Umorientiert. Na und?

Mit einem Studienausstieg sollten Bewerber/innen offen umgehen, erklärt Alexandra Trinkus. „Dann hat man sich halt mal falsch entschieden und musste sich umorientieren. Sich das einzugestehen, ist auch eine Stärke.“ Mit Bewerbungen kennt sich Alexandra Trinkus aus. Sie leitet den Bereich Ausbildung der Deutschen Afrika-Linien / John T. Essberger Unternehmensgruppe (DAL/JTE). Im shift-Gespräch verrät uns die Personalreferentin, wie eine Ausbildung zum/r Schifffahrtskaufmann/frau konkret aussieht und worauf sie bei der Auswahl neuer Bewerber/innen besonders achtet. Extra-Tipps für shifter/innen inklusive!

 

Keine Angst vor Internationalität

Vor Internationalität sollte ein Azubi bei DAL / JTE –  und in der maritimen Branche im Allgemeinen – keine Angst haben. Schließlich arbeite man hier mit Kunden auf der ganzen Welt zusammen, erklärt Alexandra Trinkus. Die Deutschen Afrika-Linien sind eine Linienreederei, die den Transport von Containern z.B. von Europa nach Südafrika, Ostafrika oder auch in den Indischen Ozean hinein anbieten. Weitere Routen ergänzen das Portfolio. Unter dem Namen John T. Essberger bzw. Essberger Tankers werden wiederum anspruchsvolle Chemikalien auf hochspezialisierten Tankern im Mittelmeer, vor allem aber in der Nord- und Ostsee transportiert. So bietet die Unternehmensgruppe ihren Azubis die zwei traditionellen Spezialisierungen an: Die Linien- und die Trampschifffahrt.

 

Das A und O der Schifffahrt: Kommunikation

Die Ausbildung zum/r Schifffahrtskaufmann/frau ist anspruchsvoll. Doch Alexandra Trinkus relativiert: „Du musst nicht perfekt sein! Aber gewisse Dinge musst du eben mögen. Das A und O in der Schifffahrt ist Kommunikation. Du solltest gut und viel kommunizieren können und wollen, auch auf Englisch. Schließlich arbeitest du mit Menschen auf der ganzen Welt zusammen. Außerdem solltest du den Überblick behalten können. Gerade in der Trampfahrt können Dinge, die du gerade geplant hast, wieder verworfen und neu geplant werden. Das darf nicht frustrieren. In der Linienfahrt ist es ein bisschen beständiger, aber auch da muss man sich mal durchbeißen.“

 

Die Ausbildung zum/r Schiffahrtskaufmann/frau

Insgesamt arbeiten bei DAL / JTE 250 Mitarbeiter/innen in Deutschland – die Seeleute nicht mitgezählt. Das Azubi-Team zählt momentan 18 Köpfe. Azubis mit Fachhochschulreife oder Abitur lernen 2,5 Jahre. Die Ausbildung fängt im Februar und im August an.

Alexandra Trinkus erklärt: „Während der Ausbildung durchläufst du in unserem Unternehmen alle Pflichtabteilungen. Im Falle der Linienfahrt ist es zum einen das Liner Operations, das sich um die Container kümmert. Hier dreht sich alles um Fragen wie: „Wo stehen unsere Leercontainer? Wie kommen diese zum Kunden? Müssen sie repariert werden?“ Dann gibt es den Customer Service – dort sitzen die Ansprechpartner für unsere Kunden. Eine Abteilung, die uns hier bei DAL sehr wichtig ist. Bei uns ruft der Kunde an und bekommt jede Frage von der gleichen Person beantwortet. Man muss sich also nicht irgendwo durchklingeln, sondern hat feste Ansprechpartner. Das macht uns besonders. Gerade wegen unseres individuellen Umgangs mit dem Kunden können wir uns gegen die Großen überhaupt behaupten.

In der Trampfahrt sind die Fachabteilungen anders gelagert. Die Charterer erhalten den Auftrag und fragen sich: „Haben wir überhaupt ein Schiff, das die Ladung an den besagten Ort fahren kann? Lohnt sich der Auftrag? Werden wir uns über den Preis einig?“ Dann geht der Auftrag weiter an das Operations Team, welche die Hafenanfahrt organisiert.

Die Abteilung des Shipmanagement gilt natürlich wieder für beide Fachrichtungen. Hier kümmern sich die Mitarbeiter/innen um Werftaufenthalte, Neubauten, den Einkauf von technischem Equipment, aber auch um alle Sicherheitschecks und Schulungen. Ebenso ist das Crewing für all unsere Kolleginnen und Kollegen an Bord verantwortlich.“

 

Fehler machen erlaubt

Eine Sache ist Alexandra Trinkus während einer Ausbildung wichtig: „Wenn jemand einen Fehler macht, bloß nichts unter den Tisch kehren, weil dann die Probleme erst richtig anfangen. Wer offen mit seinen Fehlern umgeht, kann sich auch sehr gut entwickeln. Schließlich durchläufst du alle Abteilungen und bist immer gut betreut – und zwar oft von Kolleg/innen, die hier irgendwann einmal selbst gelernt haben und nun seit vielen Jahren hier arbeiten.“

 

Der Bewerbungs-Prozess in drei Schritten

 

  1. Schritt: schriftlich bewerben

Tipp 1: Alles in eins – Datei-Ansammlungen vermeiden

„Wir freuen uns über Bewerbungen per E-Mail. Aber Achtung, packt alles in ein PDF. Bitte keine zehn Anhänge!“

Tipp 2: Nebenjob und Praktikum – bloß nichts weglassen

„Ich lese gerne Lebensläufe, in denen auch der Nebenjob drinsteht, das Babysitten oder das Regale-Einräumen im Supermarkt. Bloß nichts weglassen! Schreibe in den Lebenslauf alles, was du gemacht hast. Vor allem die Nebenjobs und Praktika. Das zeigt, dass du schon einmal dein eigenes Geld verdient hast. Du weißt, was es heißt, pünktlich zu sein, Verantwortung zu tragen.

