Harvard-Vorlesung oder Stanford-Podcast – bilde Dich kostenlos weiter!

Der Hörsaal bleibt leer. An Vorlesungen kannst Du trotzdem teilnehmen. Weiterbildung gibt’s außerdem auf folgenden Websites viel, kostenlos und auf hohem Niveau:

>> Die Seite www.online-vorlesungen.de bietet eine Auswahl digitalisierter Vorlesungen verschiedener Hochschulen, Institute und Fern-Unis nach Fachgebieten sortiert an. Hier kannst Du nach Lust und Laune im Sinne des Studium Generale in andere Bereiche hineinschnuppern.

>> Nicht nur die Uni Hamburg, sondern viele andere Universitäten und Hochschulen bieten kostenfreie Vorlesungen, Videos, Podcasts und Präsentationen an, z. B.:

>> Hättest Du es gerne einen Tick internationaler? Besuche doch Yale, Harvard oder Cambridge – online geht das z.B. auf folgenden Seiten:

Schreibzentrum: Digitales „Weekly Write-in“

Dieses Semester ist alles anders! Du möchtest Deine Hausarbeit(en) stressfrei schreiben? Du möchtest konzentriert und diszipliniert an Deiner Abschlussarbeit arbeiten? Dann mach mit bei den digitalen, wöchentlichen Write-In-Treffen der Uni Hamburg. Damit Du zu Hause strukturiert schreiben kannst, begleitet das Schreibzentrum Dich und andere Studierende im Online-Schreibraum. Die Weekly Write-ins mittwochs und donnerstags ziehen dafür von der Schlüterstraße und dem Ü35 vorübergehend in einen Schreibraum der Plattform Olat. Dabei bleibt es bei den regulären Write-in-Zeiten. Komm online vorbei und schreib das „Ding“ fertig!

Interessiert?! Mehr Infos findest Du hier.

Termin: Jeden Mittwoch, 10–12 Uhr, und jeden Donnerstag, 10–12 Uhr, online auf der Plattform Olat, alle Angebote des Schreibzentrums  findest Du dort im übergeordneten Kurs „Schreibzentrum“

Teilnahme: kostenlos, für Studierende der Uni Hamburg

Veranstalter: Schreibzentrum der Uni Hamburg

Online-Infostunde: „Deine Chance im Handwerk“

Dein Wunschberuf liegt irgendwo im Handwerk verborgen? Vergolder/in, Bootsbauer/in, Dachdecker/in, Metallbauer/in, Raumausstatter/in oder einer der 125 weiteren Ausbildungsberufe? Dann ist die Infostunde der Ausbildungsvermittlung genau das Richtige für Dich. Die Veranstaltung findet ab sofort online statt. Nimm ganz einfach von zu Hause mit dem Computer oder am Smartphone teil. Die Veranstaltung eignet sich hervorragend für alle, die zum Ausbildungsstart im Sommer / Herbst 2020 eine Lehrstelle finden wollen.

Interessiert?! Mehr Infos findest Du hier.

Termin: Jeden Mittwoch, 15-16 Uhr, online

Teilnahme: kostenlos, online-Anmeldung per E-Mail

Veranstalter: Ausbildungsvermittlung der Handwerkskammer Hamburg

 

Online-Modulreihe: „Fit für die Bewerbung im Handwerk“

Du möchtest Dich im Handwerk bewerben? Prima! Dann lass Dich in der Online-Reihe der Handwerkskammer Hamburg in acht Modulen für Deine Bewerbung fit machen! In kurzen Einheiten werden die wichtigsten Themen einfach erklärt. Von der Stellenrecherche, über die Gestaltung der Bewerbungsunterlagen bis hin zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch bleibt kein Thema unbeleuchtet.

Die Module dauern jeweils ca. 20 Minuten und können kostenlos besucht werden. Jedes Modul wird an sechs unterschiedlichen Terminen angeboten. Wenn Du mindestens sechs der acht Module absolviert hast, erhältst Du ein eigenes Zertifikat der INa-Ausbildungsvermittlung. Dieses Zertifikat kann eine optimale Ergänzung Deiner Bewerbungsunterlagen sein. Voraussetzung für die Teilnahme an den online-Modulen ist ein Computer oder Smartphone mit Internetzugang und die vorherige Anmeldung.

Interessiert?! Mehr Infos findest Du hier.

Termin: Verschiedene Termine im April und Mai (siehe im jeweiligen Modul-Anmeldungslink), online-Veranstaltung

Teilnahme: kostenlos, online-Anmeldung per E-Mail

Veranstalter: Ausbildungsvermittlung der Handwerkskammer Hamburg

Notfall-Krisen-Kit: Kennst Du diese Hilfsangebote und Online-Tools?

Der Alltag bricht weg, Routinen lösen sich in Luft auf, Deine Bezugspersonen fehlen Dir. Vielleicht leidest Du an einer psychischen Erkrankung und hast es momentan besonders schwer. In Zeiten von Quarantäne und häuslicher Isolation gilt es in jedem Fall, besonders auf Dich und Deine Mitmenschen aufzupassen. Folgende telefonischen Angebote und nützlichen online-Tools können nun helfen. Care & share!

 

 Telefonische Hilfsangebote

 

1. Studentische Seelsorge Hamburg

Probleme im Studium, Liebeskummer, Einsamkeit: Die Themen, mit denen sich Menschen bei der Studentischen TelefonSeelsorge der Evangelischen Studierendengemeinde Hamburg melden, sind vielfältig. Insgesamt stehen rund 40 geschulte Student/innen aller Fachrichtungen Hilfesuchenden anonym zur Seite. Ruf an!

