Zwischen 0 und 1 ist viel Platz: „neue fische“ hilft beim shift in digitale Berufe

Dalia Das lernte in den USA das Format der Technology Bootcamps kennen und schätzen. Sie bilden Quereinsteiger erfolgreich zu stark nachgefragten Web Developern und Data Scientists aus. Kurzerhand gründete sie in Deutschland das Unternehmen „neuefische – School and Pool for Digital Talent“.

 

Das erfährst du hier:

  • Wie hat Dalia Technology Bootcamps nach Deutschland gebracht?
  • Was genau bietet neuefische an?
  • Wie funktionieren die Trainings von neuefische?
  • Wer kann teilnehmen?
  • Wie werden die Teilnehmer/innen ausgewählt?
  • Und was ist mit Geld?

 

Wie hast du es geschafft, Technology Bootcamps nach Deutschland zu bringen?

In Deutschland fehlen Fachkräfte für digitale Berufe wie Entwickler/innen und Data Scientists. Das wusste ich aus vielen Gesprächen mit Personalverantwortlichen und Geschäftsführenden. 124.000 sind es 2019 laut dem Verband BITKOM gewesen. 150 Tage dauert es oftmals um eine der Stellen zu besetzen. Und ganz oft habe ich den Satz gehört: „Ob die Bewerber/innen ein abgeschlossenes Studium haben oder nicht, ist uns gleich – wenn sie denn trotzdem ihre Fähigkeiten demonstrieren können.“ Das ist für Studienaussteiger/innen natürlich schwierig. Da kann man erst einmal nur zeigen, was man nicht mehr wollte oder was man nicht konnte – im Gegenzug aber nicht beweisen, was man denn kann. Darum war meine nächste Frage an die Unternehmen: „Was müssen Quereinsteiger/innen oder Umsteiger/innen denn können, damit ihr ein gutes Gefühl bei den Bewerbungen habt?“ Im Grunde ging es mir darum abzuklären, ob deutsche Arbeitgeber/innen schon bereit sind für Formate wie die Technology Bootcamps. Deutschland. Und es hat sich gezeigt: Ja, das geht auch hier – wenn sich das Intensivtraining eng an der späteren beruflichen Praxis orientiert. Darum vermitteln wir bei neuefische jetzt genau das Handwerkszeug, was die Kursteilnehmer/innen für den Einstieg in den neuen Job brauchen.

 

Was genau bietet ihr bei neuefische an?

Zurzeit gibt es zwei Programme: das Training zum/zur Web-Entwickler/in und zum Data Scientist. Die Weiterbildung zum Webdeveloper legt den Schwerpunkt auf JavaScript als Programmiersprache und das von Facebook ins Leben gerufene Framework React. Das Endprodukt des Boot Camps ist dann eine App, die funktionieren muss und auch wirklich zum Einsatz kommt. Das ist auch ganz spannend für diejenigen Umsteiger/innen, die sich eigentlich nicht für besonders technikaffin halten. Ganz neue gibt es ein Bootcamp für die Programmiersprache Java, die im Markt ebenfalls sehr nachgefragt ist. Web- und Softwareentwickler gelten als Mangelberufe, und sind sogar bei der Agentur für Arbeit als solche gelistet.

 

Außerdem gibt es bei uns die Weiterbildung zum Data Scientist. Da geht es darum, große Datenmengen so ergiebig wie möglich zu verarbeiten und mit Hilfe von Machine Learning konkrete Vorhersagen zu treffen. Dieses Training eignet sich zum Beispiel für Menschen mit einem Studienhintergrund in den Natur- oder Ingenieurswissenschaften – auch für diejenigen, die zum Beispiel schon sehr lange Naturwissenschaften studieren, aber irgendwie den Abschluss nicht hinbekommen und aufgeben. Die sind häufig absolut ausreichen qualifiziert um in unser Programm einzusteigen – und danach auch in den Job. In beiden Programmen lernt man neben den fachspezifischen Themen auch den Umgang mit modernen Managementmethoden und Tools, die das Zusammenarbeiten und das Versionieren leichter machen.

 

Wie baut ihr die Trainings bei neuefische auf?

Ganz wichtig finde ich, dass wir sehr nah an den tatsächlichen Anforderungen an die Zielberufe ausbilden. Im Grunde bilden die Kursinhalte die ganz handfesten Kenntnisse ab, die in den Stellenausschreibungen abgefragt werden. Dazu gehören etwa bestimmte Programmiersprachen oder Arbeitsweisen. Unsere Absolvent/innen passen dann einfach eins zu eins auf so eine Stellenbeschreibung. Darum ist auch der Praxisanteil bei unseren Trainings sehr hoch. Dabei arbeiten die Kursteilnehmer/innen im Pair Programming, einer Arbeitsweise, die auch im Job später so stattfindet. Wir legen besonderen Wert auf sichtbare Ergebnisse, am Ende der Lerneinheiten steht ein schnelles Erfolgserlebnis – so was fehlt natürlich im Studium erst mal. Außerdem arbeiten die Teilnehmer/innen drei Monate wirklich intensiv in einer überschaubaren Gruppengröße, das bedeutet konkret: acht bis neun Stunden am Tag in einen festen Klassenverband von etwa 15 Leuten. Das kommt vor allem denjenigen entgegen, die so viel Energie in die Selbstorganisation an der Hochschule stecken mussten, dass sie am Ende deswegen aus dem Studium ausgestiegen sind. Zum Schluss erstellen alle Teilnehmer/innen ihr „digitales Gesellenstück“: Bei den Web Developern ist es die App, bei den Data Scientists verbergen sich hinter Namen wie BäckerAI, FC Python oder Översetter spannende Anwendungen, die mit Hilfe von Machine Learning Methoden und neuronalen Netzen komplexe Fragestellungen beantworten helfen.

 

Für wen eignen sich die Trainings von neuefische?

Viele Teilnehmer/innen kommen natürlich aus den Naturwissenschaften, etwa wenn sie nach zwei, drei Semestern feststellen: Das ist doch nichts für mich. Aber es gibt auch Aussteiger/innen aus Geisteswissenschaften wie sprach- und kulturwissenschaftlichen Studiengängen. Als Sprachwissenschaftler/in zum Beispiel ist man durchaus affin für Programmiersprachen – das wird einem meistens nur nicht so erklärt. Die meisten hören immer, dass man fürs Programmieren Mathematik braucht. Das braucht man aber gar nicht, ein gutes Sprachverständnis hilft da schon viel mehr. Bei uns sind schon Aussteiger/innen aus Fächern wie Anglistik oder Europawissenschaften in den Kursen supergut geworden und dann anschließend auch schnell in einen entsprechenden Job eingestiegen. Und dann kommen noch die Umsteiger/innen dazu, die schon erste Berufserfahrung haben. Das ergibt insgesamt eine spannende Mischung, auch von der Altersstruktur und vom sozialen Gefüge her. Zurzeit etwa haben wir drei Mütter dabei. In so einer Konstellation sitzt man ja sonst nicht unbedingt beim den Einstieg in die digitale Arbeitswelt zusammen.

 

Wie wählt ihr die Teilnehmer/innen aus?

Wir haben ein dreistufiges Auswahlverfahren: zwei Interviews und eine moderierte Übung. Da geht es uns aber nicht um Noten oder Abschlüsse, wir schauen vielmehr auch auf die richtige Motivation, auf Kommunikationsfähigkeit und Teamgeist. Und wir versuchen zu verstehen, woran das Studium gescheitert ist. Was war da schwierig? Glauben wir, dass wir das bei neuefische besser machen können? Dazu gehören solche Dinge wie Größe der Gruppe, enge Betreuung, übersichtliche Organisation. Auf jeden Fall wollen wir so ein bisschen den „Zug zum Tor“ erkennen können, sprich: Sind die Bewerber/innen wirklich motiviert? Wer noch gar nicht mit dem Thema Programmierung in Berührung gekommen ist, dem geben wir nach dem ersten Gespräch ein paar frei verfügbare Ressourcen mit, um sich selbst in das Thema Programmierung einzufinden und herauszufinden, ob das wirklich etwas für sie ist. Das fragen wir dann in einer zweiten Runde, nachdem sie sich ein bisschen vorbereiten konnten, ab. Dabei ist natürlich auch der Spaßfaktor ganz wichtig. Bei den Data Scientists legen wir noch etwas mehr Wert auf das Programmieren in der moderierten Übung und setzen Vorkenntnisse in Statistik voraus, der Kurs ist insgesamt einfach komplexer.

