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Als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung macht Azubi Julian Peißker (24) die Prozesse in seinem Unternehmen ein bisschen leichter. Der Weg dorthin war für ihn nicht ganz so einfach: Im fünften Semester stieg er aus dem Wirtschaftsinformatikstudium aus, weil er den geforderten Leistungen nicht gerecht werden konnte. Durch gute Freunde fand er dennoch in einen studiennahen Berufszweig.

Eine Mischung aus BWL und Informatik sollte es für Julian sein, doch gerade der BWL-Zweig im Wirtschaftsinformatikstudium der Leuphana Universität Lüneburg lag Julian nicht: „Ich habe es schlicht nicht geschafft und bin zu oft durch die Prüfungen gefallen“, erzählt der gebürtige Buchholzer. „Auf der einen Seite ist klar, dass eine Universität bei einem so gefragten Studium wie BWL aussortieren muss. Auf der anderen Seite habe ich schlicht zu wenig gelernt.“ Ein Freund von Julian vermittelte den Kontakt zur direkt gruppe, einem Unternehmen in Bahrenfeld, das Beratungs- und Dienstleistungen im IT-Bereich anbietet, und bei dem Julian mit seiner Ehrlichkeit im Bewerbungsgespräch punkten konnte.

„Nicht jedem liegt das universitäre Lernen“, erklärt Human Ressources Managerin Jessica Lingenfelder, die sich für Studienaussteiger/-innen in ihrem Unternehmen einsetzt. „Es gibt viele Menschen, denen es leichter fällt – oder auch einfach mehr Spaß macht – „on the Job“ zu lernen und Zusammenhänge zu verstehen. In Zukunft wollen wir auch ‚Spätaussteiger/-innen‘ den berufsbegleitenden Abschluss ermöglichen, sodass diese nicht auf ein Ausbildungsgehalt zurückfallen und ihre bereits gesammelten Erfahrungen einsetzen können. Sie arbeiten bei uns im Rahmen einer normalen Vergütung und lernen gleichzeitig für die Prüfungen. Dieser Weg ist in der Regel länger als eine ‚normale‘ Ausbildung, am Ende steht das gleiche Ergebnis: ein anerkannter Abschluss der Handelskammer.“

Julian hat sich für die klassische Ausbildung entschieden, konnte diese schon jetzt durch seine Vorerfahrungen von drei auf zweieinhalb Jahre verkürzen. An der Itech Berufsschule in Wilhelmsburg lernt er in mehreren Blockunterrichts-Einheiten von ein bis drei Monaten Programmiersprachen zu verwenden und Softwarelösungen für Unternehmen zu entwickeln. „Mit einer Ausbildungsbetreuerin bespreche ich alle zwei Wochen den Verlauf meiner Ausbildung. Bei Wünschen hat aber auch mein Chef oder Teamleiter ein offenes Ohr.“ So auch, wenn Julian spannende technische Themen im Internet entdeckt. „Wenn mein Chef diese interessant findet, bekomme ich zwei, drei Tage, um mich mit diesem Thema zu beschäftigen. So habe ich beispielsweise mit zwei anderen Kollegen ein Programm entwickelt, das Mitarbeitern firmenrelevante Nachfragen beantwortet und nun gerade in der Testphase ist.“ Gerade die Fähigkeit, selbstständig zu arbeiten, sieht Julian als Gewinn seines vorangegangenen Studiums. Aber: „Noch einmal Studieren will ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Ich bin sehr gerne hier im Unternehmen und letztlich froh, dass mein Ausstieg mich hierher geführt hat.“

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