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Olesja ist eine „Shifterin“ im 2. Semester an der Design Factory International (DFI). Hier schildert sie ihren (Um-)Weg über ein Jurastudium hin zur dreijährigen Ausbildung als Medien- und Kommunikationsdesignerin an der Elbe.

„In meinem früheren Leben habe ich Jura studiert. Wenn man bedenkt, dass ich seit dem sechsten Lebensjahr eine Kunstschule besuchte, war die Entscheidung zu diesem Studium ein ziemlicher Bruch. Aber einfach nur Malen und Zeichnen wollte ich nie. Ein Kunststudium kam für mich nicht in Frage. Ich wollte etwas Wirtschaftliches und Anwendbares tun, unter Verwendung meiner eigenen Fähigkeiten.

Nur was sollte das bitte sein? Dazu fehlte mir damals jegliche Idee und es half mir auch keiner auf die Sprünge. Und so entschied ich mich, unter anderem durch die Beratung vom Arbeitsamt in der 10. Klasse sowie auf Drängen meiner Eltern, für das Jurastudium. Eine wirtschaftliche Vernunftsentscheidung. Meine kreativen Fähigkeiten und mein Herzenswunsch blieben dabei auf der Strecke.

Zur DFI kam ich dann durch meine Nichte. Die machte hier ihre Ausbildung zur Kommunikationsdesignerin und mich neugierig auf das vielfältige und interessante Berufsbild. In insgesamt 6 Semestern (Regelstudienzeit) wird kreative Vielfalt inklusive Leidenschaft und Neugier individuell gefördert. Voraussetzung sind hier lediglich ein Schulabschluss und ein Mindestalter von 16 Jahren.

Seit 2016 bin ich dabei. Von der ersten Woche an merkte ich, an einer kompletten „Enthusiasten“-Schule gelandet zu sein. Motivation wird hier groß geschrieben. Es gibt keine durchgehende Tutoren-Betreuung. Dozenten und Mitschüler spornen einen an, selbstständig zu arbeiten. Der Fokus liegt auf das eigenständige und kreative Arbeiten, das Entwickeln von Ideen im Team oder eben allein. Wir sind hier eine große Familie, die sich immer hilft und auch mal kritisch auseinander setzt.

Im nächsten Semester (3. Semester) entscheide ich mich dann für den Schwerpunkt meiner weiteren Ausbildung. Und kann wählen zwischen Art Direktion/Werbung, Brands + Branding, Editorial Design, Motion Design oder Webdesign/Digitale Kommunikation.

Ich finde, dass dieser Beruf zu wenig ausgeleuchtet ist. Und viele wissen nicht, welche Möglichkeiten diese Ausbildung und der Beruf bieten. Lange Zeit habe auch ich mir die „kreativen“ Berufe nicht angeschaut. Laien setzen den Ausdruck oft beleidigend ein. So, als hätte man gerade eine Spiegelei-Zeichnung auf dem Niveau von einem Kind vorgelegt. Oder die Wand weiß angestrichen. Und vor allem ohne jeglichen Bezug zu diesem wundervollen und auch sehr bodenständigen Beruf. Es wird dringend Zeit, ihn besser zu präsentieren.

Übrigens hielt ich es deshalb auch sehr lange für eine Charakterschwäche, gegen den Wunsch meiner Eltern nicht massiver angegangen zu sein. Aber wozu auch, ich hatte damals ja selbst überhaupt keinen Plan.

Ich bin froh, den Mut zu einem Wechsel dann doch noch gefunden zu haben. Auch, wenn es ein wenig gedauert hat.“

Tipp: Ab November 2017 bietet die Design Factory International für alle Interessierten (u.a Studienzweifler/innen und Studienaussteiger/innen) einen Creative Check-up an. Zurück