Tel.: 040 411 70 411
Zur studentischen Seelsorge Hamburg >>

 

2. Telefonseelsorge der Diakonie Hamburg

Die Telefonseelsorge der Diakonie ist in der aktuellen Situation immer erreichbar. Ob Kummer, Einsamkeit, Depressionen, Krankheit, Trauer oder Ärger – hier findest Du ein offenes Ohr für alle Themen. Du kannst Dich anonym melden. Außerdem sind alle Anrufe immer kostenlos. Mailberatung sowie Chatberatung sind über die Website ebenfalls möglich.

Tel.: 0800 11 10 111
Zur Telefonseelsorge der Diakonie Hamburg >>

 

3. Telefonseelsorge der Caritas Hamburg

Die TelefonSeelsorge der Caritas bietet allen Ratsuchenden das vertrauensvolle und anonyme Gespräch mit geschulten Ehrenamtlichen an, unabhängig von Glaube oder Weltanschauung. Mailberatung sowie Chatberatung sind über die Website möglich.

Tel.: 0800 11 10 222
Zur Telefonseelsorge der Caritas Hamburg >>

 

4. Internetseelsorge Hamburg

Die Onlineberatung bietet eine Kontaktmöglichkeit virtueller Art. Wenn Du Deine Sorgen oder Gedanken teilen möchten, stehen Dir an dieser Stelle qualifizierte und erfahrene Berater/innen unterstützend zur Seite. Mailberatung sowie Chatberatung sind über die Website auch möglich.

Zur Internetseelsorge Hamburg >>

 

5. Muslimische Seelsorge

Die Muslimische Seelsorge richtet sich gezielt an die türkische Gemeinschaft. Geschultes Personal hört Dir verständnisvoll zu und unterstützt Dich bei der Suche nach einem individuellen Ausweg. Du kannst Dich anonym melden, alle Angelegenheiten werden vertraulich behandelt. Die Hotline ist 24 Stunden täglich besetzt und immer dienstags gibt es auch eine türkischsprachige Beratung.

Tel.: 030 443509821
Zur muslimischen Seelsorge >>

 

6. Deutsche Depressionshilfe

Das bundesweite Info-Telefon Depression bietet Betroffenen und Angehörigen Krankheits- und behandlungsbezogene Informationen und weist den Weg zu Anlaufstellen im Versorgungssystem. Das Info-Telefon Depression ist kostenfrei.

Tel.: 0800 33 44 533
Zur Depressionshilfe >>

 

7. Sucht- und Drogennotdienst

Die Mitarbeiter/innen der Sucht- und Drogennotdienst stehen zur telefonischen Beratung und Betreuung in Notfallsituationen zur Verfügung – und zwar 24 Stunden durchgehend.

Tel.: 030 19237
Zum Sucht- und Drogennotdienst >>

 

8. Sozialpsychiatrischer Dienst Hamburg-Mitte
Zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sozialpsychiatrischen Dienste gehören Ärzt/innen, Sozialarbeiter/innen und Psycholog/innen, die Menschen mit einer psychischen Erkrankung, einer Suchterkrankung oder geistigen Behinderung Hilfe anbieten.

Tel.: 040 428 54 47 41, 040 428 54 46 83
Zum sozialpsychiatrischen Dienst >>

 

9. HelloBetter – #zusammenzuhause

Das Institut für Online-Gesundheitstrainings „HelloBetter“ bietet aktuell eine Hotline für Hilfesuchende an, die im Zusammenhang mit der Corona-Krise eine akute psychische Belastung erleben und dringend Unterstützung benötigen. Psycholog/innen beantworten Fragen, bieten Orientierung und geben Auskunft zu weiterführenden Hilfsangeboten.
Zusätzlich startet „HelloBetter“ ab kommender Woche eine regelmäßige frei zugängliche Video-Sprechstunden mit PsychologInnen via Facebook Live auf der Facebookseite facebook.com/HelloBetterHealth. Fragen und Gedanken, die Dir seit Tagen im Kopf kreisen, kannst Du hier stellen. Sende bei Interesse eine E-Mail an qa@hellobetter.de mit dem Betreff „Live-Sprechstunde“. Dann wirst Du per E-Mail informiert, wann die Sprechstunden jeweils stattfinden.

Tel.: 0800 000 95 54
Zur Facebook-Gruppe „zusammenzuhause“ >>
Zur HelloBetter-Website >>

 

(Kostenlose) Online-Programme und Apps

 

1. KrisenKompass – Notfallkoffer für Krisensituationen

Der KrisenKompass ist eine Handy-App, die dank ihrer Funktionsweise eine Art Notfallkoffer für Krisensituationen ist. Mit verschiedenen Rubriken, z.B. mit der Tagebuchfunktion und mit persönlichen Archiven, um positive Gedanken oder beispielsweise Fotos, Erinnerungen oder Lieder zu speichern, kann ein ganz persönliches Rüstzeug für schlechte Momente gepackt werden. Darüber hinaus gibt es Materialien, die in Krisensituationen hilfreich sind, Hinweise zu beruhigenden Techniken, sowie direkte Kontaktmöglichkeiten zur TelefonSeelsorge und anderen professionellen Anlaufstellen.