 

Wie kann man die Boot Camps finanzieren?

Die Trainings kosten ca. 8000 Euro für die drei Monate, das umfasst auch ein Laptop, das wir für die Dauer des Kurses stellen. Grundsätzlich sind wir ein privater Anbieter, die Teilnehmer/innen müssen die Kosten also selbst tragen. Besonders beliebt ist aber unser Späterzahlmodell. Dabei gehen wir erst einmal für die Teilnehmer/innen ins finanzielle Risiko – übrigens ein Grund, warum uns das Auswahlverfahren so wichtig ist. Die Teilnehmer/innen müssen erst ein Jahr, nachdem sie im Job sind, mit der Rückzahlung der Kursgebühr beginnen. Die meisten finden innerhalb der ersten drei Monate einen Job; statistisch gesehen stehen nach sechs Monaten nach Abschluss 92 Prozent unserer Absolvent/innen schon im Beruf. Die Raten passen sich dem Einkommen an und nehmen auch auf Pausen Rücksicht, etwa bei Elternzeit oder wenn doch noch mal eine längere Auszeit ansteht. Dann setzt die Zahlungsverpflichtung für diese Zeit aus. Man kann natürlich auch selbst und sofort zu zahlen – oft sind es auch die Eltern oder Großeltern der Teilnehmer, die den Wunsch zur Weiterbildung zum Webdeveloper oder die Weiterbildung zum Data Scientist finanziell unterstützen. „Eine dritte Möglichkeit gibt es auch noch: Unter bestimmten Umständen können sich auch Studienaussteiger/innen die Intensivtrainings über einen Bildungsgutschein die finanzieren. Wir haben uns entsprechend zertifizieren lassen. Studienaussteiger/innen sollten sich daher zumindest mal bei ihren Betreuer/innen des Jobcenters informieren, ob die Kursgebühr tatsächlich auch über einen solchen Bildungsgutschein abgedeckt werden kann.

 

Du möchtest mehr über das Angebot von „neuefische“ wissen?

Aber gern: https://neuefische.de/

 

Du möchtest mehr über die Gründerin Dalia Das und ihren Berufsweg erfahren?

Hier findest du Teil 1 unseres Interviews mit Dalia!

Harvard-Vorlesung oder Stanford-Podcast – bilde Dich kostenlos weiter!

Der Hörsaal bleibt leer. An Vorlesungen kannst Du trotzdem teilnehmen. Weiterbildung gibt’s außerdem auf folgenden Websites viel, kostenlos und auf hohem Niveau:

>> Die Seite www.online-vorlesungen.de bietet eine Auswahl digitalisierter Vorlesungen verschiedener Hochschulen, Institute und Fern-Unis nach Fachgebieten sortiert an. Hier kannst Du nach Lust und Laune im Sinne des Studium Generale in andere Bereiche hineinschnuppern.

>> Nicht nur die Uni Hamburg, sondern viele andere Universitäten und Hochschulen bieten kostenfreie Vorlesungen, Videos, Podcasts und Präsentationen an, z. B.:

>> Hättest Du es gerne einen Tick internationaler? Besuche doch Yale, Harvard oder Cambridge – online geht das z.B. auf folgenden Seiten:

Notfall-Krisen-Kit: Kennst Du diese Hilfsangebote und Online-Tools?

Der Alltag bricht weg, Routinen lösen sich in Luft auf, Deine Bezugspersonen fehlen Dir. Vielleicht leidest Du an einer psychischen Erkrankung und hast es momentan besonders schwer. In Zeiten von Quarantäne und häuslicher Isolation gilt es in jedem Fall, besonders auf Dich und Deine Mitmenschen aufzupassen. Folgende telefonischen Angebote und nützlichen online-Tools können nun helfen. Care & share!

 

 Telefonische Hilfsangebote

 

1. Studentische Seelsorge Hamburg

Probleme im Studium, Liebeskummer, Einsamkeit: Die Themen, mit denen sich Menschen bei der Studentischen TelefonSeelsorge der Evangelischen Studierendengemeinde Hamburg melden, sind vielfältig. Insgesamt stehen rund 40 geschulte Student/innen aller Fachrichtungen Hilfesuchenden anonym zur Seite. Ruf an!

Tel.: 040 411 70 411
Zur studentischen Seelsorge Hamburg >>

 

2. Telefonseelsorge der Diakonie Hamburg

Die Telefonseelsorge der Diakonie ist in der aktuellen Situation immer erreichbar. Ob Kummer, Einsamkeit, Depressionen, Krankheit, Trauer oder Ärger – hier findest Du ein offenes Ohr für alle Themen. Du kannst Dich anonym melden. Außerdem sind alle Anrufe immer kostenlos. Mailberatung sowie Chatberatung sind über die Website ebenfalls möglich.

Tel.: 0800 11 10 111
Zur Telefonseelsorge der Diakonie Hamburg >>

 

3. Telefonseelsorge der Caritas Hamburg

Die TelefonSeelsorge der Caritas bietet allen Ratsuchenden das vertrauensvolle und anonyme Gespräch mit geschulten Ehrenamtlichen an, unabhängig von Glaube oder Weltanschauung. Mailberatung sowie Chatberatung sind über die Website möglich.

Tel.: 0800 11 10 222
Zur Telefonseelsorge der Caritas Hamburg >>

 

4. Internetseelsorge Hamburg

Die Onlineberatung bietet eine Kontaktmöglichkeit virtueller Art. Wenn Du Deine Sorgen oder Gedanken teilen möchten, stehen Dir an dieser Stelle qualifizierte und erfahrene Berater/innen unterstützend zur Seite. Mailberatung sowie Chatberatung sind über die Website auch möglich.

Zur Internetseelsorge Hamburg >>

 

5. Muslimische Seelsorge

Die Muslimische Seelsorge richtet sich gezielt an die türkische Gemeinschaft. Geschultes Personal hört Dir verständnisvoll zu und unterstützt Dich bei der Suche nach einem individuellen Ausweg. Du kannst Dich anonym melden, alle Angelegenheiten werden vertraulich behandelt. Die Hotline ist 24 Stunden täglich besetzt und immer dienstags gibt es auch eine türkischsprachige Beratung.

Tel.: 030 443509821
Zur muslimischen Seelsorge >>

 

6. Deutsche Depressionshilfe

Das bundesweite Info-Telefon Depression bietet Betroffenen und Angehörigen Krankheits- und behandlungsbezogene Informationen und weist den Weg zu Anlaufstellen im Versorgungssystem. Das Info-Telefon Depression ist kostenfrei.

Tel.: 0800 33 44 533
Zur Depressionshilfe >>

 

7. Sucht- und Drogennotdienst

Die Mitarbeiter/innen der Sucht- und Drogennotdienst stehen zur telefonischen Beratung und Betreuung in Notfallsituationen zur Verfügung – und zwar 24 Stunden durchgehend.

Tel.: 030 19237
Zum Sucht- und Drogennotdienst >>

 

8. Sozialpsychiatrischer Dienst Hamburg-Mitte
Zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sozialpsychiatrischen Dienste gehören Ärzt/innen, Sozialarbeiter/innen und Psycholog/innen, die Menschen mit einer psychischen Erkrankung, einer Suchterkrankung oder geistigen Behinderung Hilfe anbieten.