Noten sind nicht alles. Vielmehr sollte ich das Gefühl haben, dass die Bewerber/innen auch andere Dinge mitbringen, wie zum Beispiel eben Verantwortungsbewusstsein. Das ist eine Sache, die du hier schon können musst Verantwortung übernehmen können und wollen, auch als Azubi.“

 

  1. Schritt: kennenlernen

 „Nach Sichtung der Bewerbungen lade ich die Bewerber/innen zum ersten Gespräch ein. Ich möchte die Kandidaten immer zuerst persönlich kennenlernen. Mir ist es wichtig, herauszufinden, mit welchem Typ Mensch ich es zu tun habe. Das Schifffahrtsspezifische lernst du ja später noch in der Berufsschule und bei uns.“

Traditionelle Reederei sucht engagierten Azubi

„Das Gespräch findet hier in unserem alten Gebäude statt. Wir sind schließlich eine traditionsreiche Reederei und ein sehr beständiges Unternehmen – das ist etwas, was uns gut und solide durch die Schifffahrtskrise gebracht hat. Das Traditionsreiche muss man aber eben auch mögen!“

 

  1. Der Auswahltag: Wer bin ich? Passe ich zum Beruf? Was erwartet mich in der Ausbildung?

„Nach dem Gespräch wähle ich aus, wen wir zu unserem jährlichen Auswahltag im Sommer einladen. Dort treffen noch einmal mehrere Bewerber/innen aufeinander. Es stoßen nun auch noch meine Kolleg/innen aus den Fachabteilungen dazu. Sie betreuen später die Azubis.  Beim Auswahltag geht es viel um die Frage: „Wer bin ich? Passe ich in die Schifffahrt und zur Unternehmensgruppe?“ Es muss eine Präsentation vorbereitet werden. Außerdem findet eine Gruppenarbeit statt.“

Wir nutzen den Auswahltag aber auch explizit dafür uns bei den Bewerbern vorzustellen. Dies geschieht in der Azubi-Time, die extra nur von Azubis gestaltet wird.

Sollten nach unserem Auswahltag nicht alle Plätze besetzt worden sein, führen wir in regelmäßigen Abständen sogenannte Kurz-Auswahltage durch. Hierfür laden wir gute Bewerber in kleinen Gruppen ein und besetzen so die freien Plätze. Wir haben hier gelernt flexibel zu sein.“

 

Extra-Tipps für Bewerber/innen mit shift im Lebenslauf

Alexandra Trinkus erhält viele Bewerbungen von Studienaussteiger/innen. „Über die freue ich mich sehr. Momentan gibt es diesen Trend, dass alle studieren müssen oder wollen. Wer kein normales Studium absolviert, macht häufig ein duales Studium. Ich finde es schade, dass der Ausbildung gar nicht die Möglichkeit gegeben wird. Denn so ein Studium ist nicht für Jeden etwas. Gerade das muss ein junger Mensch vielleicht auch erkennen. Jemand, der ein Studium bereits ausprobiert hat, sammelt durch seinen shift Erkenntnisse. Du weißt besser, was du willst: Zum Beispiel weniger Theorie und mehr Praxis. Vielleicht wünschst du dir auch, Teil einer Gruppe zu sein. Das ist hier im Unternehmen natürlich gegeben. In dem Fall weiß ich als Personalreferentin: „Die wollen diesen Ausbildungsplatz wirklich!“

Im Bewerbungsschreiben und im Gespräch solltest du offen mit deinem Studienausstieg umgehen. Das finde ich besser, als eine Lücke zu sehen, die ich nicht deuten kann. Dann hat man sich halt mal falsch entschieden und musste sich umorientieren. Na und? Sich das einzugestehen, ist auch eine Stärke.“

 

Hast du Interesse an einer Ausbildung zum/r Schifffahrtskaufmann/frau?

DAL/ JTE freut sich hier auf deine Bewerbung.

Webinar-Reihe: „Wohin des Weges nach dem Studium?“ (1.-22. September 2020)

Seit mehr als einem Jahr bietet das Career Center den eLearning-Kurs „Landkarte der Berufsfindung“ an: Dieser Kurs kann alleine absolviert werden und die Navigation durch die eigene zukünftige Berufslandkarte erleichtern. Wohin des Weges nach dem Abschluss? Der Weg auf der „Landkarte“ passiert drei Abschnitte:

Teil 1: Was habe ich schon? // Welche Qualifikationen und Kompetenzen habe ich? Was bringe ich noch mit? etc.
Teil 2: Wohin will ich? // Wo und wie will ich eigentlich mein Berufsleben gestalten? Wie will ich arbeiten? etc.
Teil 3: Was brauche ich noch? // Was sind meine nächsten Schritte? Wo finde ich Informationen und Hilfe? etc.

In diesem 4teiligen Begleitworkshop werden die einzelnen Teile und Schritte gemeinsam besprochen und reflektiert. Interessante Tipps und Erkenntnisse können so gemeinsam ausgetauscht werden.

Interessiert?! Mehr Infos findest Du hier.

Termin: Dienstag, 1.9. / 8.9. / 15.9. / 22.9.2020, 14-15.30 Uhr

Teilnahme: kostenlose Online-Anmeldung. Für Studierende und Absolvent/innen der Universität Hamburg (bis 2 Jahre nach Abschluss). Die Zugangsdaten für das Webinar via Zoom werden den Teilnehmenden zeitnah (frühestens 1 Tag vorher) per E-Mail zugeschickt.