Zum KrisenKompass >>

 

2. IFightDepression Tool

Die Depressionshilfe stellt ihr Online-Programm iFightDepression zur Strukturierung des Alltags nun aufgrund der Corona-Krise Betroffenen für sechs Wochen ohne Einschränkungen zur Verfügung. Das Selbstmanagement-Programm unterstützt Menschen mit leichteren Depressions¬formen ab 15 Jahren beim eigenständigen Umgang mit den Symptomen einer Depression und gibt praktische Hinweise für den Alltag. Durch Übungen lernst Du zum Beispiel, den Tag zu strukturieren und negative Gedankenkreise zu durchbrechen. Das Programm ist derzeit in zwölf Sprachen verfügbar. Du kannst Dich formlos über die E-Mail-Adresse ifightdepression@deutsche-depressionshilfe.de für das Programm anmelden und wirst innerhalb von 24 Stunden freigeschaltet.

Zum IFightDepression Tool >>

 

3. StudiCare
„StudiCare“, das Online-Tool zur Selbsthilfe, bietet direkt auf Studierende zugeschnittene, kostenlose Trainings zur Stressbewältigung an.

Zu StudiCare >>

 

4. Dein Masterplan

Das Portal „Dein Masterplan“ bietet Studierenden eine persönliche, kostenlose Online-Beratung und ein interaktives Training zur Bewältigung von Ängsten, Blockaden oder Motivationsproblemen im Studium.

Zu Dein Masterplan >>

Schreibtisch statt Stabi

Zuhause lernen ist doch am Schönsten? Von wegen. Zwar sitzt der Schlafanzug perfekt, du hast den Kühlschrank immer in Reichweite und für die Lernpause hält Netflix deine Lieblingsserie parat. Bedeutet: Alles, was ablenkt, ist nur eine Armlänge entfernt. Besonders verlockend, wenn du ohnehin gerade womöglich am Sinn deines Studiums zweifelst. Blöd: Die Einsamkeit am Schreibtisch kannst du zurzeit auch nicht gegen Lernen in Gesellschaft in der Institutsbibliothek oder in der Stabi tauschen. shift hat ein paar Tipps für dich, wie es mit dem Lernen zuhause dennoch klappt.

1. Auf dem Weg ins Lern-Büro

Versuch doch einmal, deine Lernsessions wie einen Job anzugehen – gewissermaßen Lernen im Home-Office. Würdest du bei deinem Job in Jogginghose aufschlagen? Eher nicht. Das ist auch gut so. Psycholog/innen wissen: Wie du dich kleidest beeinflusst deine Motivation. Schlunzklamotten verleiten dich daher auch eher zum mentalen Schlunzen. Zieh dir lieber an, worin du dich auch an der Uni wohlfühlst, wenn du einen langen Seminartag vor dir hast. Und simuliere doch einfach mal den Weg zur Uni: Raus zur Tür, runter zur Mülltonne oder in die Waschküche und dann wieder rauf – direkt an deinen Schreibtisch.

2. Häppchenweise zum Ziel

Wenn deine Hausarbeit oder die Präsentation fürs Online-Seminar schon länger rumliegt, ist es eher unwahrscheinlich, dass du sie plötzlich in einer Hauruck-Aktion an einem Stück wegschaffst. Wochen- oder Tagesziele und To-Do-Listen helfen dir dabei den Überblick zu behalten. Ein Plan über die nächsten Schritte wird das gefühlte Matterhorn an Arbeit sicher nicht in die norddeutsche Tiefebene verwandeln. Aber ein übersichtliches Mittelgebirge ist auf jeden Fall möglich. Und: Ob du mit deiner Lieblingsaufgabe oder etwa einer ungeliebten Recherche beginnst, ist wurscht. Hauptsache, du fängst an.

3. Jetzt nicht!

Wenn ständig Whatsapp dingelt, das Mobiltelefon klingelt oder Mails aufploppen, kommst du nicht ins Arbeiten. Darum: Smartphone auf Flugmodus, Benachrichtigungstöne auf dem Rechner aus, „Nicht-stören-Schild“ an die Tür. Und los geht’s.

4. Pause machen

Regelmäßige Pausen helfen dir, dich auch über längere Lern- oder Arbeitseinheiten hinweg zu konzentrieren. Dabei kann dir die Pomodoro-Technik weiterhelfen: Nach 25 Minuten konzentrierter Arbeit erlaubst du dir eine Pause von fünf Minuten. Nach jeweils vier kurzen Pausen hast du dir eine längere Pause von zwanzig Minuten verdient. In deinen Pausen kannst du machen, was du willst. Einzige Bedingung: Setz dich nach der Pause pünktlich wieder an deinen Arbeitsplatz.

5. In Bewegung bleiben

Spazieren gehen, Rad fahren, Inline skaten – noch ist all das trotz Kontaktsperre erlaubt. Und wichtig – Bewegung hilft dir sowohl beim Entspannen als auch beim Lernen. Auswendiglernen etwa klappt nachweislich besser, wenn du dabei durchs Zimmer gehst oder eben am Kanal entlangspazierst; aktive Kurzpausen mit Yoga-Asanas oder einem Tänzchen zu deiner Lieblingsmusik bringen deinen Kreislauf und deine Durchblutung auf Trab und machen dein Hirn fit für die nächste Lerneinheit. Bewegungslose Zeit auf dem Stuhl kannst du zudem mit Videos des Projekts Smart Moving verkürzen:

6. Digitale Lerngruppen

Auf die Dauer kann alleine lernen trotz guter Planung, ausreichender Pausen und Erholungszeiten zermürben. Im digitalen Zeitalter kannst du jedoch zumindest Lerngruppen online simulieren. Von Sykpe bis Zoom gibt es jede Menge Plattformen, auf denen du dich mit mehreren Kommiliton/innen gleichzeitig austauschen kannst. Und da die gemeinsame Lernpause im Café bis auf weiteres ja ausfällt: Schalte dich online von Sofa zu Sofa mit deinen Mitlerner/innen zusammen!