Tel.: 040 428 54 47 41, 040 428 54 46 83
Zum sozialpsychiatrischen Dienst >>

 

9. HelloBetter – #zusammenzuhause

Das Institut für Online-Gesundheitstrainings „HelloBetter“ bietet aktuell eine Hotline für Hilfesuchende an, die im Zusammenhang mit der Corona-Krise eine akute psychische Belastung erleben und dringend Unterstützung benötigen. Psycholog/innen beantworten Fragen, bieten Orientierung und geben Auskunft zu weiterführenden Hilfsangeboten.
Zusätzlich startet „HelloBetter“ ab kommender Woche eine regelmäßige frei zugängliche Video-Sprechstunden mit PsychologInnen via Facebook Live auf der Facebookseite facebook.com/HelloBetterHealth. Fragen und Gedanken, die Dir seit Tagen im Kopf kreisen, kannst Du hier stellen. Sende bei Interesse eine E-Mail an qa@hellobetter.de mit dem Betreff „Live-Sprechstunde“. Dann wirst Du per E-Mail informiert, wann die Sprechstunden jeweils stattfinden.

Tel.: 0800 000 95 54
Zur Facebook-Gruppe „zusammenzuhause“ >>
Zur HelloBetter-Website >>

 

(Kostenlose) Online-Programme und Apps

 

1. KrisenKompass – Notfallkoffer für Krisensituationen

Der KrisenKompass ist eine Handy-App, die dank ihrer Funktionsweise eine Art Notfallkoffer für Krisensituationen ist. Mit verschiedenen Rubriken, z.B. mit der Tagebuchfunktion und mit persönlichen Archiven, um positive Gedanken oder beispielsweise Fotos, Erinnerungen oder Lieder zu speichern, kann ein ganz persönliches Rüstzeug für schlechte Momente gepackt werden. Darüber hinaus gibt es Materialien, die in Krisensituationen hilfreich sind, Hinweise zu beruhigenden Techniken, sowie direkte Kontaktmöglichkeiten zur TelefonSeelsorge und anderen professionellen Anlaufstellen.

Zum KrisenKompass >>

 

2. IFightDepression Tool

Die Depressionshilfe stellt ihr Online-Programm iFightDepression zur Strukturierung des Alltags nun aufgrund der Corona-Krise Betroffenen für sechs Wochen ohne Einschränkungen zur Verfügung. Das Selbstmanagement-Programm unterstützt Menschen mit leichteren Depressions¬formen ab 15 Jahren beim eigenständigen Umgang mit den Symptomen einer Depression und gibt praktische Hinweise für den Alltag. Durch Übungen lernst Du zum Beispiel, den Tag zu strukturieren und negative Gedankenkreise zu durchbrechen. Das Programm ist derzeit in zwölf Sprachen verfügbar. Du kannst Dich formlos über die E-Mail-Adresse ifightdepression@deutsche-depressionshilfe.de für das Programm anmelden und wirst innerhalb von 24 Stunden freigeschaltet.

Zum IFightDepression Tool >>

 

3. StudiCare
„StudiCare“, das Online-Tool zur Selbsthilfe, bietet direkt auf Studierende zugeschnittene, kostenlose Trainings zur Stressbewältigung an.

Zu StudiCare >>

 

4. Dein Masterplan

Das Portal „Dein Masterplan“ bietet Studierenden eine persönliche, kostenlose Online-Beratung und ein interaktives Training zur Bewältigung von Ängsten, Blockaden oder Motivationsproblemen im Studium.

Zu Dein Masterplan >>

Schreibtisch statt Stabi

Zuhause lernen ist doch am Schönsten? Von wegen. Zwar sitzt der Schlafanzug perfekt, du hast den Kühlschrank immer in Reichweite und für die Lernpause hält Netflix deine Lieblingsserie parat. Bedeutet: Alles, was ablenkt, ist nur eine Armlänge entfernt. Besonders verlockend, wenn du ohnehin gerade womöglich am Sinn deines Studiums zweifelst. Blöd: Die Einsamkeit am Schreibtisch kannst du zurzeit auch nicht gegen Lernen in Gesellschaft in der Institutsbibliothek oder in der Stabi tauschen. shift hat ein paar Tipps für dich, wie es mit dem Lernen zuhause dennoch klappt.

1. Auf dem Weg ins Lern-Büro

Versuch doch einmal, deine Lernsessions wie einen Job anzugehen – gewissermaßen Lernen im Home-Office. Würdest du bei deinem Job in Jogginghose aufschlagen? Eher nicht. Das ist auch gut so. Psycholog/innen wissen: Wie du dich kleidest beeinflusst deine Motivation. Schlunzklamotten verleiten dich daher auch eher zum mentalen Schlunzen. Zieh dir lieber an, worin du dich auch an der Uni wohlfühlst, wenn du einen langen Seminartag vor dir hast. Und simuliere doch einfach mal den Weg zur Uni: Raus zur Tür, runter zur Mülltonne oder in die Waschküche und dann wieder rauf – direkt an deinen Schreibtisch.

2. Häppchenweise zum Ziel

Wenn deine Hausarbeit oder die Präsentation fürs Online-Seminar schon länger rumliegt, ist es eher unwahrscheinlich, dass du sie plötzlich in einer Hauruck-Aktion an einem Stück wegschaffst. Wochen- oder Tagesziele und To-Do-Listen helfen dir dabei den Überblick zu behalten. Ein Plan über die nächsten Schritte wird das gefühlte Matterhorn an Arbeit sicher nicht in die norddeutsche Tiefebene verwandeln. Aber ein übersichtliches Mittelgebirge ist auf jeden Fall möglich. Und: Ob du mit deiner Lieblingsaufgabe oder etwa einer ungeliebten Recherche beginnst, ist wurscht. Hauptsache, du fängst an.

3. Jetzt nicht!

Wenn ständig Whatsapp dingelt, das Mobiltelefon klingelt oder Mails aufploppen, kommst du nicht ins Arbeiten. Darum: Smartphone auf Flugmodus, Benachrichtigungstöne auf dem Rechner aus, „Nicht-stören-Schild“ an die Tür. Und los geht’s.

4. Pause machen

Regelmäßige Pausen helfen dir, dich auch über längere Lern- oder Arbeitseinheiten hinweg zu konzentrieren. Dabei kann dir die Pomodoro-Technik weiterhelfen: Nach 25 Minuten konzentrierter Arbeit erlaubst du dir eine Pause von fünf Minuten. Nach jeweils vier kurzen Pausen hast du dir eine längere Pause von zwanzig Minuten verdient. In deinen Pausen kannst du machen, was du willst. Einzige Bedingung: Setz dich nach der Pause pünktlich wieder an deinen Arbeitsplatz.

5. In Bewegung bleiben

Spazieren gehen, Rad fahren, Inline skaten – noch ist all das trotz Kontaktsperre erlaubt. Und wichtig – Bewegung hilft dir sowohl beim Entspannen als auch beim Lernen. Auswendiglernen etwa klappt nachweislich besser, wenn du dabei durchs Zimmer gehst oder eben am Kanal entlangspazierst; aktive Kurzpausen mit Yoga-Asanas oder einem Tänzchen zu deiner Lieblingsmusik bringen deinen Kreislauf und deine Durchblutung auf Trab und machen dein Hirn fit für die nächste Lerneinheit. Bewegungslose Zeit auf dem Stuhl kannst du zudem mit Videos des Projekts Smart Moving verkürzen:

6. Digitale Lerngruppen

Auf die Dauer kann alleine lernen trotz guter Planung, ausreichender Pausen und Erholungszeiten zermürben. Im digitalen Zeitalter kannst du jedoch zumindest Lerngruppen online simulieren. Von Sykpe bis Zoom gibt es jede Menge Plattformen, auf denen du dich mit mehreren Kommiliton/innen gleichzeitig austauschen kannst. Und da die gemeinsame Lernpause im Café bis auf weiteres ja ausfällt: Schalte dich online von Sofa zu Sofa mit deinen Mitlerner/innen zusammen!