Veranstalter: Career Center Universität Hamburg

Zwischen 0 und 1 ist viel Platz: „neue fische“ hilft beim shift in digitale Berufe

Dalia Das lernte in den USA das Format der Technology Bootcamps kennen und schätzen. Sie bilden Quereinsteiger erfolgreich zu stark nachgefragten Web Developern und Data Scientists aus. Kurzerhand gründete sie in Deutschland das Unternehmen „neuefische – School and Pool for Digital Talent“.

 

Das erfährst du hier:

  • Wie hat Dalia Technology Bootcamps nach Deutschland gebracht?
  • Was genau bietet neuefische an?
  • Wie funktionieren die Trainings von neuefische?
  • Wer kann teilnehmen?
  • Wie werden die Teilnehmer/innen ausgewählt?
  • Und was ist mit Geld?

 

Wie hast du es geschafft, Technology Bootcamps nach Deutschland zu bringen?

In Deutschland fehlen Fachkräfte für digitale Berufe wie Entwickler/innen und Data Scientists. Das wusste ich aus vielen Gesprächen mit Personalverantwortlichen und Geschäftsführenden. 124.000 sind es 2019 laut dem Verband BITKOM gewesen. 150 Tage dauert es oftmals um eine der Stellen zu besetzen. Und ganz oft habe ich den Satz gehört: „Ob die Bewerber/innen ein abgeschlossenes Studium haben oder nicht, ist uns gleich – wenn sie denn trotzdem ihre Fähigkeiten demonstrieren können.“ Das ist für Studienaussteiger/innen natürlich schwierig. Da kann man erst einmal nur zeigen, was man nicht mehr wollte oder was man nicht konnte – im Gegenzug aber nicht beweisen, was man denn kann. Darum war meine nächste Frage an die Unternehmen: „Was müssen Quereinsteiger/innen oder Umsteiger/innen denn können, damit ihr ein gutes Gefühl bei den Bewerbungen habt?“ Im Grunde ging es mir darum abzuklären, ob deutsche Arbeitgeber/innen schon bereit sind für Formate wie die Technology Bootcamps. Deutschland. Und es hat sich gezeigt: Ja, das geht auch hier – wenn sich das Intensivtraining eng an der späteren beruflichen Praxis orientiert. Darum vermitteln wir bei neuefische jetzt genau das Handwerkszeug, was die Kursteilnehmer/innen für den Einstieg in den neuen Job brauchen.

 

Was genau bietet ihr bei neuefische an?

Zurzeit gibt es zwei Programme: das Training zum/zur Web-Entwickler/in und zum Data Scientist. Die Weiterbildung zum Webdeveloper legt den Schwerpunkt auf JavaScript als Programmiersprache und das von Facebook ins Leben gerufene Framework React. Das Endprodukt des Boot Camps ist dann eine App, die funktionieren muss und auch wirklich zum Einsatz kommt. Das ist auch ganz spannend für diejenigen Umsteiger/innen, die sich eigentlich nicht für besonders technikaffin halten. Ganz neue gibt es ein Bootcamp für die Programmiersprache Java, die im Markt ebenfalls sehr nachgefragt ist. Web- und Softwareentwickler gelten als Mangelberufe, und sind sogar bei der Agentur für Arbeit als solche gelistet.

 

Außerdem gibt es bei uns die Weiterbildung zum Data Scientist. Da geht es darum, große Datenmengen so ergiebig wie möglich zu verarbeiten und mit Hilfe von Machine Learning konkrete Vorhersagen zu treffen. Dieses Training eignet sich zum Beispiel für Menschen mit einem Studienhintergrund in den Natur- oder Ingenieurswissenschaften – auch für diejenigen, die zum Beispiel schon sehr lange Naturwissenschaften studieren, aber irgendwie den Abschluss nicht hinbekommen und aufgeben. Die sind häufig absolut ausreichen qualifiziert um in unser Programm einzusteigen – und danach auch in den Job. In beiden Programmen lernt man neben den fachspezifischen Themen auch den Umgang mit modernen Managementmethoden und Tools, die das Zusammenarbeiten und das Versionieren leichter machen.

 

Wie baut ihr die Trainings bei neuefische auf?

Ganz wichtig finde ich, dass wir sehr nah an den tatsächlichen Anforderungen an die Zielberufe ausbilden. Im Grunde bilden die Kursinhalte die ganz handfesten Kenntnisse ab, die in den Stellenausschreibungen abgefragt werden. Dazu gehören etwa bestimmte Programmiersprachen oder Arbeitsweisen. Unsere Absolvent/innen passen dann einfach eins zu eins auf so eine Stellenbeschreibung. Darum ist auch der Praxisanteil bei unseren Trainings sehr hoch. Dabei arbeiten die Kursteilnehmer/innen im Pair Programming, einer Arbeitsweise, die auch im Job später so stattfindet. Wir legen besonderen Wert auf sichtbare Ergebnisse, am Ende der Lerneinheiten steht ein schnelles Erfolgserlebnis – so was fehlt natürlich im Studium erst mal. Außerdem arbeiten die Teilnehmer/innen drei Monate wirklich intensiv in einer überschaubaren Gruppengröße, das bedeutet konkret: acht bis neun Stunden am Tag in einen festen Klassenverband von etwa 15 Leuten. Das kommt vor allem denjenigen entgegen, die so viel Energie in die Selbstorganisation an der Hochschule stecken mussten, dass sie am Ende deswegen aus dem Studium ausgestiegen sind. Zum Schluss erstellen alle Teilnehmer/innen ihr „digitales Gesellenstück“: Bei den Web Developern ist es die App, bei den Data Scientists verbergen sich hinter Namen wie BäckerAI, FC Python oder Översetter spannende Anwendungen, die mit Hilfe von Machine Learning Methoden und neuronalen Netzen komplexe Fragestellungen beantworten helfen.

 

Für wen eignen sich die Trainings von neuefische?

