Universität Hamburg unterwegs und wollte von Studierenden wissen: Was ratet ihr KommilitonInnen, die an ihrem Studium zweifeln? Fünf junge Menschen, fünf inspirierende Antworten:

 

Lena (25), 9. Semester, Volkswirtschaftslehre

„Studienzweifel? Ich würde erst einmal in mich gehen und schauen, ob das Problem wirklich am falschen Studiengang liegt oder vielleicht doch an meiner Lernstrategie. Ist diese falsch, erhältst Du schließlich immer sehr viele schlechte Rückmeldungen. Das ist natürlich frustrierend. Wenn Du aber wirklich merkst, dass Dir Dein Studium im Allgemeinen nicht gefällt, dann sei einfach ehrlich zu Dir selbst. Höre Dich um und schaue, welche anderen Möglichkeiten für Dich infrage kommen. Es gibt an der Uni eine umfassende Studienberatung und eine psychologische Beratung. Hier können Dir Menschen helfen und zeigen, wie Du mit Stresssituationen zurechtkommst oder wie Du Dich noch einmal umorientieren kannst. Ich glaube, oft haben Studierende Angst, dass sie an ihr Studium gebunden sind und es zuende bringen müssen. Stressfaktoren können hier zum Beispiel finanziell bedingt sein. So entscheiden sich viele Studierende gegen einen neuen Weg, weil sie denken, dass sie an ihrer Studienförderung wie dem Bafög hängen. Aber auch hier kann die Studienberatung eine sehr große Unterstützung sein.“

 

Max (21), 4. Semester, Mathematik

„Ich fühle mich sehr wohl in meinem Studium. Aber hätte ich Zweifel, würde ich auf alle Fälle mit Abstand an die Sache rangehen. Ich würde mir andere Sachen anschauen, die mich interessieren. Zum Beispiel kannst Du Dich sehr leicht einfach einmal in eine andere Vorlesung setzen. Außerdem würde ich mit den Menschen sprechen, mit denen ich studiere. Vielleicht haben sie die gleichen Probleme wie ich, aber interessante Lösungen darauf gefunden!“

 

Hanna (26), 7. Semester, Sozialökonomie               

„Mein Tipp: Höre auf Dich selbst und lass Dich nicht von Anderen beeinflussen. Wahrscheinlich kommt es bei Eltern nicht so gut an, wenn Du mitten im Studium sagst: „Es ist überhaupt nicht meins – ich breche jetzt ab.“ Aber wenn es Dir wirklich überhaupt keinen Spaß macht und nicht deins ist, dann solltest Du wirklich abbrechen und versuchen, Keinem etwas beweisen zu wollen. Denn es gibt immer einen Plan B und andere Möglichkeiten. Selbst wenn Du im 6. Semester sagst: „Ok, es hat wirklich keinen Sinn“ – dann ist es halt so! Du hast ja das Leben noch vor Dir als Student. Ob Du jetzt noch zwei oder drei Jahre länger studierst – das macht nichts aus.“

 

Thede (19), 2. Semester, Wirtschaftsmathematik                    

„Aus Erfahrung kann ich sagen: Es hilft, Abstand zu gewinnen. Bei mir hieß das: Ich habe mich von den Klausuren abgemeldet und ein halbes Jahr Pause gemacht – war aber noch immatrikuliert. In dieser Zeit habe ich mich gefragt: „Was will ich eigentlich?“. Außerdem habe ich mir Gedanken gemacht, ob mir das Studium nur in der letzten Zeit oder im Großen und Ganzen kein Spaß brachte. Parallel dazu habe ich ein bisschen andere Sachen ausprobiert, Freizeit gehabt und den Stress abklingen lassen. Dabei habe ich schließlich gemerkt: „Eigentlich finde ich dieses Studium schön.“

Der Grund für meine Zweifel lag darin, dass mein Studium sehr intensiv ist und ich wenige Erholungspausen hatte. Mir fehlte die Zeit, mir zu sagen „Das läuft alles“. Ich hatte eher das Gefühl, dass es täglich hieß: „Du musst mehr tun!“ – und ich wurde damit nicht mehr fertig. Irgendwann hatte ich dadurch auch keinen Spaß mehr daran, die vielen Aufgaben zu lösen. Mein Studium hatte ich mir anders vorgestellt, viel rechenpraktischer. Allerdings lag der Fokus auf sehr abstrakten Themen. Mit denen musst Du dich konstant auseinandersetzen, denn darauf baust Du Deine nächsten Kenntnisse auf. Wenn Du nicht hinterherkommst und dir etwas Wissen fehlt, fängst Du an, ein Haus zu bauen – ohne Boden. Irgendwann wurde mir das immer bewusster: „Du fällst da gerade durch dieses Loch  und wenn du so weiterstudierst, wird alles zusammenbrechen.“

Nach meiner Pause habe ich es noch einmal probiert und seit einem Jahr läuft es durch meine neue Einstellung deutlich besser. Es hat sich echt gelohnt! Jetzt gehe ich sehr viel entspannter an die Sache ran. Wenn’s nicht klappt, dann klappt’s halt nicht. Ist zwar blöd – aber im Großen und Ganzen habe ich inzwischen das Vertrauen gewonnen, dass es schon läuft.“

 

Laura (21), 6. Semester, Jura

„Ich selbst bin sehr glücklich mit meinem Studium, aber ehrlich: Ich finde es voll ok, nach ein, zwei Semestern – oder auch später – das Studium abzubrechen und etwas anderes auszusuchen. Als ich anfing, zu studieren, dachte ich: „Oh Gott, wenn ich abbreche, ist das richtig schlimm!“ Aber Du bist so jung und kannst auch mal ein Semester nutzen, um woanders hinzugehen, Dir andere Vorlesungen anzuhören. Vielleicht findest Du dann etwas, das Dir mehr liegt. Oder Du machst eine Ausbildung. Oder eine Weltreise.  Mir persönlich fällt es schwer, anderen Menschen zu sagen: „Das gefällt dir gerade nicht, aber eigentlich ist es richtig cool. Mach mal weiter!“ Das muss jeder schon selbst wissen.“

 

 

 

Du fühlst Dich in Deinem Studium momentan unwohl?

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Hier findest Du eine umfassende Liste aller wichtigen Beratungs- und Vermittlungszentren in Hamburg.

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