BITTE BEACHTE:

Wenn die aktuelle Situation dir Angst macht, du konkrete Fragen zu Prüfungsleistungen und Studienfinanzierung hast, dann kannst du dich zurzeit auch telefonisch ans Studierendenwerk Hamburg wenden.

Einfach machen: 15 ungewöhnliche Methoden, um weniger zu grübeln

Studium abbrechen? Was werden Mama und Papa dazu sagen? Und was passiert mit dem Bafög? Dann doch die Uni durchziehen? Oder vielleicht doch noch für eine Ausbildung bewerben? Haben Studienaussteiger/innen überhaupt Chancen? Wie wäre es mit einem Fachwechsel? (…)

Kennst du das? Dein Gedankenkarussell dreht sich wild, du selbst fühlst dich allerdings komplett gelähmt. Du findest keinen Anfang. Aber auch kein Ende. Wir sagen: Stopp! Stopp mit diesem Kopfchaos! Wir laden dich ein, weniger zu grübeln und einfach zu machen. Mit 15 ungewöhnlichen Methoden und Übungen schenken wir dir einen Werkzeugkasten gegen das Gedankenchaos. Frei nach dem Motto: Gedanken zähmen für Einsteiger.

 

  1. Der Anti-Grübel-Vertrag

Setze einen Anti-Grübel-Vertrag mit dir selbst auf. Darauf kann zum Beispiel stehen: „Ich, Claudia Musterfrau, beschließe hiermit fröhlich und feierlich, ab heute, den 1. Januar 2020, weniger zu grübeln und einfach zu machen, in guten wie in schlechten Tagen.“ Unterschreibe deinen Vertrag und hänge ihn an einen Ort, wo du ihn gut und regelmäßig sehen kannst. Allein der Anblick und dein „offizieller“ Beschluss werden dich tagtäglich daran erinnern, dein Gedankenchaos mit den erlernten Methoden regelmäßig zu hinterfragen.

 

  1. Die Zehen-Wackel-Methode

Weiterstudieren? Ja? Nein? Jein? Vielleicht? Deine Gedanken drehen sich im Kreis und lassen sich nur schwer kontrollieren? Eine absolut simple Methode, das Grübeln zu stoppen: Wackle mit den beiden großen Zehen. Ja, du hast richtig gelesen. Zahlreiche Menschen machen das bereits unbewusst in belastenden Situationen. Wozu das gut sein soll? Um die Zehen zu bewegen, muss dein Gehirn etwas von seiner durch den Gedankenkreislauf geblockten Energie abzweigen. Außerdem wird durch die Zehenbewegung die Muskelanspannung gelöst. Kurzum: Das Zehengewackle bewirkt eine psychische und physische Entspannung. Devise: Nicht die Gedanken, sondern die Zehen kreisen lassen.

 

  1. Der zehn Minuten-Trick

Der zehn-Minuten-Trick ist eine höchstwirksame psychologische List! Schreibe dir die drei wichtigsten unerledigten Aufgaben auf, vor denen du dich seit Wochen drückst. Zum Beispiel: Deine Hausarbeit schreiben, den Bafög-Antrag fertigstellen, nach einem Praktikums- oder Ausbildungsplatz suchen, oder, oder, oder. Wähle nun eine Aufgabe aus und beschäftige dich zehn Minuten lang ausschließlich mit der Aufgabe. Fertig. Das klingt vielleicht unspektakulär. Denn was sind schon zehn Minuten? Zehn Minuten sind kurz, das sieht selbst dein innerer Schweinehund ein. Das ist auch der Clou an diesem Trick: Du schaffst es, anzufangen. Wenn du jetzt schon dabei bist, kommst du meistens richtig in Schwung. Schwer ist ja oft nur der Anfang. Wichtig: Hast du nach zehn Minuten wirklich keine Lust mehr weiterzumachen, dann zwinge dich nicht dazu. Sonst klappt der Trick nächstes Mal nicht mehr. Schließlich ist der Deal: zehn Minuten!

 

  1. Kurzmeditation für Eilige

„Ich muss noch … erledigen!“, „Ich habe … vergessen!“, „Ich mache mir Sorgen, dass…“, „Das habe ich nicht gut genug gemacht!“ Hast du diesen einen Gedanken, der dich wie ein Folterknecht schon den ganzen Tag quält? Wie wäre es mit einer Kurzmeditation? Gehe auf pixelthoughts.co und gib dort deinen Grübel-Gedanken ein. Schau den kurzen Animationsfilm an. Wir wetten mit dir: Innerhalb einer Minute bist du den Missetäter los.

 

  1. Mülltrennung: Der freundliche Denker

Du hast einen hartnäckigen Gedanken, der dich immer wieder heimsucht. Schmeiß ihn bewusst in die Tonne. Die Mülltrennungs-Methode läuft so: Stelle dir vor, da stehen fünf Mülltonnen. Gib ihnen Namen. Die Tonnen können heißen: Sabotage-Sondermüll, destruktiver Gedanken-Restmüll, altes Familiengemüse, traurige Erinnerungen, gemischter Unfrieden aller Art. Du kannst dir natürlich aus selber Namen für deine Mülltonnen überlegen. Schmeiße nun deine negativen Gedanken weg. Dabei sortierst du deinen Kopf-Müll und trennst ihn, Tonne für Tonne. Vergiss den Deckel am Schluss nicht!