BITTE BEACHTE:

Wenn die aktuelle Situation dir Angst macht, du konkrete Fragen zu Prüfungsleistungen und Studienfinanzierung hast, dann kannst du dich zurzeit auch telefonisch ans Studierendenwerk Hamburg wenden.

Einfach machen: 15 ungewöhnliche Methoden, um weniger zu grübeln

Studium abbrechen? Was werden Mama und Papa dazu sagen? Und was passiert mit dem Bafög? Dann doch die Uni durchziehen? Oder vielleicht doch noch für eine Ausbildung bewerben? Haben Studienaussteiger/innen überhaupt Chancen? Wie wäre es mit einem Fachwechsel? (…)

Kennst du das? Dein Gedankenkarussell dreht sich wild, du selbst fühlst dich allerdings komplett gelähmt. Du findest keinen Anfang. Aber auch kein Ende. Wir sagen: Stopp! Stopp mit diesem Kopfchaos! Wir laden dich ein, weniger zu grübeln und einfach zu machen. Mit 15 ungewöhnlichen Methoden und Übungen schenken wir dir einen Werkzeugkasten gegen das Gedankenchaos. Frei nach dem Motto: Gedanken zähmen für Einsteiger.

 

  1. Der Anti-Grübel-Vertrag

Setze einen Anti-Grübel-Vertrag mit dir selbst auf. Darauf kann zum Beispiel stehen: „Ich, Claudia Musterfrau, beschließe hiermit fröhlich und feierlich, ab heute, den 1. Januar 2020, weniger zu grübeln und einfach zu machen, in guten wie in schlechten Tagen.“ Unterschreibe deinen Vertrag und hänge ihn an einen Ort, wo du ihn gut und regelmäßig sehen kannst. Allein der Anblick und dein „offizieller“ Beschluss werden dich tagtäglich daran erinnern, dein Gedankenchaos mit den erlernten Methoden regelmäßig zu hinterfragen.

 

  1. Die Zehen-Wackel-Methode

Weiterstudieren? Ja? Nein? Jein? Vielleicht? Deine Gedanken drehen sich im Kreis und lassen sich nur schwer kontrollieren? Eine absolut simple Methode, das Grübeln zu stoppen: Wackle mit den beiden großen Zehen. Ja, du hast richtig gelesen. Zahlreiche Menschen machen das bereits unbewusst in belastenden Situationen. Wozu das gut sein soll? Um die Zehen zu bewegen, muss dein Gehirn etwas von seiner durch den Gedankenkreislauf geblockten Energie abzweigen. Außerdem wird durch die Zehenbewegung die Muskelanspannung gelöst. Kurzum: Das Zehengewackle bewirkt eine psychische und physische Entspannung. Devise: Nicht die Gedanken, sondern die Zehen kreisen lassen.

 

  1. Der zehn Minuten-Trick

Der zehn-Minuten-Trick ist eine höchstwirksame psychologische List! Schreibe dir die drei wichtigsten unerledigten Aufgaben auf, vor denen du dich seit Wochen drückst. Zum Beispiel: Deine Hausarbeit schreiben, den Bafög-Antrag fertigstellen, nach einem Praktikums- oder Ausbildungsplatz suchen, oder, oder, oder. Wähle nun eine Aufgabe aus und beschäftige dich zehn Minuten lang ausschließlich mit der Aufgabe. Fertig. Das klingt vielleicht unspektakulär. Denn was sind schon zehn Minuten? Zehn Minuten sind kurz, das sieht selbst dein innerer Schweinehund ein. Das ist auch der Clou an diesem Trick: Du schaffst es, anzufangen. Wenn du jetzt schon dabei bist, kommst du meistens richtig in Schwung. Schwer ist ja oft nur der Anfang. Wichtig: Hast du nach zehn Minuten wirklich keine Lust mehr weiterzumachen, dann zwinge dich nicht dazu. Sonst klappt der Trick nächstes Mal nicht mehr. Schließlich ist der Deal: zehn Minuten!

 

  1. Kurzmeditation für Eilige

„Ich muss noch … erledigen!“, „Ich habe … vergessen!“, „Ich mache mir Sorgen, dass…“, „Das habe ich nicht gut genug gemacht!“ Hast du diesen einen Gedanken, der dich wie ein Folterknecht schon den ganzen Tag quält? Wie wäre es mit einer Kurzmeditation? Gehe auf pixelthoughts.co und gib dort deinen Grübel-Gedanken ein. Schau den kurzen Animationsfilm an. Wir wetten mit dir: Innerhalb einer Minute bist du den Missetäter los.

 

  1. Mülltrennung: Der freundliche Denker

Du hast einen hartnäckigen Gedanken, der dich immer wieder heimsucht. Schmeiß ihn bewusst in die Tonne. Die Mülltrennungs-Methode läuft so: Stelle dir vor, da stehen fünf Mülltonnen. Gib ihnen Namen. Die Tonnen können heißen: Sabotage-Sondermüll, destruktiver Gedanken-Restmüll, altes Familiengemüse, traurige Erinnerungen, gemischter Unfrieden aller Art. Du kannst dir natürlich aus selber Namen für deine Mülltonnen überlegen. Schmeiße nun deine negativen Gedanken weg. Dabei sortierst du deinen Kopf-Müll und trennst ihn, Tonne für Tonne. Vergiss den Deckel am Schluss nicht!

 

  1. Das Schlecht-über-mich-denken-Glas

Kennst du das? Du hast eine Aufgabe. Du denkst an diese Aufgabe. Du kommst nicht zu Potte. Du machst dich schlecht. Und die Aufgabe: Die gehst du trotzdem nicht an. Dann, kurz vor Schluss, rockst du das Ding in lächerlichen fünf Minuten. Die Frage ist doch: Was hättest du in der ganzen Grübel-Zeit nur Tolles anstellen können? Um dich für diese Problematik zu sensibilisieren, kannst du ein Schlecht-über-mich-denken-Glas einführen: Für jeden schlechten Gedanken, mit dem du dich fertig machst, weil du noch etwas erledigen musst, wandern 50 Cent in dieses „Dunkle-Gedanken-Glas“. Schaue dir das Glas am Ende des Tages an. Ist es voll oder ist es leer? Überlege dir, was du in Zukunft mit dem Geld und deiner „Dunklen-Gedanken-Zeit“ anfangen möchtest.

 

  1. Drei-gute-Dinge-des-Tages

Gedanken lassen sich trainieren. Auch die guten! Wie legst du den Fokus auf die positiven Seiten des Lebens? Ganz einfach: Während des Tages sammelst du gedanklich all die schönen Momente und positiven Erkenntnisse, um dann abends die „Top-3-guten-Dinge-des-Tages“ auf einen Zettel zu schreiben und mit diesen Gedanken dann schlafen zu gehen.

 

  1. Der Stopp-Trick

Grübeln ist meist eine enorm selbstkritische Reflexion. Es fokussiert sich auf Vergangenes, Defizite, Fehler und Negatives. Das unterscheidet das Grübeln vom lösungs- und handlungsorientierten Denken. Mit dem Stopp-Trick kannst du das Negativ-Denken frühzeitig verhindern. Immer wenn ein schlechter Gedanke aufploppt und du anfängst zu grübeln, sagst du STOPP! Eine erweiterte Version der Stopp-Methode ist die „Wer spricht da?“-Übung. Wenn Gedanken seltsam anmuten, frage mit Humor: „Hallo? Stopp! Halt! Wer spricht da? Das bin nicht ich!“ Und: „Das nehme ich nicht ernst. Annahme verweigert! Ich schicke diese Gedanken gleich weiter.“

 

  1. Peripatetische Methode

Wo sich nichts rührt, kann sich nichts Neues entwickeln. Die Kreativitätsforschung ist sich darüber einig, dass Kreativität immer auch durch körperliche Bewegung in Gang und zum Fließen kommt. Schon die alten Griechen nutzten Bewegung, um den Geist auf Trab zu bringen. Die antiken Philosophen diskutierten am liebsten ihre Ideen, während sie in den schattigen Wandelgängen der Schulen auf und ab gingen. Mit dieser „peripatetischen Methode“ bewegten die Philosophen beim Spazierengehen Schritt für Schritt neue Gedankengänge. Du badest heute mal wieder in deiner Grübelsuppe? Gehe mindestens 15 Minuten an die frische Luft.

