Studierst du gesund? – Erste Hilfe bei psychischen Problemen im Studium

 

Viele Studierende erleben während ihres Studiums schwierige persönliche Lebensphasen, manchmal sogar akute Belastungs- und Krisensituationen. Nicht immer können sie diese aus eigener Kraft überwinden. Müssen sie auch nicht. Wir stellen die wichtigsten Beratungseinrichtungen an den Hamburger Hochschulen vor, die Studierende bei psychischen Problemen aufsuchen können. Außerdem: Tools und Apps zur schnellen ersten Hilfe.

 

Umbruchsphase Studium

Andere Umgebung, neue Leute, höhere Leistungsstandards: Mit dem Studium beginnt für viele junge Menschen ein aufregender Lebensabschnitt. Täglich wirst du mit deinen Stärken, aber auch mit deinen Schwächen konfrontiert. Für viele Studierende ist dieser neue Alltag voller Anregungen. Für viele Studierende aber auch: einfach alles zu viel. Bei ihnen führt der neue Status zu Stress, Überforderung und Verunsicherung.  Gesellen sich zu den „normalen“ Stresssituationen auch noch Zeit- und Leistungsdruck, finanzielle Sorgen oder Zukunftsängste, kann man schon einmal in ein Loch fallen.

 

Kein Einzelfall: Jeder vierte Studierende klagt über hohes Stresserleben

Studierenden mit psychischen Problemen fällt es oft schwer, darüber zu sprechen. Dabei sind sie nicht alleine! Jeder vierte Studierende klagt über ein hohes Stresserleben und Erschöpfung – mögliche Vorboten eines Burnouts. Insbesondere weibliche Studierende fühlen sich belastet: So gibt jede fünfte Studentin an, unter den Symptomen einer sogenannten generalisierten Angststörung zu leiden und jede sechste hat Anzeichen eines depressiven Syndroms. Dies ergab eine Studie zur Gesundheit Studierender, die 2017 in Kooperation des DZHW mit der Freien Universität Berlin und der Techniker Krankenkasse entstand.

 

Hochschulberatung:  Einfach hingehen!

Wenn diese Probleme über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben, verschlechtert sich auch die Studienleistung. Wie kann verhindert werden, dass sich aus einer psychischen Belastungssituation eine psychische Erkrankung entwickelt? An den Hamburger Hochschulen existieren zahlreiche Präventionsprogramme und Hilfen für Studierende. Allen voran: die Studienberatung und psychologische Beratung. Das Gute an diesen Beratungsstellen: Wer hingeht, kommt im Grunde mit einem Lebensproblem und muss sich nicht zwangsläufig durch eine Krankheits-Störung outen. Das macht den Zugang zur Beratung an der Hochschule leichter als in einer Arztpraxis. Weiterer Pluspunkt: Die Arbeit dieser Beratungsstellen ist  auf die studentische Lebensrealität zugeschnitten.

 

Jedes Problem ist groß genug

Die Gründe, Studienberatung aufzusuchen, sind vielfältig. Typische Probleme Studierender sind zum Beispiel:

  • Arbeits- und Leistungskrisen
  • Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten
  • Prüfungsangst
  • Probleme mit der Arbeitsorganisation und dem Zeitmanagement
  • Identitätskrisen
  • Selbstwertzweifel
  • depressive Verstimmungen

 

#Shift-Tipp: Einfach hingehen! Auch schon, wenn es „nur ein bisschen zwickt“. Häufig neigen Menschen dazu, Probleme „mit sich selbst auszumachen“. Dabei kann bereits der Blick von außen helfen und die Erkenntnis, dass du nicht die einzige Person bist, die sich mit psychischen Problemen herumschlagen muss. Du hast große Hemmungen, persönlich vorbeizuschauen? Dann nimm per E-Mail Kontakt zu den Berater/innen auf.

 

Überblick: Hier wird dir geholfen!

 

  1. HILFE INNERHALB DER HOCHSCHULE:

Universität Hamburg:

Hochschule für Angewandte Wissenschaften:

HafenCity Universität Hamburg:

Technische Universität Hamburg (TUHH):

Studierendenwerk Hamburg:

AStA:

Studentische TelefonSeelsorge:

  • Die STUTS ist täglich von 20 bis 24 Uhr erreichbar unter (040) 411 70 411.