 

  1. Das Schlecht-über-mich-denken-Glas

Kennst du das? Du hast eine Aufgabe. Du denkst an diese Aufgabe. Du kommst nicht zu Potte. Du machst dich schlecht. Und die Aufgabe: Die gehst du trotzdem nicht an. Dann, kurz vor Schluss, rockst du das Ding in lächerlichen fünf Minuten. Die Frage ist doch: Was hättest du in der ganzen Grübel-Zeit nur Tolles anstellen können? Um dich für diese Problematik zu sensibilisieren, kannst du ein Schlecht-über-mich-denken-Glas einführen: Für jeden schlechten Gedanken, mit dem du dich fertig machst, weil du noch etwas erledigen musst, wandern 50 Cent in dieses „Dunkle-Gedanken-Glas“. Schaue dir das Glas am Ende des Tages an. Ist es voll oder ist es leer? Überlege dir, was du in Zukunft mit dem Geld und deiner „Dunklen-Gedanken-Zeit“ anfangen möchtest.

 

  1. Drei-gute-Dinge-des-Tages

Gedanken lassen sich trainieren. Auch die guten! Wie legst du den Fokus auf die positiven Seiten des Lebens? Ganz einfach: Während des Tages sammelst du gedanklich all die schönen Momente und positiven Erkenntnisse, um dann abends die „Top-3-guten-Dinge-des-Tages“ auf einen Zettel zu schreiben und mit diesen Gedanken dann schlafen zu gehen.

 

  1. Der Stopp-Trick

Grübeln ist meist eine enorm selbstkritische Reflexion. Es fokussiert sich auf Vergangenes, Defizite, Fehler und Negatives. Das unterscheidet das Grübeln vom lösungs- und handlungsorientierten Denken. Mit dem Stopp-Trick kannst du das Negativ-Denken frühzeitig verhindern. Immer wenn ein schlechter Gedanke aufploppt und du anfängst zu grübeln, sagst du STOPP! Eine erweiterte Version der Stopp-Methode ist die „Wer spricht da?“-Übung. Wenn Gedanken seltsam anmuten, frage mit Humor: „Hallo? Stopp! Halt! Wer spricht da? Das bin nicht ich!“ Und: „Das nehme ich nicht ernst. Annahme verweigert! Ich schicke diese Gedanken gleich weiter.“

 

  1. Peripatetische Methode

Wo sich nichts rührt, kann sich nichts Neues entwickeln. Die Kreativitätsforschung ist sich darüber einig, dass Kreativität immer auch durch körperliche Bewegung in Gang und zum Fließen kommt. Schon die alten Griechen nutzten Bewegung, um den Geist auf Trab zu bringen. Die antiken Philosophen diskutierten am liebsten ihre Ideen, während sie in den schattigen Wandelgängen der Schulen auf und ab gingen. Mit dieser „peripatetischen Methode“ bewegten die Philosophen beim Spazierengehen Schritt für Schritt neue Gedankengänge. Du badest heute mal wieder in deiner Grübelsuppe? Gehe mindestens 15 Minuten an die frische Luft.

 

  1. Der Duft-Umschaltknopf

Hmm… riecht lecker. Es gibt Düfte, die erinnern an früher, an schöne Momente, manchmal sogar ganz unbewusst. Es ist sogar wissenschaftlich erwiesen, dass Gerüche Handlungen, Stimmungen und Emotionen beeinflussen. Und einmal herausgefunden, was dir guttut, welcher Duft dich derart berührt, besitzt du im wahrsten Sinne des Wortes einen duften Umschaltknopf in sämtlichen Stresssituationen. Also gehe der Frage nach, welcher Geruch dich beruhigt und entspannt. Der Duft von Lavendel? Der Geruch von Lebkuchen? Außerdem: Welche Aromen beleben und aktivieren dich? Hast du es herausgefunden? Dann nutze diese Wunderwaffe und belebe dich in „schwachen“ Momenten.

 

  1. Die doppelte-Atem-Entspannung

„Wie spät ist es? Es ist genau jetzt.“ Entspann dich! Mach dich locker mit dieser einfachen Atemübung: Atme etwa doppelt so lange aus wie ein. Wenn du beispielsweise fünf Sekunden lang einatmest, versuche, deine Ausatmung zehn Sekunden in die Länge zu ziehen. Einfach bewusst sehr langsam ausatmen. Das entspannt ungemein.

 

  1. Der Routine-Brecher

„Mache jeden Tag etwas, wovor Du Angst hast“, sagte einst Eleanor Roosevelt. Ein guter Rat. Pflege den kleinen Rebellen in dir. Brich bewusst deine Routinen! Damit brichst du auch deine negativen Denkmuster und Aktivitäten. Du trinkst gerne gemütlich im Bett Kaffee? Stell dich einfach mal ans Fenster mit deiner Tasse. Du gehst immer den gleichen Weg zur Arbeit? Nimm den etwas längeren Weg durch den Park! Du spazierst nach der Vorlesung immer gleich nach Hause? Setze dich heute eine Stunde in die Uni-Bib! Die Gedanken werden sich verändern, die kreativen Ideen häufen – wetten?

 

  1. Die Countdown-Methode

Auch eine Möglichkeit, um den Grübelprozess zu bremsen: Lasse ihn ganz bewusst für einen definierten Zeitraum zu. Also erst gar nicht versuchen, ihn zu unterbinden. Stelle einen Wecker oder die Timerfunktion deines Smartphones auf genau fünf Minuten. Beschäftige dich dann in Gedanken bewusst mit dem Ereignis bzw. das Thema, das in deinem Kopf kreist. Nach Ablauf der Zeit stellst du dir folgende Fragen: Habe ich neue Erkenntnisse gewonnen? (Wenn ja, welche?) Ist mir etwas klarer geworden? (Was genau?) Geht es mir jetzt besser? Auch wenn du alle Fragen mit Nein beantwortest – macht nichts! Das bewusst zeitbegrenzte, intensive Grübeln und das nachfolgende Reflektieren führen oft zu einem neuen Zugang oder einer Distanzierung deiner negativen Gedanken. Das wiederum erleichtert die Unterbrechung des Gedankenkreislaufs.