Viele Teilnehmer/innen kommen natürlich aus den Naturwissenschaften, etwa wenn sie nach zwei, drei Semestern feststellen: Das ist doch nichts für mich. Aber es gibt auch Aussteiger/innen aus Geisteswissenschaften wie sprach- und kulturwissenschaftlichen Studiengängen. Als Sprachwissenschaftler/in zum Beispiel ist man durchaus affin für Programmiersprachen – das wird einem meistens nur nicht so erklärt. Die meisten hören immer, dass man fürs Programmieren Mathematik braucht. Das braucht man aber gar nicht, ein gutes Sprachverständnis hilft da schon viel mehr. Bei uns sind schon Aussteiger/innen aus Fächern wie Anglistik oder Europawissenschaften in den Kursen supergut geworden und dann anschließend auch schnell in einen entsprechenden Job eingestiegen. Und dann kommen noch die Umsteiger/innen dazu, die schon erste Berufserfahrung haben. Das ergibt insgesamt eine spannende Mischung, auch von der Altersstruktur und vom sozialen Gefüge her. Zurzeit etwa haben wir drei Mütter dabei. In so einer Konstellation sitzt man ja sonst nicht unbedingt beim den Einstieg in die digitale Arbeitswelt zusammen.

 

Wie wählt ihr die Teilnehmer/innen aus?

Wir haben ein dreistufiges Auswahlverfahren: zwei Interviews und eine moderierte Übung. Da geht es uns aber nicht um Noten oder Abschlüsse, wir schauen vielmehr auch auf die richtige Motivation, auf Kommunikationsfähigkeit und Teamgeist. Und wir versuchen zu verstehen, woran das Studium gescheitert ist. Was war da schwierig? Glauben wir, dass wir das bei neuefische besser machen können? Dazu gehören solche Dinge wie Größe der Gruppe, enge Betreuung, übersichtliche Organisation. Auf jeden Fall wollen wir so ein bisschen den „Zug zum Tor“ erkennen können, sprich: Sind die Bewerber/innen wirklich motiviert? Wer noch gar nicht mit dem Thema Programmierung in Berührung gekommen ist, dem geben wir nach dem ersten Gespräch ein paar frei verfügbare Ressourcen mit, um sich selbst in das Thema Programmierung einzufinden und herauszufinden, ob das wirklich etwas für sie ist. Das fragen wir dann in einer zweiten Runde, nachdem sie sich ein bisschen vorbereiten konnten, ab. Dabei ist natürlich auch der Spaßfaktor ganz wichtig. Bei den Data Scientists legen wir noch etwas mehr Wert auf das Programmieren in der moderierten Übung und setzen Vorkenntnisse in Statistik voraus, der Kurs ist insgesamt einfach komplexer.

 

Wie kann man die Boot Camps finanzieren?

Die Trainings kosten ca. 8000 Euro für die drei Monate, das umfasst auch ein Laptop, das wir für die Dauer des Kurses stellen. Grundsätzlich sind wir ein privater Anbieter, die Teilnehmer/innen müssen die Kosten also selbst tragen. Besonders beliebt ist aber unser Späterzahlmodell. Dabei gehen wir erst einmal für die Teilnehmer/innen ins finanzielle Risiko – übrigens ein Grund, warum uns das Auswahlverfahren so wichtig ist. Die Teilnehmer/innen müssen erst ein Jahr, nachdem sie im Job sind, mit der Rückzahlung der Kursgebühr beginnen. Die meisten finden innerhalb der ersten drei Monate einen Job; statistisch gesehen stehen nach sechs Monaten nach Abschluss 92 Prozent unserer Absolvent/innen schon im Beruf. Die Raten passen sich dem Einkommen an und nehmen auch auf Pausen Rücksicht, etwa bei Elternzeit oder wenn doch noch mal eine längere Auszeit ansteht. Dann setzt die Zahlungsverpflichtung für diese Zeit aus. Man kann natürlich auch selbst und sofort zu zahlen – oft sind es auch die Eltern oder Großeltern der Teilnehmer, die den Wunsch zur Weiterbildung zum Webdeveloper oder die Weiterbildung zum Data Scientist finanziell unterstützen. „Eine dritte Möglichkeit gibt es auch noch: Unter bestimmten Umständen können sich auch Studienaussteiger/innen die Intensivtrainings über einen Bildungsgutschein die finanzieren. Wir haben uns entsprechend zertifizieren lassen. Studienaussteiger/innen sollten sich daher zumindest mal bei ihren Betreuer/innen des Jobcenters informieren, ob die Kursgebühr tatsächlich auch über einen solchen Bildungsgutschein abgedeckt werden kann.

 

Du möchtest mehr über das Angebot von „neuefische“ wissen?

Aber gern: https://neuefische.de/

 

Du möchtest mehr über die Gründerin Dalia Das und ihren Berufsweg erfahren?

Hier findest du Teil 1 unseres Interviews mit Dalia!

Erfolgreich gründen mit Studienwechsel

Dalia Das startete nach dem Abitur mit einem Jura-Studium. Es lief gut. Trotzdem wurde sie das nagende Gefühl nicht los, dass sie mit den Rechtswissenschaften noch nicht auf dem richtigen Weg war. Der Wechsel zum Studiengang „International Management“ an der Fachhochschule Dortmund erwies sich dann als Volltreffer. Heute leitet Dalia Das das von ihr gegründete Unternehmen „neuefische – School and Pool for Digital Talent“.