 

  1. HILFE AUSSERHALB DER HOCHSCHULE

Verzeichnis aller psychotherapeutischen Angebote in Hamburg:

Ärztlicher Notfalldienst Hamburg

 

  1. HILFE IM NETZ (TOOLS UND APPS)

StudiCare:

  • StudiCare“, das Online-Tool zur Selbsthilfe bietet direkt auf Studierende zugeschnittene, kostenlose Trainings zur Stressbewältigung an.

Dein Masterplan:

  • Das Portal „Dein Masterplan“ bietet Studierenden eine persönliche, kostenlose Online-Beratung und ein interaktives Training zur Bewältigung von Ängsten, Blockaden oder Motivationsproblemen im Studium.

shift-Kreativworkshop am 22. August 2019

Komm zum shift-Kreativworkshop für Studierende, Studienzweifler/innen, Studienaussteiger/innen und Umsteiger/innen!

 

Nur Mut

Beantworte Dir kreativ und mit Spaß die Frage, wo es mit Dir und Deinem Studium hingehen soll.

 

Besser als gute Vorsätze

Durchziehen, aussteigen oder umsteigen? Studium oder Ausbildung? Finde heraus, welcher Weg für dich der richtige ist.

 

Das hast Du davon:

>> Austauschen: Du triffst Menschen, denen es ähnlich geht wie Dir.

>> Kreative Lösungen: Du lernst Kreativtechniken, die Dich auf neue Gedanken bringen und Dir helfen Entscheidungen zu treffen.

>> Ideen entwickeln: Gemeinsam entwickelt Ihr Lösungsschritte und Ideen für Euch.

>> Spaß haben: Endlich mal nicht grübeln, sondern machen!

 

Die Termine – wähle Deinen Workshop:

Fr 12.7.19 __ 11-17 Uhr // dock europe e.V. (Frappant Altona)

Do 22.8.19 __ 11-17 Uhr // dock europe e.V.

Fr 27.9.19 __ 11-17 Uhr // dock europe e.V.

Fr 22.11.19 __ 11-17 Uhr // dock europe e.V.

Fr 29.11.19 __ 11-17 Uhr // dock europe e.V.

 

So machst Du mit:

Sende uns eine Mail mit deinem Wunschtermin und einem Ausweichtermin an info@shift-hamburg.de.

FutureTalk im Riesenrad am 22. August 2019

Die Handwerkskammer Hamburg lädt zum FutureTalk in luftige Höhe ein. Im Riesenrad auf dem Sommerdom 2019 kannst du Vertreter/innen von Handwerksbetrieben und Innungen Fragen zu Ausbildungsmöglichkeiten, Verdienst und Zukunftsperspektiven im Hamburger Handwerk stellen.

Beim FutureTalk wechseln die Teilnehmer/innen nach dem Zufallsprinzip mehrmals die Gondeln und bekommen so einen Eindruck von der Vielfalt des Handwerks. Die Bandbreite der Berufe reicht dabei von A wie Anlagenmechaniker/in bis zu Z wie Zahntechniker/in. Es gibt Infos über Fleischer/innen, Bäcker/innen, Fotograf/innen und Friseur/innen, über Dachdecker/innen und andere Bauberufe, Metallberufe, Maler/innen und Lackierer/innen, über Tischler/innen, Textilreiniger/innen, Gebäudereiniger/innen, Elektroniker/innen, Kraftfahrzeugmechatroniker/innen, Informationstechnik, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Maßschneider/innen und Uhrenmacher/innen.

Außerhalb des Riesenrades kannst du an einem großen Infostand der Handwerkskammer alles über die 130 Ausbildungsberufe im Handwerk erfahren.

Weitere Informationen findest du hier.

Termin: Donnerstag, 22. August 2019

Teilnahme: kostenlos (online-Anmeldung erforderlich)

Adresse: Hamburger Dom, 20359 Heiligengeistfeld

shift-Kreativworkshop für Studienzweifler/innen am 27. September 2019

Komm zum shift-Kreativworkshop für Studierende, Studienzweifler/innen, Studienaussteiger/innen und Umsteiger/innen!