 

  1. Perfekt imperfekt

Fehler entdeckt? Das muss so! Du leidest unter einem „inneren Perfektionisten“?  Übe dich darin, kleine Dinge in aller Einfachheit abzuschließen. Sage öfters einmal: „Das ist jetzt so fertig. In dieser Form ist diese Sache für hier und heute abgeschlossen.“

 

  1. Die Torhüter-Übung

Diese Methode geht auf den Mönch Evagrius Ponticus zurück. Für viele Menschen ist die Torhüter-Übung bei Grübelzwängen unheimlich entlastend. Stelle dir vor, (negative) Gedanken seien wie Gäste, die an deine „Tür“ klopfen und um Einlass bitten. Du selbst bist dabei quasi der Türhüter, der die anklopfenden Gedanken befragt, was sie dir denn mitzuteilen haben. Frage dich: Welches Gefühl verbirgt sich hinter dem Grübelgedanken? Welches (unerfüllte) Bedürfnis? Welche Sehnsucht? Sprich: Was will dir ein Gedanke sagen, warum und wozu ist er da? Was ist seine Funktion und damit sein Sinn? Auch wenn du negative Gedanken nun einfach nicht „hereinlässt“, hast du diese doch ernst genommen und den in ihnen verborgenen Sinn erkannt.

 

 

 

 

 

 

 

Gute Aussichten: BTA statt Wetter

Merle Wolpert hatte klare Vorstellungen davon, wie es nach der Schule weitergehen sollte: Sie verwirklichte ihren Kindertraum und studierte Meteorologie. Schon bald zogen jedoch dunkle Wolken auf. Statt sich im Nebel zu verlieren, sorgte Merle tatkräftig für den Abzug des Tiefdruckgebiets: Sie stellte ihre Studienentscheidung selbstkritisch auf den Prüfstand – und entschied sich für eine Ausbildung zur Biologisch-technischen Assistentin (BTA). Seitdem strahlt ihr Himmel wieder blau.

 

Über den Schatten springen

Ihren Studienversuch bereut Merle Wolpert nicht: „Meteorologie hat mich schon als Kind interessiert, darum habe ich gleich nach der Schule mit der Uni losgelegt“, erzählt sie. „Es hat mir auch tatsächlich irre Spaß gemacht.“ Ihr wurde dennoch schnell klar: Der berufliche Alltag später passt nicht zu ihr. „Meteorologie bedeutet, viele Daten auszuwerten. Ich kann mir für mich aber nicht vorstellen, den ganzen Tag am Computer zu sitzen und Wettermodelle zu berechnen.“ Nach drei Semestern beschließt sie, aus dem Studium auszusteigen. Leicht fiel ihr diese Entscheidung nicht: „Was ich anfange, möchte ich auch zu Ende bringen. Und wenn man ein Studium beginnt, geht man ja nicht davon aus, dass man es abbricht. Sondern denkt: Das ziehe ich durch!“ Dass sie sich dennoch gegen das Durchziehen entscheiden konnte, sieht Merle Wolpert daher auch als persönliche Lernerfahrung. „Vorher hab ich auch immer gedacht: Warum brechen Leute ihr Studium ab? Haben die sich nicht vorher gut überlegt, was sie wollen? Inzwischen weiß ich aus eigener Erfahrung: Man kann vorher nicht alles wissen!“.

 

With a little Help

Merles Familie und Freunde unterstützen sie auf der Suche nach einer Alternative zum Studium: „Alle in meinem Umfeld haben die Entscheidung toll aufgenommen und mir geholfen, dann das Richtige zu finden.“ Dass es in Richtung Biologie und Chemie gehen soll, wird Merle schnell klar. Wie der nächste Ausbildungsschritt aussehen soll, bleibt jedoch erst einmal unklar. Nochmal Uni? Ausbildung? Und wenn ja, welche? Der entscheidende Tipp kommt von Merles Mutter. „Über den Kontakt zu einer Freundin wusste sie von dem Berufsbild. Sie hat mir dann geholfen, Infos zur Ausbildung zu finden. Als die Idee BTA-Ausbildung geboren war, ging es dann auch recht schnell ans Bewerben“, berichtet Merle.

 

Du zweifelst an deinem Studium? Merles Tipp für dich:

„Ich würde hinterfragen: Woher kommen die Zweifel? Komme ich inhaltlich mit, aber es interessiert mich nicht? Komme ich nicht mit, könnte es aber mit Nachhilfe schaffen? Dann muss man ja auch nicht gleich abbrechen. Oder ist es wirklich so, dass ich den Stoff einfach nicht bewältigen kann? Da muss man genau hingucken. Auf jeden Fall die Zweifel ernst nehmen! Bloß nicht beiseiteschieben und hoffen, das wird schon.“

 