 

Man muss nicht immer Recht behalten

Eigentlich wusste Dalia Das genau, was sie will: ein Jura-Studium. Tatsächlich klappte es nach dem Abitur direkt mit einem Studienplatz an ihrer Wunsch-Uni in Münster. „Münster passte gut, weil ich da von zu Hause aus gut hinkommen konnte. Und Jura als Fach fand ich spannend, alles hat ja irgendwie mit Recht zu tun. Außerdem hantiere ich schon immer gern mit Sprache. Da erschien mir Jura durchaus passend, da geht es ständig darum, Texte auszulegen,“ begründet Das ihre Studienwahl. Die anfängliche Begeisterung wich bald schon großer Ernüchterung. „Mir war das Studium zu theoretisch, es bestand für mich zu viel aus Lesen und viel zu wenig aus spannenden Fällen“, berichtet Das. Parallel zum Uni-Leben arbeitete sie als studentische Hilfskraft in einer kleinen Unternehmensberatung, die Marktforschung betreibt und Unternehmen strategisch berät. „Ich habe erst mal so typische Aushilfstätigkeiten übernommen. Aber rechts und links vom Kopierer konnte ich viel von der eigentlichen Arbeit mitbekommen, die fand ich sehr interessant. Vor allem der unmittelbare Praxisbezug gefiel mir sehr.“ Als ein Kollege ihr vorschlägt, das Studienfach zu wechseln, um später im Unternehmen mitarbeiten zu können, kommt Das ernsthaft ins Grübeln. „Ich hatte meine ersten Jura-Prüfungen ganz ordentlich gemacht. Aber so richtig zielführend erschien mir das nicht mehr. Und einfach weitermachen, nur um das Studium zu Ende zu bringen? Dafür lagen noch zu viele Semester vor mir, ich war ja gerade erst im zweiten Semester angekommen,“ erzählt sie.

 

Neustart mit neuem Studienfach

Es war für Dalia Das nicht ganz einfach, ihren Eltern und ihrem Freundeskreis den Kurswechsel plausibel zu machen. „Ich hatte ja durchaus Erfolg im Studium, Freunde gefunden, eine funktionierende Lerngruppe. Das war alles irgendwie gut. Aber ich hatte das Gefühl: Mein Jurastudium begeistert alle anderen mehr als mich.“ Dazu kam: Durch den Studierendenjob in der Unternehmensberatung entdeckt Das ihr Faible fürs Internationale. „Ich fand es toll, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in anderen Ländern unterwegs waren. Die Beratungsfirma hat ein Büro in Paris und in Kopenhagen, das fühlte sich schon wie die große weite Welt an. Mit einem deutschen Staatsexamen in Jura hingegen kann man nicht ohne weiteres im Ausland arbeiten.“ Kurzentschlossen bewirbt sich Das auf Studiengänge, die damals ganz neu an Fachhochschulen angeboten werden. „Ich wünschte mir Praxisbezug, die Chance, im Ausland zu studieren, und einen international anerkannten Abschluss zu machen“, erläutert Das. Sie bekommt eine Zusage der Fachhochschule Dortmund für den Studiengang „International Management“, inklusive zwei Semester Auslandsstudium an ausgewählten Partnerhochschulen. Das lacht, als sie erzählt: „Tja, da musste ich mich plötzlich entscheiden, ob ich mich wirklich exmatrikuliere und mich woanders wieder einschreibe. Es war schon ein seltsames Gefühl, die Jura-Exmatrikulation in der Hand zu halten. Ich habe die tatsächlich aufbewahrt.“ Die Freude über den Neustart überwiegt schließlich. Das studiert vier Semester in Dortmund und geht für zwei Semester nach Amsterdam. Zum Studiengang gehört zudem ein praktisches Auslandssemester, dafür geht Das nach Kopenhagen. Und schreibt dann zu guter Letzt ihre Diplomarbeit.

 

Begeisterung für Online und Bildung

Nach dem Studienabschluss beginnt Das ihre Berufstätigkeit tatsächlich bei der Unternehmensberatung, bei der sie noch als Jura-Studentin gejobbt hat. Danach folgen Stationen bei AOL Deutschland und Bertelsmann. Dabei entdeckt Das ihre Faszination fürs Digitale: „Das Internet hat mich total begeistert. Ein klassisches Medienhaus wie Bertelsmann auf digitale Produkte und Prozesse umzustellen, war eine echte Herausforderung“. Das arbeitet ab 2009 bei Bertelsmann in verschiedenen Positionen der Geschäftsentwicklung. Als das Medienhaus in den Bildungsbereich einsteigt, nutzt sie die Gelegenheit und sucht in den USA nach Modellen für innovative, alternative Bildungswege. Dort lernt sie das Konzept der

Programmierungs-Bootcamps kennen. „In den Bootcamps werden Quereinsteiger/innen in nur drei Monaten für digitale Berufe qualifiziert,“ berichtet Das. „Die Teilnehmer/innen wollen sich zum Teil Jobs mit besseren Perspektiven erarbeiten, andere möchten einfach Teil dieser neuen, spannenden Berufswelt werden. Das funktioniert da sehr, sehr gut.“

 

Gründen mit guten Gründen

Nach ihrer Elternzeit steht für Dalia Das noch einmal ein shift an: Das ständige Reisen in die USA passte einfach nicht mehr zu mir. Um Familie und Beruf, Liebe zum Digitalen und zum Unternehmerischen nach eigenen Bedürfnissen unter einen Hut zu bekommen, beschließt sie: Die Bootcamps sind doch eigentlich auch ein Format für Deutschland! Das nimmt sich ein Jahr Zeit, ihre Idee auf Bits und Bytes zu prüfen. Sie spricht mit Personalverantwortlichen und Geschäftsführungen, klärt Bedarf und Zweifel bei den Unternehmen, informiert sich über notwendige Ausbildungsinhalte – und gründet 2018 ihr Unternehmen „neuefische School and Pool for Digital Talent“. Seitdem können unter anderem Studienaussteiger/innen in drei Monaten Intensivkurs die Weichen für ihr Berufsleben in der digitalen Welt neu stellen. Damit sich der Weg ins Berufsleben endlich wieder richtig anfühlt.