 

Nur Mut

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Das hast Du davon:

>> Austauschen: Du triffst Menschen, denen es ähnlich geht wie Dir.

>> Kreative Lösungen: Du lernst Kreativtechniken, die Dich auf neue Gedanken bringen und Dir helfen Entscheidungen zu treffen.

>> Ideen entwickeln: Gemeinsam entwickelt Ihr Lösungsschritte und Ideen für Euch.

>> Spaß haben: Endlich mal nicht grübeln, sondern machen!

 

Die Termine – wähle Deinen Workshop:

Fr 12.7.19 __ 11-17 Uhr // dock europe e.V. (Frappant Altona)

Do 22.8.19 __ 11-17 Uhr // dock europe e.V.

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So machst Du mit:

Sende uns eine Mail mit deinem Wunschtermin und einem Ausweichtermin an info@shift-hamburg.de.

shift-Kreativworkshop für Studienzweifler/innen am 22. November 2019

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Besser als gute Vorsätze

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Das hast Du davon:

>> Austauschen: Du triffst Menschen, denen es ähnlich geht wie Dir.

>> Kreative Lösungen: Du lernst Kreativtechniken, die Dich auf neue Gedanken bringen und Dir helfen Entscheidungen zu treffen.

>> Ideen entwickeln: Gemeinsam entwickelt Ihr Lösungsschritte und Ideen für Euch.

>> Spaß haben: Endlich mal nicht grübeln, sondern machen!

 

Die Termine – wähle Deinen Workshop:

Fr 12.7.19 __ 11-17 Uhr // dock europe e.V. (Frappant Altona)

Do 22.8.19 __ 11-17 Uhr // dock europe e.V.

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So machst Du mit:

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shift-Kreativworkshop für Studienzweifler/innen am 29. November 2019

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Nur Mut

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Besser als gute Vorsätze

Durchziehen, aussteigen oder umsteigen? Studium oder Ausbildung? Finde heraus, welcher Weg für dich der richtige ist.

 

Das hast Du davon:

>> Austauschen: Du triffst Menschen, denen es ähnlich geht wie Dir.

>> Kreative Lösungen: Du lernst Kreativtechniken, die Dich auf neue Gedanken bringen und Dir helfen Entscheidungen zu treffen.

>> Ideen entwickeln: Gemeinsam entwickelt Ihr Lösungsschritte und Ideen für Euch.

>> Spaß haben: Endlich mal nicht grübeln, sondern machen!

 

Die Termine – wähle Deinen Workshop:

Fr 12.7.19 __ 11-17 Uhr // dock europe e.V. (Frappant Altona)

Do 22.8.19 __ 11-17 Uhr // dock europe e.V.

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Fr 29.11.19 __ 11-17 Uhr // dock europe e.V.

 

So machst Du mit:

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Money, Money, Money – wenn Geldsorgen zu Studienzweifeln führen

Geld macht nicht glücklich, es beruhigt nur die Nerven. So sang es der großartige Rio Reiser vor fast 30 Jahren. Stimmt aber heute noch: Mehr als jeder zehnte Studierende (11 Prozent) steigt aufgrund finanzieller Probleme aus dem Studium aus. Ob es wirklich keine Alternative zum Studienausstieg gibt? Lass dich unbedingt zu finanziellen Fördermöglichkeiten beraten, bevor du eine Entscheidung triffst! Zum Beispiel beim Studierendenwerk Hamburg, Partner in unserem shift-Netzwerk.

 

BAföG – kommt nicht in Frage? Frag lieber nach!

Nach Angaben des Deutschen Studentenwerks wissen viele Studierende gar nicht, dass auch sie finanzielle Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz – kurz BAföG – in Anspruch nehmen könnten. Denn BAföG gibt es nicht nur als Finanzierungshilfe zum Höchstsatz. Je nach Einkommensverhältnissen kannst du auch eine Teilförderung erhalten. Das traf 2016 immerhin auf knapp 60 Prozent der Studierenden zu, so das Deutsche Studentenwerk.

shift-Tipp:

  • Du weißt nicht, ob du BAföG bekommen kannst? Lass dich beim Studierendenwerk Hamburg beraten. Dort findest du auch erste Informationen.

