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Dennis Tietke (24) hat von 2013 bis 2016 eine Ausbildung zum Fluggerätmechaniker in der Fachrichtung Fertigungstechnik bei Lufthansa Technik in Hamburg absolviert. Ein Jahr zuvor hatte der 24-Jährige ein Studium an der Universität Hamburg begonnen – und brach es nach 3 Monaten ab. shift hat den gebürtigen Hamburger getroffen und nachgefragt, was ihn zu der Entscheidung bewegt hat und wie es ihm anschließend in der Ausbildung erging.

Warum hast Du damals Dein Studium abgebrochen?

Als ich angefangen habe zu studieren, war ich noch sehr unerfahren. Von der plötzlich gebotenen Selbstständigkeit war ich komplett überfordert. Obwohl mich das Studium – Geophysik – inhaltlich interessiert hat, war mir die Aufbereitung zu theoretisch. Der praktische Bezug, den ich noch aus der Schule kannte, hat mir gefehlt.

Und weshalb hast Du Dich für eine Ausbildung entschieden?

Ich wollte unbedingt etwas Praktisches machen – handwerkliches Arbeiten hat mir schon zu Schulzeiten Spaß gemacht. Auch die Luftfahrt hat mich schon immer fasziniert – privat bin ich bereits seit vielen Jahren als Planespotter unterwegs. Da war die Bewerbung zur Ausbildung als Fluggerätmechaniker bei Lufthansa Technik dann fast die logische Schlussfolgerung. Dass ich nicht früher auf die Idee gekommen bin, lag vielleicht daran, dass es in meinem Umfeld einfach normal war, nach dem Abitur ein Studium statt einer Ausbildung zu beginnen.

Wie kamst Du auf die Lufthansa Technik?

Im Jahr 2008 – da war ich gerade in der 9. Klasse – habe ich ein Schülerpraktikum bei Lufthansa Technik gemacht. Das Arbeiten an den Fliegern fand ich schon damals super spannend. Aber auf die Idee, diese Leidenschaft auch zum Beruf zu machen, bin ich erst später gekommen.

Wie hast Du Dich damals gefühlt, als Du Dein Studium abgebrochen hast? Und wie hat Dein Umfeld reagiert?

Ich war zunächst sehr erleichtert, da mich meine Unzufriedenheit mit dem Studium schon sehr belastet hat. Mein Umfeld hat meinen Studienabbruch eigentlich sehr gelassen aufgenommen. Klar, haben auch einige gefragt, warum ich jetzt den Schritt vom Studium zur Ausbildung gehe. Das konnte ich aber auch immer ganz gut begründen.

Was genau hat Dir an der Ausbildung besser gefallen?

Im Studium, wo wenig Struktur vorgegeben wird, habe ich mich verloren und überfordert gefühlt. In der Ausbildung hingegen wurde ich viel besser begleitet. Sowohl inhaltlich beim Lernen als auch persönlich durch die Zuordnung eines festen Ansprechpartners und der Arbeit in kleinen Gruppen. Es wird Dir viel mehr gezeigt und Du musst dir nicht alles selbstständig erarbeiten. Gerade die handwerkliche Arbeit hat mir gefallen, da ich so am Ende des Tages immer wusste, was ich geschafft habe – das Erlebnis hatte ich im Studium nie.

Wie war Deine Ausbildung aufgebaut?

In der Ausbildung zum Fluggerätemechaniker in der Fachrichtung Fertigungstechnik wechseln sich Praxisblöcke im Unternehmen mit Blockunterricht in der Berufsschule ab. Im ersten Lehrjahr wurden die Grundlagen vermittelt. Das war dann doch noch einmal etwas Theorie mit Lehrvideos oder Lehrbüchern. Wir haben aber immer die Möglichkeit gehabt, die Theorie direkt an den Werkbänken in der Ausbildungswerkstatt anzuwenden. Ab dem zweiten Lehrgang ging es für uns dann direkt in den Betrieb, wo wir mit Lehrgesellen an echten Aufträgen in der Werkstatt oder am Flieger gearbeitet haben – das war natürlich super spannend.

Hast Du Deinen Studienabbruch irgendwann bereut?

Nein, überhaupt nicht. Vor allem, da ich auch langfristig in diesem Arbeitsfeld und bei Lufthansa Technik bleiben möchte.

Was machst Du heute und wo siehst Du Dich in 5 Jahren?

Nach Ende meiner Ausbildung habe ich durch meinen Ausbildungsbetrieb die Möglichkeit bekommen, an dem Programm Destination Bachelor teilzunehmen. Hierbei werde ich von Unternehmensseite in einem Bachelorstudium im luftfahrttechnischen Bereich – in meinem Fall Flugzeugbau (B. Eng.) – unterstützt. In den vorlesungsfreien Zeiten bin ich weiterhin bei Lufthansa Technik beschäftigt. Das Programm ist ideal für mich, da die Ausbildung mir gezeigt hat, dass die Arbeit bei Lufthansa Technik auf jeden Fall das Richtige für mich ist. Parallel habe ich aber noch die Möglichkeit mich weiterzuentwickeln. Ein Studienabbruch bedeutet also kein „Nein“ zur persönlichen Weiterentwicklung. Bei Lufthansa Technik gibt es für Mitarbeiter viele Möglichkeiten der Weiterbildung – das muss auch nicht unbedingt ein Studium bedeuten. Als ausgebildeter Facharbeiter kann man ordentlich Karriere machen und sich hervorragend weiterbilden, etwa durch den Erwerb spezieller Lizenzen oder durch Auslandseinsätze. Ich persönlich wünsche mir in 5 Jahren immer noch bei Lufthansa Technik in Hamburg zu sein, mit einem netten Team an meiner Seite und mit interessanten Projekten.

Lufthansa Technik, als weltweit führender Anbieter luftfahrttechnischer Dienstleistungen, stellt an den deutschen Ausbildungsstandorten Hamburg und Frankfurt jährlich mehr als 80 Auszubildende ein. Darunter sind auch immer wieder Studienabbrecher zu finden – eine Gruppe, die im Auswahlverfahren aufgrund ihrer ausgeprägten Selbstreflektion oftmals gute Chancen hat. Lufthansa Technik begrüßt Bewerbungen von Studienabbrechern ausdrücklich und fordert sogar kurzfristig noch zur Bewerbung auf:

Für 2018 sind noch viele Ausbildungsstellen in verschiedenen Fachrichtungen frei. Bewerbt Euch ganz einfach über die Homepage: www.be-lufthansa.com/technik.

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