 

Du möchtest mehr über das Angebot von „neuefische“ wissen?

Aber gern: https://neuefische.de/

Oder lies Teil 2 unseres Interviews mit Dalia Das. Sie erklärt ausführlich, wie das Angebot funktioniert.

Harvard-Vorlesung oder Stanford-Podcast – bilde Dich kostenlos weiter!

Der Hörsaal bleibt leer. An Vorlesungen kannst Du trotzdem teilnehmen. Weiterbildung gibt’s außerdem auf folgenden Websites viel, kostenlos und auf hohem Niveau:

>> Die Seite www.online-vorlesungen.de bietet eine Auswahl digitalisierter Vorlesungen verschiedener Hochschulen, Institute und Fern-Unis nach Fachgebieten sortiert an. Hier kannst Du nach Lust und Laune im Sinne des Studium Generale in andere Bereiche hineinschnuppern.

>> Nicht nur die Uni Hamburg, sondern viele andere Universitäten und Hochschulen bieten kostenfreie Vorlesungen, Videos, Podcasts und Präsentationen an, z. B.:

>> Hättest Du es gerne einen Tick internationaler? Besuche doch Yale, Harvard oder Cambridge – online geht das z.B. auf folgenden Seiten:

Schreibzentrum: Digitales „Weekly Write-in“

Dieses Semester ist alles anders! Du möchtest Deine Hausarbeit(en) stressfrei schreiben? Du möchtest konzentriert und diszipliniert an Deiner Abschlussarbeit arbeiten? Dann mach mit bei den digitalen, wöchentlichen Write-In-Treffen der Uni Hamburg. Damit Du zu Hause strukturiert schreiben kannst, begleitet das Schreibzentrum Dich und andere Studierende im Online-Schreibraum. Die Weekly Write-ins mittwochs und donnerstags ziehen dafür von der Schlüterstraße und dem Ü35 vorübergehend in einen Schreibraum der Plattform Olat. Dabei bleibt es bei den regulären Write-in-Zeiten. Komm online vorbei und schreib das „Ding“ fertig!

Interessiert?! Mehr Infos findest Du hier.

Termin: Jeden Mittwoch, 10–12 Uhr, und jeden Donnerstag, 10–12 Uhr, online auf der Plattform Olat, alle Angebote des Schreibzentrums  findest Du dort im übergeordneten Kurs „Schreibzentrum“

Teilnahme: kostenlos, für Studierende der Uni Hamburg

Veranstalter: Schreibzentrum der Uni Hamburg

Online-Infostunde: „Deine Chance im Handwerk“

Dein Wunschberuf liegt irgendwo im Handwerk verborgen? Vergolder/in, Bootsbauer/in, Dachdecker/in, Metallbauer/in, Raumausstatter/in oder einer der 125 weiteren Ausbildungsberufe? Dann ist die Infostunde der Ausbildungsvermittlung genau das Richtige für Dich. Die Veranstaltung findet ab sofort online statt. Nimm ganz einfach von zu Hause mit dem Computer oder am Smartphone teil. Die Veranstaltung eignet sich hervorragend für alle, die zum Ausbildungsstart im Sommer / Herbst 2020 eine Lehrstelle finden wollen.

Interessiert?! Mehr Infos findest Du hier.

Termin: Jeden Mittwoch, 15-16 Uhr, online

Teilnahme: kostenlos, online-Anmeldung per E-Mail

Veranstalter: Ausbildungsvermittlung der Handwerkskammer Hamburg

 

Online-Modulreihe: „Fit für die Bewerbung im Handwerk“

Du möchtest Dich im Handwerk bewerben? Prima! Dann lass Dich in der Online-Reihe der Handwerkskammer Hamburg in acht Modulen für Deine Bewerbung fit machen! In kurzen Einheiten werden die wichtigsten Themen einfach erklärt. Von der Stellenrecherche, über die Gestaltung der Bewerbungsunterlagen bis hin zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch bleibt kein Thema unbeleuchtet.

Die Module dauern jeweils ca. 20 Minuten und können kostenlos besucht werden. Jedes Modul wird an sechs unterschiedlichen Terminen angeboten. Wenn Du mindestens sechs der acht Module absolviert hast, erhältst Du ein eigenes Zertifikat der INa-Ausbildungsvermittlung. Dieses Zertifikat kann eine optimale Ergänzung Deiner Bewerbungsunterlagen sein. Voraussetzung für die Teilnahme an den online-Modulen ist ein Computer oder Smartphone mit Internetzugang und die vorherige Anmeldung.

Interessiert?! Mehr Infos findest Du hier.

Termin: Verschiedene Termine im April und Mai (siehe im jeweiligen Modul-Anmeldungslink), online-Veranstaltung

Teilnahme: kostenlos, online-Anmeldung per E-Mail

Veranstalter: Ausbildungsvermittlung der Handwerkskammer Hamburg

Notfall-Krisen-Kit: Kennst Du diese Hilfsangebote und Online-Tools?

Der Alltag bricht weg, Routinen lösen sich in Luft auf, Deine Bezugspersonen fehlen Dir. Vielleicht leidest Du an einer psychischen Erkrankung und hast es momentan besonders schwer. In Zeiten von Quarantäne und häuslicher Isolation gilt es in jedem Fall, besonders auf Dich und Deine Mitmenschen aufzupassen. Folgende telefonischen Angebote und nützlichen online-Tools können nun helfen. Care & share!

 

 Telefonische Hilfsangebote

 

1. Studentische Seelsorge Hamburg

Probleme im Studium, Liebeskummer, Einsamkeit: Die Themen, mit denen sich Menschen bei der Studentischen TelefonSeelsorge der Evangelischen Studierendengemeinde Hamburg melden, sind vielfältig. Insgesamt stehen rund 40 geschulte Student/innen aller Fachrichtungen Hilfesuchenden anonym zur Seite. Ruf an!