 

 

Stipendien können helfen

Abgesehen vom BAföG bestehen noch weitere Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung fürs Studium zu erhalten oder Engpässe im Studium zu überbrücken. Dazu gehören etwa Stipendien. Davon gibt es viele. Manche Stipendiengeber fördern mit Geld, andere mit Sachmitteln und wieder andere unterstützen Studierende in bestimmten Phasen ihres Studiums (zum Beispiel während des Examens oder Diploms). Stipendien für Studierende vergeben alle parteinahen Stiftungen, gewerkschaftsnahe Stiftungen sowie konfessionell gebundene Stiftungen. Außerdem vergeben auch Verbände, Wirtschaftsunternehmen und sogar Privatpersonen Stipendien. Die größte staatliche Stiftung im Bereich Begabtenförderung ist die Studienstiftung des Deutschen Volkes.

shift-Tipp:

  • Eine übersichtliche Vorauswahl der 13 größten Förderwerke findest du auch auf dem Portal ArbeiterKind.de.
  • Einen Überblick über die gesamte Stiftungs- und Stipendienlandschaft kannst du dir auf Infoportalen verschaffen. Unbedingt die voreingestellten Suchkriterien und per Freitextsuche mit Stichwörtern wie „Studium“, „Stipendium“ und der gewünschten Fachrichtung weiter eingrenzen.

 

 

Studienkredite und Bildungsfonds

Auch besondere Kreditmodelle für Studierende können dir dabei helfen, dein Studium weiterzuführen oder abzuschließen. Dazu gehören zum Beispiel Bildungsfonds: Private und institutionelle Investoren zahlen in einen Fonds ein, aus dem dann Studierende finanziert werden – vorausgesetzt, sie bestehen ein Bewerbungsverfahren. Zu den staatlichen Förderprogrammen gehört der Bildungskredit. Auch die staatliche KfW-Bank gewährt besondere Kredite für Studierende.

shift-Tipp:

Schön und gut – aber wie finde ich jetzt das Passende für mich? Keine Sorge: Das Studierendenwerk Hamburg kennt alle Optionen und berät dich dazu.

Und außerdem …

Unabhängig von speziell für Studierende gedachte finanzielle Unterstützung bzw. Studienfinanzierungsmodelle auf Darlehensbasis stehen dir als Studierende/r unter Umständen auch Leistungen wie Kindergeld, Wohngeld und Sozialleistungen zu – etwa, wenn das BAföG nicht reicht. Für Studierende in besonderen Lebenslagen (Studieren mit Kind, Studieren mit Behinderung/chronischer Erkrankung, Studierende aus dem Ausland) gibt es ebenfalls besondere finanzielle Unterstützung.

shift-Tipp:

 

 

Zeit für Orientierung – Tipps zum Ausbildungsstart und Semesterbeginn

Jetzt geht’s los: Spätestens im September beginnt das neue Ausbildungsjahr. Für shifter/innen in Ausbildungsberufe ergeben sich in dieser Zeit oft Fragen etwa zu Arbeitszeiten, Überstundenregelungen oder zur Berufsschule. Aber auch das nächste Semester an den Hochschulen lässt nur noch wenige Wochen auf sich warten. Wer unglücklich studiert, schlägt sich womöglich mit der Frage herum, wie es weitergehen soll. Wir haben ein paar Tipps und Antworten.

1. Ausbildungsstart: so klappt’s

Neue Leute, neues Umfeld, neuer Tagesablauf und sehr viel, was man noch nicht weiß: Ein bisschen ist es bei Ausbildungsbeginn wie zum Studienstart. Und doch auch noch mal ganz anders. Zu spät kommen etwa tut in der Vorlesung nicht so weh, geht in der Ausbildung aber gar nicht.

Guter Umgang gefragt

Es klingt vielleicht altbacken – aber mit klassischen Tugenden wie Höflichkeit, Freundlichkeit und eben auch Pünktlichkeit läuft es in der Ausbildung glatt. Expertinnen und Experten raten durch die Bank außerdem dazu, die Neugier und das Interesse am Beruf auch zu zeigen: aufmerksam zuhören, Fragen stellen und Notizen machen signalisiert den Ausbildenden, dass ihre Arbeit ankommt. Wo Teamwork gefragt ist, solltest du dich kollegial einbringen. Und dich von firmeninternem Klatsch unbedingt fernhalten.