 

  1. Der Duft-Umschaltknopf

Hmm… riecht lecker. Es gibt Düfte, die erinnern an früher, an schöne Momente, manchmal sogar ganz unbewusst. Es ist sogar wissenschaftlich erwiesen, dass Gerüche Handlungen, Stimmungen und Emotionen beeinflussen. Und einmal herausgefunden, was dir guttut, welcher Duft dich derart berührt, besitzt du im wahrsten Sinne des Wortes einen duften Umschaltknopf in sämtlichen Stresssituationen. Also gehe der Frage nach, welcher Geruch dich beruhigt und entspannt. Der Duft von Lavendel? Der Geruch von Lebkuchen? Außerdem: Welche Aromen beleben und aktivieren dich? Hast du es herausgefunden? Dann nutze diese Wunderwaffe und belebe dich in „schwachen“ Momenten.

 

  1. Die doppelte-Atem-Entspannung

„Wie spät ist es? Es ist genau jetzt.“ Entspann dich! Mach dich locker mit dieser einfachen Atemübung: Atme etwa doppelt so lange aus wie ein. Wenn du beispielsweise fünf Sekunden lang einatmest, versuche, deine Ausatmung zehn Sekunden in die Länge zu ziehen. Einfach bewusst sehr langsam ausatmen. Das entspannt ungemein.

 

  1. Der Routine-Brecher

„Mache jeden Tag etwas, wovor Du Angst hast“, sagte einst Eleanor Roosevelt. Ein guter Rat. Pflege den kleinen Rebellen in dir. Brich bewusst deine Routinen! Damit brichst du auch deine negativen Denkmuster und Aktivitäten. Du trinkst gerne gemütlich im Bett Kaffee? Stell dich einfach mal ans Fenster mit deiner Tasse. Du gehst immer den gleichen Weg zur Arbeit? Nimm den etwas längeren Weg durch den Park! Du spazierst nach der Vorlesung immer gleich nach Hause? Setze dich heute eine Stunde in die Uni-Bib! Die Gedanken werden sich verändern, die kreativen Ideen häufen – wetten?

 

  1. Die Countdown-Methode

Auch eine Möglichkeit, um den Grübelprozess zu bremsen: Lasse ihn ganz bewusst für einen definierten Zeitraum zu. Also erst gar nicht versuchen, ihn zu unterbinden. Stelle einen Wecker oder die Timerfunktion deines Smartphones auf genau fünf Minuten. Beschäftige dich dann in Gedanken bewusst mit dem Ereignis bzw. das Thema, das in deinem Kopf kreist. Nach Ablauf der Zeit stellst du dir folgende Fragen: Habe ich neue Erkenntnisse gewonnen? (Wenn ja, welche?) Ist mir etwas klarer geworden? (Was genau?) Geht es mir jetzt besser? Auch wenn du alle Fragen mit Nein beantwortest – macht nichts! Das bewusst zeitbegrenzte, intensive Grübeln und das nachfolgende Reflektieren führen oft zu einem neuen Zugang oder einer Distanzierung deiner negativen Gedanken. Das wiederum erleichtert die Unterbrechung des Gedankenkreislaufs.

 

  1. Perfekt imperfekt

Fehler entdeckt? Das muss so! Du leidest unter einem „inneren Perfektionisten“?  Übe dich darin, kleine Dinge in aller Einfachheit abzuschließen. Sage öfters einmal: „Das ist jetzt so fertig. In dieser Form ist diese Sache für hier und heute abgeschlossen.“

 

  1. Die Torhüter-Übung

Diese Methode geht auf den Mönch Evagrius Ponticus zurück. Für viele Menschen ist die Torhüter-Übung bei Grübelzwängen unheimlich entlastend. Stelle dir vor, (negative) Gedanken seien wie Gäste, die an deine „Tür“ klopfen und um Einlass bitten. Du selbst bist dabei quasi der Türhüter, der die anklopfenden Gedanken befragt, was sie dir denn mitzuteilen haben. Frage dich: Welches Gefühl verbirgt sich hinter dem Grübelgedanken? Welches (unerfüllte) Bedürfnis? Welche Sehnsucht? Sprich: Was will dir ein Gedanke sagen, warum und wozu ist er da? Was ist seine Funktion und damit sein Sinn? Auch wenn du negative Gedanken nun einfach nicht „hereinlässt“, hast du diese doch ernst genommen und den in ihnen verborgenen Sinn erkannt.

 

 

 

 

 

 

 

„Heute mal (k)eine Vorlesung“: Studium im Motivationstief? Wie Du wieder ins Hoch kommst.

Hausarbeit: aufgeschoben. Klausur: verhauen. Vorlesung: verpasst. Motivation: im Keller. Studium: bye-bye? 17 Prozent der Studierenden beenden ihr Studium aufgrund mangelnder Studienmotivation. Das ging aus dem DZHW-Bericht Zwischen Studienerwartung und Studienwirklichkeit von 2017 hervor. Was kannst Du tun, wenn sich die Unlust auf Deine Studienleistungen auswirkt? shift geht dem Motivationstief und -hoch auf die Spur und gibt erste Tipps.

 

Wieso studiere ich?

Wenn wir studieren, dann tun wir das aus bestimmten Gründen: Etwas treibt uns. Wir haben ein bestimmtes Motiv! Diese Motive haben im Laufe der Semester einen nicht unerheblichen Einfluss darauf, wie engagiert Du Dein Studium angehst und mit aufkommenden Problemen umgehst.

 

Motivation von außen vs. Motivation von innen

Studienmotivation ist nichts anderes, als in irgendeiner Form Interesse daran zu haben, den Lernstoff aufzunehmen und dafür eventuelle Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Für manche Fächer lernst Du gerne, weil Dich der Stoff begeistert. Deine Motivation ist in dem Fall intrinsisch, denn Du führst die Handlung – ­das Studieren und Lernen – um ihrer selbst willen aus. Intrinsisch motivierte Menschen verfallen leichter in sogenannte Lern- und Schreib-„Flows“.

Häufig ist aber auch ein externer Faktor als Antrieb für das Lernen aktiv. In dem Fall bist Du extrinsisch motiviert. Die extrinsische Motivation spiegelt die Nutzenkomponente Deines Studiums wider – das erwartete Ergebnis setzt die Anreize zu Deiner Handlung.  Hast Du Dich aufgrund der Aussicht, im Anschluss an das Studium einen gut bezahlten Beruf ergreifen zu können, für einen bestimmten Studiengang entschieden? Motivieren Dich gute Noten? Dein Abschluss? Soziale Vergleiche?

 

Beispiele für intrinsische Motive:

  • Persönliche Begabung ausleben
  • Wunsch nach persönlicher Entfaltung
  • Wissenschaftliches Interesse
  • Fachinteresse
  • Soziales Interesse (z.B. anderen Menschen helfen)

 

Beispiele für extrinsische Motive:

  • Gute Arbeitsmarktchancen
  • Aussicht auf ein hohes Einkommen
  • Streben nach einem angesehenen Beruf
  • Ratschläge von Eltern/ Verwandten, Freund/innen /Bekannten
  • Empfehlungen von Studien- oder Berufsberater/innen

 

Voll motiviert? Oder null Bock? Dem Motivationshoch und -tief auf der Spur

Hin und wieder unmotiviert in der Vorlesung zu sitzen, ist normal. Sofern Du aber dauerhaft unmotiviert bist und Dich regelmäßig in die Hochschule und durch Hausarbeiten und Klausuren quälst, solltest Du dem Motivationstief auf den Grund gehen. Ein paar ehrlich beantwortete Fragen können Dir helfen, den Motivationsproblemen auf die Schliche zu kommen.

