These Boots Are Made For Walking: von der Management-Theorie zur Management-Praxis

Kristina Reinolds Management-Studium fand ein jähes Ende, als sie im März 2016 durch eine entscheidende Prüfung fiel. Zwei Wochen später startete sie mit ihrer Ausbildung als Handelsfachwirtin bei Europas größtem Schuhhändler Deichmann durch. Heute leitet sie eine Filiale des Unternehmens.

 

Verpatzte Prüfung als Fügung

Eigentlich wollte Kristina Reinold nach ihrem Abitur im Jahr 2013 Modemanagement studieren. Berührungspunkte mit Trends in Sachen Kleidung sowie mit den notwendigen Planungen im Hintergrund, bis Röcke und Hosen, Sakkos und Pullover, T-Shirts und Abendgarderobe an der Stange hängen, hatten sich während ihrer Tätigkeit im Verkauf bei einem großen Modehandelshaus schon ergeben und Reinold zu dieser Entscheidung inspiriert. „Auf der Suche nach einem passenden Angebot musste ich jedoch schnell feststellen, dass diese Studiengänge extrem teuer sind“, berichtet Reinold. Um wenigstens ihrem Interesse für Management-Themen nachgehen zu können, schrieb sie sich für einen Management-Studiengang ein. Rückblickend bewertet sie die verpatzte Prüfung als Fügung: „Ich habe im Studium zwar nicht gelitten, war aber auch nicht wirklich mit dem Herzen dabei. Ich dachte eher: Nach dem Abitur geht man eben studieren. Für mich war es rückblickend geradezu ein Glück, dass ich wegen der nicht bestandenen Prüfung einen anderen Karriereweg einschlagen musste und so die Chance hatte, einen Beruf auszuüben, der wirklich zu mir passt.“

 

Karriere-shift mit Perspektive

Bei der Wahl ihrer Ausbildung musste Kristina Reinold nicht lange überlegen. „In der Ausbildung zur Handelsfachwirtin dreht sich alles um die Themen, die mich auch im Studium sehr gereizt haben“, erzählt Reinold. Organisation, Planung, Finanzierung, Marketing, Vertrieb und Beratung gehören dazu. Außerdem hatte sie die Möglichkeit, im Rahmen der Ausbildung die Ausbildungseignungsprüfung abzulegen. So gerüstet konnte sie nach der Ausbildung bei Deichmann an einem internen Weiterbildungsprogramm teilnehmen und bald in die Verkaufsstellenleitung. „Ich kümmere mich um notwendige Bestellungen, organisiere Sonderaktionen, leite mein Verkaufsteam und berate natürlich selbst auch Kundinnen und Kunden“, beschreibt Reinold ihren Arbeitsalltag. Dank der Qualifikation als Ausbilderin betreut sie auch die Azubis in ihrer Filiale. Und was hat sie von Deichmann als Arbeitgeber überzeugt? „Beim Probearbeiten stimmte einfach die Chemie im Team“, so Reinold. Dazu kommt: Das Unternehmen bietet interessante Karriereperspektiven. So besteht unter anderem die Möglichkeit, mehrere Filialen als Bezirksverkaufsleiterin zu betreuen. Kristina Reinold ist mit ihrer geshifteten Karriere jedenfalls ganz im Reinen. Ihr Rat an alle Studienzweifler/innen fällt entsprechend klar aus: „Hört auf euch selbst und eure Wünsche!“

 

Gut zu wissen:

Der Fachwirt-Abschluss steht im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) auf Stufe 6 und ist damit gleichbedeutend wie ein Bachelor-Abschluss.

 

Du interessierst dich für eine Ausbildung bei Deichmann?

Hier findest du alle Informationen!

Web: https://www.deichmann-karriere.de/

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Umorientiert. Na und?

Mit einem Studienausstieg sollten Bewerber/innen offen umgehen, erklärt Alexandra Trinkus. „Dann hat man sich halt mal falsch entschieden und musste sich umorientieren. Sich das einzugestehen, ist auch eine Stärke.“ Mit Bewerbungen kennt sich Alexandra Trinkus aus. Sie leitet den Bereich Ausbildung der Deutschen Afrika-Linien / John T. Essberger Unternehmensgruppe (DAL/JTE). Im shift-Gespräch verrät uns die Personalreferentin, wie eine Ausbildung zum/r Schifffahrtskaufmann/frau konkret aussieht und worauf sie bei der Auswahl neuer Bewerber/innen besonders achtet. Extra-Tipps für shifter/innen inklusive!