Gut informiert

Einen guten Eindruck zu machen bedeutet natürlich nicht, dass du nicht auch auf Probleme hinweisen oder reagieren darfst. Auch in der Ausbildung können Dinge schieflaufen. Dann hilft es zu wissen, welche Pflichten, aber auch Rechte du hast. Die Handelskammer, Handwerkskammer sowie zuständige Innungen und Gewerkschaften bieten dazu umfangreiche Informationen an.

Gut beraten

Wie überall kann es auch in der Ausbildung zu größeren Konflikten kommen. Vielleicht gewinnst du den Eindruck, dass dir nicht das nötige Wissen beigebracht wird, um deine Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Oder es gibt persönliche Reibereien. Als erster Schritt ist das direkte Gespräch mit den Ausbildenden immer sinnvoll. Gibt es einen Betriebsrat, kann es sinnvoll sein, wenn du dich dort auch informierst und beraten lässt. Zudem unterstützen Handelskammer und Handwerkskammer mit eigenen Beratungsangeboten dabei, Ausbildungsbetriebe, Ausbilder und Auszubildende dabei, Konflikte konstruktiv zu lösen.

 

2. Semesterbeginn: Should I stay or should I go?

Studien zeigen: Fast die Hälfte der Studierenden schlägt sich früher oder später mit der Frage herum, ob sie mit ihrem Studium weitermachen sollen. Es ist also ganz normal, ab und zu Zweifel zu haben. Wenn Du allerdings schon länger haderst, im letzten Semester nur noch sporadisch an Seminaren teilgenommen hast oder zunehmend keine Motivation verspürst, Hausarbeiten in Angriff zu nehmen, ist jetzt ein guter Moment, deine Studienentscheidung noch einmal auf den Prüfstand zu stellen.

Diese Schritte können dir helfen, mehr Klarheit zu gewinnen:

 Reflektieren

Geh auf Spurensuche. Was war noch mal deine Motivation für dein Studium und deine Fächerwahl? Woran liegt es, dass dir die Freude am Studieren abhandenkommt? Entspricht das Studium deinen Erwartungen? Zweifel am Studieren liegen mitunter nicht nur im Fach, der Studienorganisation oder dem System Hochschule an sich begründet. Womöglich hat sich auch deine Lebenssituation geändert. Oder dein Wunsch ans Berufsleben. Befrag dich selbst – und auch Freunde, Freundinnen und Familie, wie sie dich und deine Talente sehen.

Beratung nutzen

Es hilft, schwierige Themen und Entscheidungen nicht nur mit sich allein zu drehen und zu wenden. Alle Hochschulen bieten Beratung für ihre Studierenden an. Dazu gehören neben ganz handfesten Informationen über Studiengänge auch Beratungsangebote rund um Themen wie Finanzierung des Studiums und Unterstützung in Krisen und eben auch bei Studienzweifeln. Dabei kannst du auch ausloten, ob womöglich ein Studienfachwechsel oder der Wechsel an eine andere Hochschule für dich in Frage kommen. Die Beratungsangebote sind kostenlos.

Erste Hinweise, zu welchen Themen dir eine Beratung in Sachen Studienzweifel helfen könnte, findest du mit dem shift-Wegweiser.

Und hier findest du eine Übersicht über die Beratungsstellen an Hamburger Hochschulen.

 

 

>>> Informieren und ausprobieren <<<

Ob nun Studienfachwechsel, Hochschulwechsel oder tatsächlich in eine Ausbildung wechseln – je besser du informiert bist, umso tragfähiger wird deine Entscheidung sein. Informationen zu Ausbildungsberufen findest du nicht nur im Internet. Die Handwerkskammer Hamburg, die Handelskammer Hamburg sowie die Agentur für Arbeit bieten persönliche Beratungen zu Ausbildungsberufen an, auf Azubi- und Jobmessen kannst du dir ebenfalls einen guten Überblick über Berufsfelder und Berufe machen; Praktika in Betrieben und Unternehmen verschaffen dir konkrete Einblicke in den Berufsalltag.