 

>> shift-Tipp <<

1. Mache den Motivationstief-Check. Stelle Dir dabei folgende Fragen:

Taucht das Motivationstief vorübergehend auf oder ist es ständig vorhanden? Was sind die mutmaßlichen Ursachen meines Motivationsproblems?

Mögliche Gründe für fehlende Studienmotivation können sein:

  • Falsche Erwartungen: Deine Vorstellungen von den Studieninhalten erweisen sich als unrealistisch und erfüllen nicht Deine Erwartungen an das Studium. Deine Fähigkeiten, Fertigkeiten, Interessen und Werte passen nicht zum Studienfach.
  • Fehlende Zukunftsvision: Du identifizierst Dich nicht mit dem Fach und hast keinen konkreten (Berufs)wunsch als Ziel des Studiums vor Augen. Eventuell verfolgst Du mit dem Studium unklare oder widersprüchliche Ziele.
  • Veränderung der Interessen und Rahmenbedingungen: Deine Interessen und Rahmenbedingungen haben sich im Verlauf des Studiums verändert.
  • Mehr Praxis, weniger Wissenschaft: Du hast festgestellt, dass Du lieber praxisorientiert und weniger theoretisch oder wissenschaftlich orientiert studieren möchtest.
  • Veränderte Perspektiven: Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben sich geändert – beziehungsweise Du bewertest sie anders.
  • Leistungsprobleme: Der Leistungsdruck ist Dir zu hoch.
  • Fehlende Techniken: Dir fehlen grundlegende Studiertechniken oder Du wendest ungeeignete Techniken an.
  • Externe emotionale Belastung: Du bist durch familiäre und private Verpflichtungen stark gestresst.

 

2. Mache den Motivationshoch-Check. Überlege Dir:

  • Deine Studienmotive: Woher schöpfst Du Deine Motivation? Was treibt Dich an, zu studieren – und was nicht? Mache Dir Deine intrinsischen und extrinsischen Motive zum Studium im Allgemeinen und zum jeweiligen Fach klar. Decke dabei Widersprüche auf.
  • Deine Erwartungen und Ziele: Die Frage nach Deinen Studienmotiven ist natürlich eng verknüpft mit Deinen persönlichen Erwartungen und Zielen, aber auch Werten und Lebensvorstellungen. Hier gilt es immer wieder, auszutarieren, wohin Deine Reise gehen soll. Frage Dich: Was ist Dein persönliches Ziel? Und: Ist es auch wirklich Dein eigenes Ziel? Visualisiere es und bringe positive Gefühle mit diesem Ziel und den damit verbundenen Aufgaben in Verbindung.
  • Dein Rüstzeug: Ziele und Motive sind Dir klar. Nun schaue Dir an, mit welchem Rüstzeug Du Dein Studium angehst. Was sind Deine Interessen, Fähigkeiten, Fertigkeiten? Sei dabei ehrlich mit Dir selbst. Frage Dich regelmäßig: Welche Techniken fehlen Dir noch, um Dein Studium zu meistern und Deine Ziele zu erreichen? Welche Fertigkeiten musst Du Dir noch aneignen? Ganz wichtig: Belohne Dich immer wieder für Deine Teilerfolge!
  • Deine Rahmenbedingungen: Hast Du Dich schon einmal gefragt, unter welchen Rahmenbedingungen Du besonders motiviert arbeitest? Welche Gründe, Dinge oder gar Menschen lassen Dich arbeiten, dass Du darüber die Zeit vergisst? Liste alles auf, was Dir einfällt – und mache Dich daran, Deine Umgebung danach zu gestalten!

 

Beratungsstellen an den Hamburger Hochschulen: Hier wird Dir geholfen!

Du findest alleine keinen Weg aus dem Motivationsloch? Das musst Du auch gar nicht. An den Hochschulen findest Du professionellen Beistand. Nutze ihn! Wertvolle Hilfe liefern zum Beispiel:

Schau Dir auch unbedingt das Angebot des Career Center und des Schreibzentrums an Deiner Hochschule an. Häufig bieten diese Dir spannende Workshops und Info-Veranstaltungen zu den Themen Motivation, Motivationstechniken, Studienmanagement oder Prokrastination.

 

Geheimtipp: das Weekly Write-In an der Uni Hamburg

Gemeinsam sind wir (schreib)stark! Ein Geheimtipp für Studierende im Motivationsloch ist das Weekly Write-in der Uni Hamburg für alle, die einen ruhigen Schreibraum suchen und sich motivierende Schreibgewohnheiten angewöhnen wollen. Wenn Dich das Thema „Aufschieben“ besonders beschäftigt, empfehlen wir Dir auch das shift-Interview „Ein Satz ist besser als kein Satz“ mit Bettina Niebuhr, Leiterin der Schreibwerkstatt der Uni Hamburg.

 

Studierst du gesund? – Erste Hilfe bei psychischen Problemen im Studium

 

Viele Studierende erleben während ihres Studiums schwierige persönliche Lebensphasen, manchmal sogar akute Belastungs- und Krisensituationen. Nicht immer können sie diese aus eigener Kraft überwinden. Müssen sie auch nicht. Wir stellen die wichtigsten Beratungseinrichtungen an den Hamburger Hochschulen vor, die Studierende bei psychischen Problemen aufsuchen können. Außerdem: Tools und Apps zur schnellen ersten Hilfe.

 

Umbruchsphase Studium

Andere Umgebung, neue Leute, höhere Leistungsstandards: Mit dem Studium beginnt für viele junge Menschen ein aufregender Lebensabschnitt. Täglich wirst du mit deinen Stärken, aber auch mit deinen Schwächen konfrontiert. Für viele Studierende ist dieser neue Alltag voller Anregungen. Für viele Studierende aber auch: einfach alles zu viel. Bei ihnen führt der neue Status zu Stress, Überforderung und Verunsicherung.  Gesellen sich zu den „normalen“ Stresssituationen auch noch Zeit- und Leistungsdruck, finanzielle Sorgen oder Zukunftsängste, kann man schon einmal in ein Loch fallen.

 

Kein Einzelfall: Jeder vierte Studierende klagt über hohes Stresserleben

Studierenden mit psychischen Problemen fällt es oft schwer, darüber zu sprechen. Dabei sind sie nicht alleine! Jeder vierte Studierende klagt über ein hohes Stresserleben und Erschöpfung – mögliche Vorboten eines Burnouts. Insbesondere weibliche Studierende fühlen sich belastet: So gibt jede fünfte Studentin an, unter den Symptomen einer sogenannten generalisierten Angststörung zu leiden und jede sechste hat Anzeichen eines depressiven Syndroms. Dies ergab eine Studie zur Gesundheit Studierender, die 2017 in Kooperation des DZHW mit der Freien Universität Berlin und der Techniker Krankenkasse entstand.

 

Hochschulberatung:  Einfach hingehen!

Wenn diese Probleme über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben, verschlechtert sich auch die Studienleistung. Wie kann verhindert werden, dass sich aus einer psychischen Belastungssituation eine psychische Erkrankung entwickelt? An den Hamburger Hochschulen existieren zahlreiche Präventionsprogramme und Hilfen für Studierende. Allen voran: die Studienberatung und psychologische Beratung. Das Gute an diesen Beratungsstellen: Wer hingeht, kommt im Grunde mit einem Lebensproblem und muss sich nicht zwangsläufig durch eine Krankheits-Störung outen. Das macht den Zugang zur Beratung an der Hochschule leichter als in einer Arztpraxis. Weiterer Pluspunkt: Die Arbeit dieser Beratungsstellen ist  auf die studentische Lebensrealität zugeschnitten.