 

Keine Angst vor Internationalität

Vor Internationalität sollte ein Azubi bei DAL / JTE –  und in der maritimen Branche im Allgemeinen – keine Angst haben. Schließlich arbeite man hier mit Kunden auf der ganzen Welt zusammen, erklärt Alexandra Trinkus. Die Deutschen Afrika-Linien sind eine Linienreederei, die den Transport von Containern z.B. von Europa nach Südafrika, Ostafrika oder auch in den Indischen Ozean hinein anbieten. Weitere Routen ergänzen das Portfolio. Unter dem Namen John T. Essberger bzw. Essberger Tankers werden wiederum anspruchsvolle Chemikalien auf hochspezialisierten Tankern im Mittelmeer, vor allem aber in der Nord- und Ostsee transportiert. So bietet die Unternehmensgruppe ihren Azubis die zwei traditionellen Spezialisierungen an: Die Linien- und die Trampschifffahrt.

 

Das A und O der Schifffahrt: Kommunikation

Die Ausbildung zum/r Schifffahrtskaufmann/frau ist anspruchsvoll. Doch Alexandra Trinkus relativiert: „Du musst nicht perfekt sein! Aber gewisse Dinge musst du eben mögen. Das A und O in der Schifffahrt ist Kommunikation. Du solltest gut und viel kommunizieren können und wollen, auch auf Englisch. Schließlich arbeitest du mit Menschen auf der ganzen Welt zusammen. Außerdem solltest du den Überblick behalten können. Gerade in der Trampfahrt können Dinge, die du gerade geplant hast, wieder verworfen und neu geplant werden. Das darf nicht frustrieren. In der Linienfahrt ist es ein bisschen beständiger, aber auch da muss man sich mal durchbeißen.“

 

Die Ausbildung zum/r Schiffahrtskaufmann/frau

Insgesamt arbeiten bei DAL / JTE 250 Mitarbeiter/innen in Deutschland – die Seeleute nicht mitgezählt. Das Azubi-Team zählt momentan 18 Köpfe. Azubis mit Fachhochschulreife oder Abitur lernen 2,5 Jahre. Die Ausbildung fängt im Februar und im August an.

Alexandra Trinkus erklärt: „Während der Ausbildung durchläufst du in unserem Unternehmen alle Pflichtabteilungen. Im Falle der Linienfahrt ist es zum einen das Liner Operations, das sich um die Container kümmert. Hier dreht sich alles um Fragen wie: „Wo stehen unsere Leercontainer? Wie kommen diese zum Kunden? Müssen sie repariert werden?“ Dann gibt es den Customer Service – dort sitzen die Ansprechpartner für unsere Kunden. Eine Abteilung, die uns hier bei DAL sehr wichtig ist. Bei uns ruft der Kunde an und bekommt jede Frage von der gleichen Person beantwortet. Man muss sich also nicht irgendwo durchklingeln, sondern hat feste Ansprechpartner. Das macht uns besonders. Gerade wegen unseres individuellen Umgangs mit dem Kunden können wir uns gegen die Großen überhaupt behaupten.

In der Trampfahrt sind die Fachabteilungen anders gelagert. Die Charterer erhalten den Auftrag und fragen sich: „Haben wir überhaupt ein Schiff, das die Ladung an den besagten Ort fahren kann? Lohnt sich der Auftrag? Werden wir uns über den Preis einig?“ Dann geht der Auftrag weiter an das Operations Team, welche die Hafenanfahrt organisiert.