Eine Übersicht zu den Beratungsangeboten zur Berufsorientierung findest du ebenfalls hier.

 

Übrigens: Am 18. und 19. September findet die zweitägige Mitmach-Messe „Handwerkswelten“ der Handwerkskammer Hamburg statt.

 

Vom Teufelskreis in den Engelskreis

„Es hat viele Nachteile, nicht zu prokrastinieren.“ Moment, wie bitte? Das kann sich nur um einen Versprecher handeln. Bernd Nixdorff, Diplom-Psychologe und Teamleiter Psychologische Beratung bei der Zentralen Studienberatung und psychologischen Beratung (ZSPB) der Uni Hamburg, meint es jedoch ganz ernst. Er unterstützt Studierende dabei, ihrer Lust ebenso wie ihrem Frust angesichts des ewigen Aufschiebens auf die Schliche zu kommen.

Viele Beratungsgespräche mit Bernd Nixdorff beginnen gewissermaßen mit einer Flucht nach vorn. „ ‚Ich bin hier, weil ich aufschiebe. Das nennt man ja Prokrastinieren.’ Diesen Satz höre ich im ersten Kontakt ganz oft“, berichtet der psychologische Psychotherapeut. „Und dann lächeln alle.“ Kein Wunder: „Das Thema Aufschieben kennt jeder – und jeder schiebt irgendetwas auf“, so Nixdorff. Auch in Seminaren zu Themen wie Zeit- und Selbstmanagement wird viel gelacht, wenn die Rede aufs Vor-sich-Herschieben kommt. „Lust und Frust liegen beim Prokrastinieren eng beieinander“, ist Nixdorff überzeugt. Es macht einfach mehr Spaß, ein Eis essen zu gehen statt Bücher zu wälzen oder mit Freunden an der Alster zu liegen, statt in der Stabi zu hocken. Oder eben auch, die längst überfällige Fahrradreparatur zu erledigen, statt die Versuchsreihe im Labor auszuwerten und es auf den letzten Drücker dann eben doch noch irgendwie zu schaffen.

Wenn Aufschieben zum Problem wird

Ist Prokrastinieren also gar kein Problem? Kommt drauf an, sagt Nixdorff: „Die meisten, die prokrastinieren, haben damit Erfolg und kriegen ihre Aufgaben geregelt – allerdings mit viel Stress. Aufschieben kann aber auch viel Leid schaffen: Wenn ich mein Studium deswegen nicht abschließen kann oder nicht mehr aufstehe oder die Folgen so groß sind, dass daraus Probleme erwachsen – dann ist Prokrastinieren das eigentliche Problem.“ Oft trifft es Studierende, die ihre Schulzeit trotz minimalem Aufwand sehr erfolgreich abgeschlossen haben: „Für die Schule habe ich nie was machen müssen!“ Im Umfeld der Hochschule stoßen sie dann an Grenzen. Lernkultur, Arbeitsroutinen und Arbeitsdisziplin müssen sie erstmals im Leben mühsam entwickeln. Perfekte Ergebnisse abliefern zu wollen verhindert ebenfalls, dass die längst überfällige Hausarbeit aufs Papier kommt. Wenn es blöd läuft, entwickelt sich ein Teufelskreis: „Macht das Aufschieben dauerhaft Probleme, verliert man die Motivation und kann dann schnell auch am Studium insgesamt zweifeln“, beobachtet Nixdorff.

Raus aus dem Teufelskreis

Neben der Einzelberatung helfen auch Gruppenangebote der ZSPB dabei, Prokrastinieren durch wohltuendere Verhaltensweisen zu ersetzen. In fortlaufenden Seminaren und Workshops kommen die Teilnehmenden sich gegenseitig auf die Schliche, erarbeiten gemeinsam Strategien, hinterfragen Erwartungen und Selbstbilder und trainieren konkrete Arbeitstechniken. Dazu gehört auch eine klare Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit. „Studierende haben ja eigentlich nie frei, sie könnten immer noch mehr für eine Prüfung lernen oder noch eine bessere Hausarbeit schreiben“, erläutert Nixdorff das Dilemma. Häufig mischen sich die Bereiche und werden zur „Müllzeit“: Der Kopf ist weder richtig frei für Erholung noch wird ordentlich gelernt. Die Mühe, Arbeit und Freizeit zu trennen sowie sich passende Arbeitsstrategien anzutrainieren, lohnt sich. Die Studierenden erleben, dass sie sich selbst verstärken können: „Erfolgserlebnisse machen erfolgreich“, erläutert Nixdorff. „Die Lust am Studium steigt, es gelingt mehr, das Selbstbewusstsein wächst – die Studierenden wechseln sozusagen vom Teufelskreis in den Engelskreis.“