Tel.: 040 411 70 411
Zur studentischen Seelsorge Hamburg >>

 

2. Telefonseelsorge der Diakonie Hamburg

Die Telefonseelsorge der Diakonie ist in der aktuellen Situation immer erreichbar. Ob Kummer, Einsamkeit, Depressionen, Krankheit, Trauer oder Ärger – hier findest Du ein offenes Ohr für alle Themen. Du kannst Dich anonym melden. Außerdem sind alle Anrufe immer kostenlos. Mailberatung sowie Chatberatung sind über die Website ebenfalls möglich.

Tel.: 0800 11 10 111
Zur Telefonseelsorge der Diakonie Hamburg >>

 

3. Telefonseelsorge der Caritas Hamburg

Die TelefonSeelsorge der Caritas bietet allen Ratsuchenden das vertrauensvolle und anonyme Gespräch mit geschulten Ehrenamtlichen an, unabhängig von Glaube oder Weltanschauung. Mailberatung sowie Chatberatung sind über die Website möglich.

Tel.: 0800 11 10 222
Zur Telefonseelsorge der Caritas Hamburg >>

 

4. Internetseelsorge Hamburg

Die Onlineberatung bietet eine Kontaktmöglichkeit virtueller Art. Wenn Du Deine Sorgen oder Gedanken teilen möchten, stehen Dir an dieser Stelle qualifizierte und erfahrene Berater/innen unterstützend zur Seite. Mailberatung sowie Chatberatung sind über die Website auch möglich.

Zur Internetseelsorge Hamburg >>

 

5. Muslimische Seelsorge

Die Muslimische Seelsorge richtet sich gezielt an die türkische Gemeinschaft. Geschultes Personal hört Dir verständnisvoll zu und unterstützt Dich bei der Suche nach einem individuellen Ausweg. Du kannst Dich anonym melden, alle Angelegenheiten werden vertraulich behandelt. Die Hotline ist 24 Stunden täglich besetzt und immer dienstags gibt es auch eine türkischsprachige Beratung.

Tel.: 030 443509821
Zur muslimischen Seelsorge >>

 

6. Deutsche Depressionshilfe

Das bundesweite Info-Telefon Depression bietet Betroffenen und Angehörigen Krankheits- und behandlungsbezogene Informationen und weist den Weg zu Anlaufstellen im Versorgungssystem. Das Info-Telefon Depression ist kostenfrei.

Tel.: 0800 33 44 533
Zur Depressionshilfe >>

 

7. Sucht- und Drogennotdienst

Die Mitarbeiter/innen der Sucht- und Drogennotdienst stehen zur telefonischen Beratung und Betreuung in Notfallsituationen zur Verfügung – und zwar 24 Stunden durchgehend.

Tel.: 030 19237
Zum Sucht- und Drogennotdienst >>

 

8. Sozialpsychiatrischer Dienst Hamburg-Mitte
Zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sozialpsychiatrischen Dienste gehören Ärzt/innen, Sozialarbeiter/innen und Psycholog/innen, die Menschen mit einer psychischen Erkrankung, einer Suchterkrankung oder geistigen Behinderung Hilfe anbieten.

Tel.: 040 428 54 47 41, 040 428 54 46 83
Zum sozialpsychiatrischen Dienst >>

 

9. HelloBetter – #zusammenzuhause

Das Institut für Online-Gesundheitstrainings „HelloBetter“ bietet aktuell eine Hotline für Hilfesuchende an, die im Zusammenhang mit der Corona-Krise eine akute psychische Belastung erleben und dringend Unterstützung benötigen. Psycholog/innen beantworten Fragen, bieten Orientierung und geben Auskunft zu weiterführenden Hilfsangeboten.
Zusätzlich startet „HelloBetter“ ab kommender Woche eine regelmäßige frei zugängliche Video-Sprechstunden mit PsychologInnen via Facebook Live auf der Facebookseite facebook.com/HelloBetterHealth. Fragen und Gedanken, die Dir seit Tagen im Kopf kreisen, kannst Du hier stellen. Sende bei Interesse eine E-Mail an qa@hellobetter.de mit dem Betreff „Live-Sprechstunde“. Dann wirst Du per E-Mail informiert, wann die Sprechstunden jeweils stattfinden.

Tel.: 0800 000 95 54
Zur Facebook-Gruppe „zusammenzuhause“ >>
Zur HelloBetter-Website >>

 

(Kostenlose) Online-Programme und Apps

 

1. KrisenKompass – Notfallkoffer für Krisensituationen

Der KrisenKompass ist eine Handy-App, die dank ihrer Funktionsweise eine Art Notfallkoffer für Krisensituationen ist. Mit verschiedenen Rubriken, z.B. mit der Tagebuchfunktion und mit persönlichen Archiven, um positive Gedanken oder beispielsweise Fotos, Erinnerungen oder Lieder zu speichern, kann ein ganz persönliches Rüstzeug für schlechte Momente gepackt werden. Darüber hinaus gibt es Materialien, die in Krisensituationen hilfreich sind, Hinweise zu beruhigenden Techniken, sowie direkte Kontaktmöglichkeiten zur TelefonSeelsorge und anderen professionellen Anlaufstellen.

Zum KrisenKompass >>

 

2. IFightDepression Tool

Die Depressionshilfe stellt ihr Online-Programm iFightDepression zur Strukturierung des Alltags nun aufgrund der Corona-Krise Betroffenen für sechs Wochen ohne Einschränkungen zur Verfügung. Das Selbstmanagement-Programm unterstützt Menschen mit leichteren Depressions¬formen ab 15 Jahren beim eigenständigen Umgang mit den Symptomen einer Depression und gibt praktische Hinweise für den Alltag. Durch Übungen lernst Du zum Beispiel, den Tag zu strukturieren und negative Gedankenkreise zu durchbrechen. Das Programm ist derzeit in zwölf Sprachen verfügbar. Du kannst Dich formlos über die E-Mail-Adresse ifightdepression@deutsche-depressionshilfe.de für das Programm anmelden und wirst innerhalb von 24 Stunden freigeschaltet.