Die Chemie stimmt

Ihre Ausbildung zur BTA absolviert Merle Wolpert jetzt an der School of Life Science Hamburg. Ausschlaggebend für ihre Entscheidung: die Atmosphäre, die sie beim Probetag aufsaugen konnte. „Ich hatte schon die Zusage einer anderen Schule. Hier an der SLS waren aber alle so nett, es hat einfach alles gepasst. Da fiel mir die Entscheidung dann leicht, meine Ausbildung hier zu beginnen.“ Besonders gefällt Merle die Mischung aus Theorie und Praxis. „Im Labor haben wir alle viel Spaß“, lacht sie. Aber auch die Theorie ist inzwischen mehr Lust als Frust. Das liegt auch am Aufbau der Ausbildung: Je drei Wochen lang widmen sich alle Schüler/innen einem Themenblock, der mit einer Klausur abgeschlossen wird. „Das ist ziemlich gut aufgebaut“, findet Merle. „Wir haben wirklich Zeit, tief in die Inhalte einzusteigen.“

 

Ist BTA was für dich? Merles Tipp:

„Wer die Ausbildung machen möchte, sollte natürlich naturwissenschaftlich interessiert sein. Englischkenntnisse schaden ebenfalls nicht. Außerdem braucht man den Willen, über die Petrischale hinauszublicken. Zu den Ausbildungsfächern gehört auch Ethik. Das ist angesichts der medizinischen Entwicklungen für die Zukunft auch echt wichtig.“

 

Am deutlichsten erlebt Merle Wolpert den Unterschied zu ihrer Uni-Zeit in der Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden. „Wir können mehr Fragen stellen und Aufgaben viel unmittelbarer mit den Lehrenden besprechen. Auch im Labor steht immer eine Lehrkraft für unsere Fragen bereit. Man fühlt sich einfach viel weniger alleingelassen“, lautet ihr Fazit. Und später? Forschung? Industrie? Krankenhaus? Mit der Entscheidung, in welche Richtung es im Berufsleben gehen soll, lässt Merle sich noch Zeit: „Ich glaube, bei der Entscheidung helfen die Praktika. Da merke ich sicher am besten, was mir Spaß bringt und was ich wirklich machen möchte.“

 

Alles zur Ausbildung an der School of Life Science Hamburg findest du hier:

https://www.schooloflifescience.de/

Bewerben mit Studienausstieg

Eigentlich kennt der Bauch längst die Wahrheit: Die Entscheidung fürs Studium stimmte doch nicht. Von der ersten Ahnung bis zum tatkräftigen Studienausstieg und einer Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz dauert es oft jedoch quälend lang. Einer der Gründe: „Damit kann ich mich doch unmöglich bewerben!“ Olga Demant, Ausbildungsverantwortliche bei der Bosch Sicherheitssysteme GmbH, sieht das anders.

 

Was denken Sie als Ausbildungsverantwortliche über die Chancen von Bewerber/innen, die aus ihrem Studium ausgestiegen sind?

Ich bin der Meinung, dass Arbeit Spaß machen sollte. Wenn man beim Studieren wirklich feststellt „Das ist nicht das Richtige für mich“ – dann ist es doch die beste Entscheidung, damit aufzuhören. Ein Beruf, mit dem man sein Leben lang unglücklich ist, nutzt niemandem.

Meine Kollegen und ich haben uns zudem intensiv mit der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt und den Bewerber/innen auseinandergesetzt. Die Bewerber/innen mit Studienausstieg gehören zur Generation Z. Die Menschen dieser Generation gehen insgesamt risikofreudiger ans Leben heran, sie sind bereit, auch mal Fehler zu machen oder Umwege zu gehen. Der perfekte Lebenslauf spielt für sie keine so große Rolle mehr.

Dazu muss man sagen: Die Rahmenbedingungen erlauben das auch. Wir haben ja zurzeit einen Bewerber/innenmarkt, sodass die Unternehmen sich verstärkt um Auszubildende bemühen müssen. Das wird zukünftig auch eher noch zunehmen.

 

Gibt es trotz Bewerber/innenmarkt „typische“ Überlegungen in Personalabteilungen oder Fragen an Studienaussteiger/innen, die sich bewerben? Und wie können diese damit umgehen?

Einen Studienausstieg sehe ich erst einmal nicht als Fehler, sondern als Chance. Wichtig ist mir nur, dass Betroffene ihre Entscheidung reflektieren und für sich bewerten. Sie sollten sich fragen: Wieso passiert mir das? Was lerne ich daraus? Natürlich werden Ausbildungsunternehmen auch fragen: „Warum haben Sie Ihr Studium nicht beendet?“ Auf solche Fragen sollten die Studienausteiger/innen schon vorbereitet sein. Je reflektierter Bewerber/innen darauf antworten können, desto ehrlicher kommt das meiner Erfahrung nach auch rüber.

 

Studien zufolge nennen Studienaussteiger/innen als einen der häufigsten Gründe Leistungsprobleme. Was können Sie aus Sicht einer Personalverantwortlichen Betroffenen mit auf den Weg geben?

Natürlich hört kein/e Personalverantwortliche/r den Satz „Ich komme mit Leistungsdruck nicht klar“ gern. Man kann aber offen im Gespräch darauf hinweisen, dass man im Laufe des Studiums festgestellt hat: Das Fach, ein Studium und die damit verbundenen Berufsaussichten passen nicht zu mir.

 

Was sollten Studienaussteiger/innen Ihrer Erfahrung nach auf jeden Fall vermeiden?

Sie sollten unbedingt irgendwie dafür sorgen, dass sie einen Abschluss bekommen. Das Berufsleben ändert sich zwar. Gerade hier in Deutschland fragen aber viele Arbeitgeber nach Abschlüssen. Es ist bei allen Bewerbungen einfach von Vorteil, wen man nicht als ungelernt dasteht.

 

Wann ist denn eigentlich der beste Zeitpunkt für Studienaussteiger/innen, sich zu bewerben?