Auf Spurensuche

Mitunter ist das Thema Prokrastinieren auch der Einstieg in einen tiefergehenden Beratungsprozess. Nixdorff: „Oft ist das ständige Aufschieben in eine ganz andere Problematik eingebunden. Dann stehen hinter dem vordergründigen Prokrastinieren größere Themen wie Selbstwertkrisen, Depressionen oder andere psychische Erkrankungen oder innere Konflikte, die nicht gelöst sind.“ In diesen Fällen reicht es natürlich nicht, Arbeitsstrategien zu trainieren oder Wochenpläne zu schreiben. Darum gucken Bernd Nixdorff und seine Kolleg/innen in den ersten Gesprächen immer ganz genau auf die Menschen, die zu ihnen kommen. Mit Erfolg: „In der Regel sind die Studierenden sehr erleichtert, wenn im Gespräch bei uns zur Sprache kommen kann, was sie wirklich betrifft“, so Nixdorff. Gemeinsam mit den Betroffenen überlegt er dann, wie es weitergeht und leitet die erforderliche psychotherapeutische Hilfe ein.

Du prokrastinierst? Und findest allein keine Lösung? Nur Mut! Bernd Nixdorff hat einen Tipp für dich: „Am wichtigsten ist es: Ehrlich mit sich sein und Verantwortung übernehmen. Dazu gehört es auch, sich Unterstützung zu holen. Zwar gilt: Nur du allein schaffst es. Aber vielleicht schaffst du es nicht allein! Wir sind dafür da, Studierende zu unterstützen – und wir wünschen uns auch, dass Betroffene sich an uns wenden!“

 

 Hier geht es direkt zum Angebot der ZSPB

Goldener Boden – shiften ins Handwerk

„Wenn ich gewusst hätte, wie offen die Betriebe sind, hätte ich mich schon viel früher beworben.“ Diese Rückmeldung eines Studienaussteigers bestärkt Birgit Weinrich von der Handwerkskammer Hamburg in ihrer Arbeit. Im Rahmen des Projekts „Passgenaue Besetzung von Ausbildungsplätzen“ berät sie Studienaussteiger/innen, die es in handwerkliche Berufe zieht. Und hilft ihnen dabei, die passende Ausbildung zu finden.

Praxis statt Theorie

„Im Handwerk suchen wir händeringend gute Leute“, weiß Weinrich. Beratungsbedarf besteht dennoch. Zwar ähneln sich Weinrichs Erfahrung nach die Gründe dafür, das Studium gegen einen Handwerksberuf zu tauschen. „Eigentlich sagen alle, die zu mir kommen: ‚Das Studium ist mir zu theoretisch’“, erzählt sie. „Sie möchten etwas herstellen, die Hände benutzen, am Ende des Tages ein Produkt oder eine Dienstleistung sehen.“ Darüber, wie dieses Produkt zustande kommt, muss Weinrich mitunter deutlich aufklären. Beispiel Tischlerhandwerk: 80 bis 90 Prozent der Studienaussteigenden, die zu Weinrich in die Beratung kommen, möchten Tischer oder Tischlerin werden. Nicht alle bringen ein zutreffendes Bild vom Berufsalltag mit. „Manche kommen mit der Erwartung, dass sie als Tischler/Tischlerin schöne Biomöbel bauen. Die meisten Betriebe machen jedoch Innenausbau oder bauen Türen und Fensterrahmen ein. Möbelbau ist die Ausnahme“, erläutert Weinrich.