Zum IFightDepression Tool >>

 

3. StudiCare
„StudiCare“, das Online-Tool zur Selbsthilfe, bietet direkt auf Studierende zugeschnittene, kostenlose Trainings zur Stressbewältigung an.

Zu StudiCare >>

 

4. Dein Masterplan

Das Portal „Dein Masterplan“ bietet Studierenden eine persönliche, kostenlose Online-Beratung und ein interaktives Training zur Bewältigung von Ängsten, Blockaden oder Motivationsproblemen im Studium.

Zu Dein Masterplan >>

Schreibtisch statt Stabi

Zuhause lernen ist doch am Schönsten? Von wegen. Zwar sitzt der Schlafanzug perfekt, du hast den Kühlschrank immer in Reichweite und für die Lernpause hält Netflix deine Lieblingsserie parat. Bedeutet: Alles, was ablenkt, ist nur eine Armlänge entfernt. Besonders verlockend, wenn du ohnehin gerade womöglich am Sinn deines Studiums zweifelst. Blöd: Die Einsamkeit am Schreibtisch kannst du zurzeit auch nicht gegen Lernen in Gesellschaft in der Institutsbibliothek oder in der Stabi tauschen. shift hat ein paar Tipps für dich, wie es mit dem Lernen zuhause dennoch klappt.

1. Auf dem Weg ins Lern-Büro

Versuch doch einmal, deine Lernsessions wie einen Job anzugehen – gewissermaßen Lernen im Home-Office. Würdest du bei deinem Job in Jogginghose aufschlagen? Eher nicht. Das ist auch gut so. Psycholog/innen wissen: Wie du dich kleidest beeinflusst deine Motivation. Schlunzklamotten verleiten dich daher auch eher zum mentalen Schlunzen. Zieh dir lieber an, worin du dich auch an der Uni wohlfühlst, wenn du einen langen Seminartag vor dir hast. Und simuliere doch einfach mal den Weg zur Uni: Raus zur Tür, runter zur Mülltonne oder in die Waschküche und dann wieder rauf – direkt an deinen Schreibtisch.

2. Häppchenweise zum Ziel

Wenn deine Hausarbeit oder die Präsentation fürs Online-Seminar schon länger rumliegt, ist es eher unwahrscheinlich, dass du sie plötzlich in einer Hauruck-Aktion an einem Stück wegschaffst. Wochen- oder Tagesziele und To-Do-Listen helfen dir dabei den Überblick zu behalten. Ein Plan über die nächsten Schritte wird das gefühlte Matterhorn an Arbeit sicher nicht in die norddeutsche Tiefebene verwandeln. Aber ein übersichtliches Mittelgebirge ist auf jeden Fall möglich. Und: Ob du mit deiner Lieblingsaufgabe oder etwa einer ungeliebten Recherche beginnst, ist wurscht. Hauptsache, du fängst an.

3. Jetzt nicht!

Wenn ständig Whatsapp dingelt, das Mobiltelefon klingelt oder Mails aufploppen, kommst du nicht ins Arbeiten. Darum: Smartphone auf Flugmodus, Benachrichtigungstöne auf dem Rechner aus, „Nicht-stören-Schild“ an die Tür. Und los geht’s.

4. Pause machen

Regelmäßige Pausen helfen dir, dich auch über längere Lern- oder Arbeitseinheiten hinweg zu konzentrieren. Dabei kann dir die Pomodoro-Technik weiterhelfen: Nach 25 Minuten konzentrierter Arbeit erlaubst du dir eine Pause von fünf Minuten. Nach jeweils vier kurzen Pausen hast du dir eine längere Pause von zwanzig Minuten verdient. In deinen Pausen kannst du machen, was du willst. Einzige Bedingung: Setz dich nach der Pause pünktlich wieder an deinen Arbeitsplatz.

5. In Bewegung bleiben

Spazieren gehen, Rad fahren, Inline skaten – noch ist all das trotz Kontaktsperre erlaubt. Und wichtig – Bewegung hilft dir sowohl beim Entspannen als auch beim Lernen. Auswendiglernen etwa klappt nachweislich besser, wenn du dabei durchs Zimmer gehst oder eben am Kanal entlangspazierst; aktive Kurzpausen mit Yoga-Asanas oder einem Tänzchen zu deiner Lieblingsmusik bringen deinen Kreislauf und deine Durchblutung auf Trab und machen dein Hirn fit für die nächste Lerneinheit. Bewegungslose Zeit auf dem Stuhl kannst du zudem mit Videos des Projekts Smart Moving verkürzen:

6. Digitale Lerngruppen

Auf die Dauer kann alleine lernen trotz guter Planung, ausreichender Pausen und Erholungszeiten zermürben. Im digitalen Zeitalter kannst du jedoch zumindest Lerngruppen online simulieren. Von Sykpe bis Zoom gibt es jede Menge Plattformen, auf denen du dich mit mehreren Kommiliton/innen gleichzeitig austauschen kannst. Und da die gemeinsame Lernpause im Café bis auf weiteres ja ausfällt: Schalte dich online von Sofa zu Sofa mit deinen Mitlerner/innen zusammen!

BITTE BEACHTE:

Wenn die aktuelle Situation dir Angst macht, du konkrete Fragen zu Prüfungsleistungen und Studienfinanzierung hast, dann kannst du dich zurzeit auch telefonisch ans Studierendenwerk Hamburg wenden.