 

Jedes Problem ist groß genug

Die Gründe, Studienberatung aufzusuchen, sind vielfältig. Typische Probleme Studierender sind zum Beispiel:

  • Arbeits- und Leistungskrisen
  • Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten
  • Prüfungsangst
  • Probleme mit der Arbeitsorganisation und dem Zeitmanagement
  • Identitätskrisen
  • Selbstwertzweifel
  • depressive Verstimmungen

 

#Shift-Tipp: Einfach hingehen! Auch schon, wenn es „nur ein bisschen zwickt“. Häufig neigen Menschen dazu, Probleme „mit sich selbst auszumachen“. Dabei kann bereits der Blick von außen helfen und die Erkenntnis, dass du nicht die einzige Person bist, die sich mit psychischen Problemen herumschlagen muss. Du hast große Hemmungen, persönlich vorbeizuschauen? Dann nimm per E-Mail Kontakt zu den Berater/innen auf.

 

Überblick: Hier wird dir geholfen!

 

  1. HILFE INNERHALB DER HOCHSCHULE:

Universität Hamburg:

Hochschule für Angewandte Wissenschaften:

HafenCity Universität Hamburg:

Technische Universität Hamburg (TUHH):

Studierendenwerk Hamburg:

AStA:

Studentische TelefonSeelsorge:

  • Die STUTS ist täglich von 20 bis 24 Uhr erreichbar unter (040) 411 70 411.

 

  1. HILFE AUSSERHALB DER HOCHSCHULE

Verzeichnis aller psychotherapeutischen Angebote in Hamburg:

Ärztlicher Notfalldienst Hamburg

 

  1. HILFE IM NETZ (TOOLS UND APPS)

StudiCare:

  • StudiCare“, das Online-Tool zur Selbsthilfe bietet direkt auf Studierende zugeschnittene, kostenlose Trainings zur Stressbewältigung an.

Dein Masterplan:

  • Das Portal „Dein Masterplan“ bietet Studierenden eine persönliche, kostenlose Online-Beratung und ein interaktives Training zur Bewältigung von Ängsten, Blockaden oder Motivationsproblemen im Studium.

Money, Money, Money – wenn Geldsorgen zu Studienzweifeln führen

Geld macht nicht glücklich, es beruhigt nur die Nerven. So sang es der großartige Rio Reiser vor fast 30 Jahren. Stimmt aber heute noch: Mehr als jeder zehnte Studierende (11 Prozent) steigt aufgrund finanzieller Probleme aus dem Studium aus. Ob es wirklich keine Alternative zum Studienausstieg gibt? Lass dich unbedingt zu finanziellen Fördermöglichkeiten beraten, bevor du eine Entscheidung triffst! Zum Beispiel beim Studierendenwerk Hamburg, Partner in unserem shift-Netzwerk.

 

BAföG – kommt nicht in Frage? Frag lieber nach!

Nach Angaben des Deutschen Studentenwerks wissen viele Studierende gar nicht, dass auch sie finanzielle Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz – kurz BAföG – in Anspruch nehmen könnten. Denn BAföG gibt es nicht nur als Finanzierungshilfe zum Höchstsatz. Je nach Einkommensverhältnissen kannst du auch eine Teilförderung erhalten. Das traf 2016 immerhin auf knapp 60 Prozent der Studierenden zu, so das Deutsche Studentenwerk.

shift-Tipp:

  • Du weißt nicht, ob du BAföG bekommen kannst? Lass dich beim Studierendenwerk Hamburg beraten. Dort findest du auch erste Informationen.

 

 

Stipendien können helfen

Abgesehen vom BAföG bestehen noch weitere Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung fürs Studium zu erhalten oder Engpässe im Studium zu überbrücken. Dazu gehören etwa Stipendien. Davon gibt es viele. Manche Stipendiengeber fördern mit Geld, andere mit Sachmitteln und wieder andere unterstützen Studierende in bestimmten Phasen ihres Studiums (zum Beispiel während des Examens oder Diploms). Stipendien für Studierende vergeben alle parteinahen Stiftungen, gewerkschaftsnahe Stiftungen sowie konfessionell gebundene Stiftungen. Außerdem vergeben auch Verbände, Wirtschaftsunternehmen und sogar Privatpersonen Stipendien. Die größte staatliche Stiftung im Bereich Begabtenförderung ist die Studienstiftung des Deutschen Volkes.

shift-Tipp:

  • Eine übersichtliche Vorauswahl der 13 größten Förderwerke findest du auch auf dem Portal ArbeiterKind.de.
  • Einen Überblick über die gesamte Stiftungs- und Stipendienlandschaft kannst du dir auf Infoportalen verschaffen. Unbedingt die voreingestellten Suchkriterien und per Freitextsuche mit Stichwörtern wie „Studium“, „Stipendium“ und der gewünschten Fachrichtung weiter eingrenzen.

 

 

Studienkredite und Bildungsfonds

Auch besondere Kreditmodelle für Studierende können dir dabei helfen, dein Studium weiterzuführen oder abzuschließen. Dazu gehören zum Beispiel Bildungsfonds: Private und institutionelle Investoren zahlen in einen Fonds ein, aus dem dann Studierende finanziert werden – vorausgesetzt, sie bestehen ein Bewerbungsverfahren. Zu den staatlichen Förderprogrammen gehört der Bildungskredit. Auch die staatliche KfW-Bank gewährt besondere Kredite für Studierende.

shift-Tipp:

Schön und gut – aber wie finde ich jetzt das Passende für mich? Keine Sorge: Das Studierendenwerk Hamburg kennt alle Optionen und berät dich dazu.

Und außerdem …

Unabhängig von speziell für Studierende gedachte finanzielle Unterstützung bzw. Studienfinanzierungsmodelle auf Darlehensbasis stehen dir als Studierende/r unter Umständen auch Leistungen wie Kindergeld, Wohngeld und Sozialleistungen zu – etwa, wenn das BAföG nicht reicht. Für Studierende in besonderen Lebenslagen (Studieren mit Kind, Studieren mit Behinderung/chronischer Erkrankung, Studierende aus dem Ausland) gibt es ebenfalls besondere finanzielle Unterstützung.

shift-Tipp:

 

 

Besser aufgestellt: kleine Entscheidungshilfe für Zweifler*innen

Ja, nein, ich weiß nicht… Seit das Semester wieder losgegangen ist, plagt dich das mulmige Gefühl: Ob das alles so seine Richtigkeit hat? Eigentlich macht dir dein Studienfach keine rechte Freude mehr. Aber ganz auf die Uni verzichten erscheint dir auch nicht als die Lösung. Wenn du dir unsicher bist, ob deine Zweifel am Fach oder am Studium insgesamt liegen, kann diese Übung dir helfen, Klarheit zu gewinnen. Vorteil: Dein Kopf hat erst einmal Sendepause. Dafür lässt du deine anderen Sinne zu Wort kommen!

 

Klären mit System

Die Übung, die wir dir vorstellen möchten, kommt aus der systemischen Beratung und leitet sich vom Instrument der systemischen Aufstellung ab. Praktisch: Sie funktioniert, ohne dass du dich erst mal in komplizierte Theorien vertiefen musst.

 

>> DAS BRAUCHST DU <<

> drei Blatt Papier (so groß, dass du dich draufstellen kannst) <

> Edding <

> Platz <

> ein bisschen ungestörte Zeit <

 

>> SO GEHT’S <<

Schreibe auf zwei der Blätter je eine der Optionen, die dich umtreiben, z.B. „Ich bleibe bei meinem Studienfach“ / „Ich wechsle mein Studienfach“ oder „Ich bleibe beim Studium“ / „Ich steige aus dem Studium aus.“

Aus dem dritten Blatt wird dein Joker. Du beschriftest es mit der Option „Ich will keins von beiden“.

Mische die Blätter so lange, bis du nicht mehr weißt, was auf welchem Blatt stand.

Lege die Blätter mit der Beschriftung nach unten auf den Boden in deinem Zimmer. Wo, kannst du ganz nach Gefühl entscheiden.

Jetzt Schuhe aus und rauf aufs erste Blatt. Welches es sein soll, entscheidest du ebenfalls einfach intuitiv.