Ich beobachte, dass Bewerbungen überwiegend erst spät, so im April und Mai, bei mir ankommen. Personalverantwortliche planen jedoch anders. Zu dem Zeitpunkt bin ich froh, wenn ich meine Ausbildungsplätze schon besetzt habe. Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte: Ich würde Studienaussteigenden raten, sich eher im Herbst und Winter zu bewerben. Wenn noch nicht ganz sicher ist, ob man wirklich aus dem Studium aussteigt, aber vielleicht schon einen Ausbildungsberuf im Blick hat: Trotzdem schon mal bewerben!

 

Du interessierst dich für eine Ausbildung bei Bosch Sicherheitssysteme GmbH?

Lies dazu auch die Geschichte von Simon Unverfärth.

 

Infos zur Ausbildung und Bewerbung findest du auch hier

https://www.bosch.de/karriere/

Erfolgreich ausgestiegen

Thore Jacobsen begeistert sich für Technik – und für das Unterrichten. Ein Lehramtsstudium mit der Fächerkombi Physik, Mathematik und Informatik schien das Richtige zu sein. Eine Zukunft als Lehrer konnte Thore sich im Laufe des Lehramtsstudiums jedoch immer weniger vorstellen. Mit seiner Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration beim IT-Trainingsdienstleister Fast Lane fühlt Thore sich nun am richtigen Platz. „Ich bin erfolgreich ausgestiegen“, sagt er über sich selbst.

 

Auf Umwegen ins Lehramtsstudium

Bevor Thore sich für das Lehramtsstudium entscheidet, hat er bereits einiges an Erfahrung gesammelt. Sein erster Abschluss als Sporttrainer und -journalist, den er in Norwegen im Rahmen einer Ausbildung erwirbt, ist in Deutschland nicht anerkannt – Thore muss sich zum ersten Mal neu orientieren. Sein Interesse für IT führt ihn an die FH Wedel; die Studienordnung führt nach der letzten Matheklausur zur Exmatrikulation. Thore kann dennoch – „als Ungelernter“, wie er sich damals beschreibt – als IT-Mitarbeiter in einer Firma anfangen. Seine Vorgesetzten schätzen seine Arbeit und bieten ihm einen Ausbildungsplatz an. Bevor es dazu kommt, wird das Unternehmen jedoch wegrationalisiert. Thore nutzt die Situation für den Einstieg ins Lehramtsstudium. „Auf der einen Seite, war es mir wichtig das zu tun, worauf ich Lust habe. Unterrichten macht mir Spaß und technische Fächer liegen mir einfach. Andererseits war es auch schon so, dass meine Mutter mich sehr in dieser Entscheidung bestärkt hat. Beides zusammen führte dann dazu, dass ich mir gesagt habe: OK, dann möchte ich Lehrer werden“, beschreibt Thore die Gründe für diese Entscheidung.

 

IT und Erwachsenenbildung

Im Studienalltag kommen Thore Zweifel an seinem Berufsziel. Er erkennt: „Das Schulsystem ist mir zu dogmatisch. Ich wünsche mir mehr Freiheit für meinen Unterricht, je nach Schulart muss ich mich aber nach starren Vorgaben richten.“ Die Entscheidung, aus dem Studium wieder auszusteigen, trifft er zügig. Leicht fällt sie ihm dennoch nicht. Das liegt vor allem an den Erwartungen der Familie. „Meine Mutter wäre sehr gern Lehrerin geworden, durfte aber nie studieren. Darum war es für mich sehr schwer, diesen Schritt verständlich zu machen.“ Geholfen hat ihm die eigene Klarheit: „Ich ziehe lieber einen Schlussstrich. Und zwar jetzt.“ Nach dem Studienausstieg ist es Thore wichtig, eine Ausbildung zu absolvieren: „Ich wollte in die Praxis und arbeiten.“ Er knüpft an seine Erfahrung im IT-Bereich an und bewirbt sich – auch bei Fast Lane in Hamburg-Bahrenfeld. Ein Probepraktikum verschafft ihm die Gewissheit, bei dem Unternehmen an der richtigen Stelle zu sein – und alle seine Talente zu nutzen. „Fast Lane ist ein IT-Schulungsunternehmen. Ich kann während der Ausbildung bereits diverse Zertifikate erwerben“, erläutert Thore. Dies würde ihm auch die Möglichkeit geben, ggf. in Zukunft als Trainer zu arbeiten. „Für mich ist das die offene Tür zurück in die Bildung – dann aber mit Erwachsenen und nicht ausgerichtet an den Erwartungen von Eltern oder den Anforderungen einer bestimmten Schulform.“

 

Ausbildung mit Eigenverantwortung

Bis dahin übernimmt Thore als Auszubildender die technische Vorbereitung für das deutschlandweite Kursaufkommen der Fast Lane. Hierbei unterstützt er Trainer/innen und Teilnehmer/innen, verkabelt Netzwerke neu, strukturiert Serverräume um und managt mit anderen Auszubildenden Inhouse-Projekte für Fast Lane, von der Planung bis zur Umsetzung. Neben den Zertifizierungskursen, die er im Rahmen seiner Ausbildung kostenfrei absolvieren kann, besucht er die Unterrichtsblöcke der Berufsschule. „Die Ausbildung lässt uns viel Spielraum für selbstverantwortliches Arbeiten“, so Thore. Das genießt er. Sein Tipp für Menschen, die starke Zweifel an ihrem Studium haben: „Verschaff dir Gewissheit, was du willst, und geh deinen Weg – je früher, desto besser. In jüngeren Jahren hat man einfach noch mehr Möglichkeiten, sich auszuprobieren. Und es ist wirklich keine Schande, das Studium abzubrechen!“