 

Unterschätzte Berufe entdecken

Wenn die Wunschvorstellung nicht der Realität entspricht, lohnt es sich, den Blick zu erweitern. Immerhin gibt es insgesamt 130 Ausbildungsberufe im Handwerk, die kaufmännischen Ausbildungen in den Betrieben eingerechnet. Einige Bereiche fragen Studienaussteigende stärker nach als es Ausbildungsplätze gibt. „Das gilt für alle gestalterischen Berufe wie etwa Goldschmieden, Raumausstattung oder Fotografie“, so Weinrich. Daneben existieren viele Berufe, die unterschätzt oder erst gar nicht bekannt sind. Weinrich kennt dieses Problem: „Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll“, seufzt sie. Typischerweise unterschätzte oder unbekannte Berufsfelder sieht sie etwa bei den technischen Berufen wie Anlagenmechaniker/in oder im Elektronikhandwerk. Weinrich berichtet: „Studienaussteiger/innen, die in diese Richtung gehen, sind immer wieder sehr beeindruckt davon, wie vielseitig die Aufgaben sind, freuen sich über die Möglichkeit, sich innerhalb des Berufs zu spezialisieren und entdecken ungeahnte Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.“ Ein notorisch falsches Bild herrscht vor allem beim Thema Gebäudereinigung. „Das ist viel mehr als Putzen gehen. Man schließt die Ausbildung immerhin als Fachkraft ab, kann sich dann spezialisieren – etwa auf Krankenhausreinigung – oder als Objektleitung ins mittlere Management wechseln“, stellt Weinrich klar. Dann geht es um Einsatzplanung, Kundenbetreuung, Beschwerdemanagement und Personalführung.

 

Karriereoptionen inklusive

Überhaupt bewertet Weinrich die Karrierechancen im Handwerk positiv. Zusätzlich zum Meister- bzw. Meisterinnen-Brief oder Betriebswirt/Betriebswirtin im Handwerk stehen in Hamburg viele Betriebe in den nächsten zehn Jahren zur Übernahme an. Weinrich ist überzeugt: „Für wen Selbstständigkeit eine Option ist, dem kann ich eigentlich nur raten, ins Handwerk zu gehen.“ In größeren Betrieben gibt es die Möglichkeit, angestellt Führungspositionen zu übernehmen. Auf dem Elbcampus Hamburg bietet die Handwerkskammer zudem ein umfassendes Weiterbildungsprogramm an. Dort ist auch die Berufsakademie Hamburg angesiedelt. Wer sich doch noch nicht ganz vom Studieren verabschieden mag, kann die handwerkliche Ausbildung mit einem Bachelor-Abschluss kombinieren. Pro Jahr starte jeweils eine Klasse mit Teilnehmenden aus allen Gewerken. „Die Betreuung ist persönlicher als an der Uni und man profitiert unmittelbar von den unterschiedlichen Erfahrungen“, beschreibt Weinrich das Duale Studium. Das Beste: Nach vier Jahren kann man mit Geselle/Gesellinnennbrief plus Berufserfahrung plus Studienabschluss richtig durchstarten.

 

Bewerbung für Handwerksberufe? Birgit Weinrich weiß, worauf es ankommt:

Praktikum – „Fast alle Betriebe wünschen sich, die Bewerber/innen im Praktikum kennenzulernen. Das ist gut für alle: Die Bewerber/innen erfahren, was konkret auf sie zukommt und wie die Kolleg/innen ticken; die Ausbildungsbetriebe sehen, wie sich die Bewerber/innen handwerklich anstellen und können einschätzen, ob der Beruf passt.“

Motivation – „Viele Studienaussteigende geben sich viel Mühe, ihre Gründe für den Ausstieg umfassend darzulegen. Das ist den Betrieben jedoch gar nicht so wichtig. Viel mehr zählt die Motivation: Warum dieses Handwerk? Warum dieser Betrieb? Auch Vorerfahrungen mit handwerklichen Tätigkeiten interessieren die Ausbildungsbetriebe.“

Bewerbungsunterlagen – „Kleine und mittelständische Handwerksbetriebe haben häufig keine eine eigene Personalabteilung. Es hilft ihnen daher, die Bewerbungsunterlagen übersichtlich zu halten. Aussagekräftig sollten sie natürlich schon sein – aber eine dicke Mappe überfordert die meisten Betriebe.“

 

Hier geht es zum Projekt „Passgenaue Besetzung von Ausbildungsplätzen“ der Handwerkskammer Hamburg.