Und dann: Spüren! Wie fühlst du dich? Kraftvoll? Oder angespannt? Oder entspannt? Was macht dein Atem? Wie ist deine Körperhaltung? Lass dir ruhig ein wenig Zeit. Du kannst auch die Augen schließen.

Notiere anschließend, wie es dir auf dem Blatt ergangen ist. Du kannst auch einfach deine Wahrnehmung mithilfe der Diktierfunktion auf dein Handy aufnehmen.

Dann runter vom Blatt und einmal ausschütteln. Such dir das nächste Blatt – und wieder: Spüren. Wahrnehmen. Notieren. Ausschütteln. Drittes Blatt…

Vergleiche auch, ob bzw. welche Unterschiede es zwischen den einzelnen „Standpunkten“ gibt. Wo fühlst du dich wohler? Welches Blatt gibt dir Energie?

Wenn du dich durch alle Blätter durchgearbeitet hast, drehst du sie um und vergleichst, was du dir zu den einzelnen Standpunkten notiert hast.

 

>> DAS BRINGT’S <<

Im besten Fall hast du ein klares Ergebnis – etwa ein eindeutig positives Gefühl auf einer der beiden Handlungsoptionen. Das bedeutet nicht, dass danach alle Frage geklärt sind. Aber zumindest hast du einen authentischen Anhaltspunkt, in welche Richtung du weitermachen kannst. Wenn sich etwa herausstellt, dass dir die Option „Ich wechsle mein Studienfach“ einen echten Energieschub gegeben hat, kannst du dich dazu informieren und beraten lassen.

Wenn du merkst, dass die beiden Entscheidungsoptionen sehr ähnliche Gefühle und Wahrnehmungen bei dir ausgelöst haben – auch ein wichtiger Hinweis! Du weißt dann zumindest, dass es dir wahrscheinlich nicht hilft, krampfhaft an einer Lösung festzuhalten. Besser: Such dir kompetente Unterstützung für deinen weiteren Entscheidungsprozess. Zum Beispiel bei den Beratungsstellen der Hochschulen und des Studierendenwerks Hamburg.

Und wenn „Keins von beiden“ rauskommt? Das ist ebenfalls absolut in Ordnung. Und ein wichtiger Hinweis darauf, dass womöglich die Alternativen noch nicht richtig benannt sind. Du kannst dich von da aus auf die Suche machen, wo stattdessen eine für dich stimmige Lösung liegen könnte. Auch dabei findest du Unterstützung bei den Beratungsstellen von Hochschulen und des Studierendenwerks Hamburg.

 

Tipps:

>> Es gibt kein richtig oder falsch! Bei dieser Übung geht es darum, sich zu vergegenwärtigen, was ist. Häufig bringt dich das Sich-Einlassen auf die Wahrnehmung auf ganz unerwartete Erkenntnisse. Diese Erfahrung kannst du für deinen weiteren Entscheidungsprozess nutzen.

>> Vielleicht möchtest du lieber eine/n Freund/in dabeihaben? Kein Problem! Er/Sie kann dich dabei begleiten, deine Wahrnehmung auf den einzelnen Standpunkten zu erforschen und festzuhalten.

Vielleicht hast du Lust, deine Erfahrung mit dieser Übung auf unserer Facebook-Seite mit anderen zu teilen? Oder du hast selbst Tipps, die dir schon mal bei einer Entscheidung geholfen haben? Wir freuen uns auf deinen Beitrag!

Du bist nicht allein… Fakten, Fakten, Fakten rund ums shiften

Die meisten Studierenden empfinden es erst einmal als Versagen, wenn sich abzeichnet: Studieren, das ist doch nicht das Wahre für mich. Dieses Gefühl kann ganz schön einsam machen. Muss es aber nicht: Immerhin 29 Prozent aller Bachelor-Studierenden stellen die Weichen für ihre berufliche Zukunft neu und shiften aus der Hochschule in eine andere berufliche Karriere. Und was geben Zahlen und Statistiken sonst noch her? Lest selbst – passende shift-Tipps inklusive

 

1. shiften – die häufigsten Gründe

Dass es mit dem Studium nicht läuft, kann viele Gründe haben: falsches Studienfach, finanzielle Nöte, persönliche Veränderungen, fehlende Eigenmotivation, unzutreffende Erwartungen an das Fach, Sehnsucht nach mehr praktischer Arbeit, schwierige Bedingungen an der Uni … Am häufigsten geben Studienaussteigende folgende Motive an:

ausschlaggebende Gründe Studienausstieg:

30 %    Leistungsprobleme

 17 %    mangelnde Studienmotivation

15 %    lieber praktische Tätigkeit

11 %    finanzielle Situation

11 %    persönliche Gründe

Quelle: Bericht Zwischen Studienerwartung und Studienwirklichkeit, DZHW 2017, S. 23

 

>>> Der shift-Tipp <<<

Trifft auch auf dich zu? Noch kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen!  Womöglich kannst du mit passenden Aufbaukursen dein Wissen aufstocken, mit Unterstützung von Studienberatenden neue Motivation schöpfen und deine persönliche Situation klären oder dich über Finanzierungsmöglichkeiten informieren. Lote mit dem shift-Wegweiser genauer aus, welche Optionen du hast:

 

 

2. shiften – wann die meisten gehen

Gehen oder bleiben? Die Entscheidung dieser Frage benötigt Zeit – je nach Art des Studienabschlusses fällt sie jedoch früher oder später. Insgesamt shiften Studienzweifelnde im Durchschnitt nach 4,7 Semestern. Knapp die Hälfte geht jedoch bereits in den ersten beiden Semestern, knapp ein Drittel steigt im dritten oder vierten Semester aus.

Zeit bis zum Studienausstieg:

1. und 2. Semester 47 % Bachelor-Abschluss 27 % Staatsexamen

3. und 4. Semester 29 % Bachelor-Abschluss 22 % Staatsexamen

5. und 6. Semester 12 % Bachelor-Abschluss 7 % Staatsexamen

7. und 8. Semester 7 % Bachelor-Abschluss 8 % Staatsexamen

Quelle: Bericht Zwischen Studienerwartung und Studienwirklichkeit, DZHW 2017, S. 47

 

>>>Der shift-Tipp <<<

Du überlegst auch? Gönn dir Zeit zur Orientierung! Karriere-Entscheidungen brauchen Zeit. Das gilt auch für die Überlegung, aus dem Studium auszusteigen und neue Berufswege einzuschlagen. Lass dich nicht vom Gefühl drängeln, zu schnell zu alt für Alternativen zu werden. Informier dich über Alternativen an der Hochschule und im Berufsleben – und triff deine Entscheidung in Ruhe. Nutze die shift-Übersicht aller Beratungs- und Vermittlungsangebote.

 

 

3. shiften – mit Berufsausbildung zufriedener

Die Entscheidung für den Studienausstieg ist gefallen – und nun? Statistisch betrachtet können diejenigen, die gezielt in eine Berufsausbildung geshiftet sind, zuversichtlich in die Zukunft blicken. Sie sind überwiegend so zufrieden mit ihrem Berufsleben wie Absolventinnen und Absolventen – und mit einigen Aspekten sogar zufriedener.

So zufrieden sind shifterinnen und shifter in eine Berufsausbildung:

90 %    Tätigkeit

85 %    Arbeitsbedingungen

83 %    Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

81 %    Sicherheit des Arbeitsplatzes

72 %    Karrieremöglichkeiten

68 %    gesellschaftl. Anerkennung der Berufstätigkeit

68 %    Familienfreundlichkeit

51 %    Einkommen

Quelle: Bericht Zwischen Studienerwartung und Studienwirklichkeit, DZHW 2017, S. 254

 

>>> Der shift-Tipp <<<

Wie bekomme ich meinen Traumjob? Du weißt schon, dass es an der Uni nicht weitergehen soll, hast dich für eine Ausbildung entschieden – aber wie du am besten einen passenden Ausbildungsbetrieb finden kannst, ist dir noch unklar? Die shift- Bewerbungsservices unterstützen dich beim Einstieg in die Ausbildung.