Die Abteilung des Shipmanagement gilt natürlich wieder für beide Fachrichtungen. Hier kümmern sich die Mitarbeiter/innen um Werftaufenthalte, Neubauten, den Einkauf von technischem Equipment, aber auch um alle Sicherheitschecks und Schulungen. Ebenso ist das Crewing für all unsere Kolleginnen und Kollegen an Bord verantwortlich.“

 

Fehler machen erlaubt

Eine Sache ist Alexandra Trinkus während einer Ausbildung wichtig: „Wenn jemand einen Fehler macht, bloß nichts unter den Tisch kehren, weil dann die Probleme erst richtig anfangen. Wer offen mit seinen Fehlern umgeht, kann sich auch sehr gut entwickeln. Schließlich durchläufst du alle Abteilungen und bist immer gut betreut – und zwar oft von Kolleg/innen, die hier irgendwann einmal selbst gelernt haben und nun seit vielen Jahren hier arbeiten.“

 

Der Bewerbungs-Prozess in drei Schritten

 

  1. Schritt: schriftlich bewerben

Tipp 1: Alles in eins – Datei-Ansammlungen vermeiden

„Wir freuen uns über Bewerbungen per E-Mail. Aber Achtung, packt alles in ein PDF. Bitte keine zehn Anhänge!“

Tipp 2: Nebenjob und Praktikum – bloß nichts weglassen

„Ich lese gerne Lebensläufe, in denen auch der Nebenjob drinsteht, das Babysitten oder das Regale-Einräumen im Supermarkt. Bloß nichts weglassen! Schreibe in den Lebenslauf alles, was du gemacht hast. Vor allem die Nebenjobs und Praktika. Das zeigt, dass du schon einmal dein eigenes Geld verdient hast. Du weißt, was es heißt, pünktlich zu sein, Verantwortung zu tragen.

Noten sind nicht alles. Vielmehr sollte ich das Gefühl haben, dass die Bewerber/innen auch andere Dinge mitbringen, wie zum Beispiel eben Verantwortungsbewusstsein. Das ist eine Sache, die du hier schon können musst Verantwortung übernehmen können und wollen, auch als Azubi.“

 

  1. Schritt: kennenlernen

 „Nach Sichtung der Bewerbungen lade ich die Bewerber/innen zum ersten Gespräch ein. Ich möchte die Kandidaten immer zuerst persönlich kennenlernen. Mir ist es wichtig, herauszufinden, mit welchem Typ Mensch ich es zu tun habe. Das Schifffahrtsspezifische lernst du ja später noch in der Berufsschule und bei uns.“

Traditionelle Reederei sucht engagierten Azubi

„Das Gespräch findet hier in unserem alten Gebäude statt. Wir sind schließlich eine traditionsreiche Reederei und ein sehr beständiges Unternehmen – das ist etwas, was uns gut und solide durch die Schifffahrtskrise gebracht hat. Das Traditionsreiche muss man aber eben auch mögen!“

 

  1. Der Auswahltag: Wer bin ich? Passe ich zum Beruf? Was erwartet mich in der Ausbildung?

„Nach dem Gespräch wähle ich aus, wen wir zu unserem jährlichen Auswahltag im Sommer einladen. Dort treffen noch einmal mehrere Bewerber/innen aufeinander. Es stoßen nun auch noch meine Kolleg/innen aus den Fachabteilungen dazu. Sie betreuen später die Azubis.  Beim Auswahltag geht es viel um die Frage: „Wer bin ich? Passe ich in die Schifffahrt und zur Unternehmensgruppe?“ Es muss eine Präsentation vorbereitet werden. Außerdem findet eine Gruppenarbeit statt.“

Wir nutzen den Auswahltag aber auch explizit dafür uns bei den Bewerbern vorzustellen. Dies geschieht in der Azubi-Time, die extra nur von Azubis gestaltet wird.

Sollten nach unserem Auswahltag nicht alle Plätze besetzt worden sein, führen wir in regelmäßigen Abständen sogenannte Kurz-Auswahltage durch. Hierfür laden wir gute Bewerber in kleinen Gruppen ein und besetzen so die freien Plätze. Wir haben hier gelernt flexibel zu sein.“

 

Extra-Tipps für Bewerber/innen mit shift im Lebenslauf

Alexandra Trinkus erhält viele Bewerbungen von Studienaussteiger/innen. „Über die freue ich mich sehr. Momentan gibt es diesen Trend, dass alle studieren müssen oder wollen. Wer kein normales Studium absolviert, macht häufig ein duales Studium. Ich finde es schade, dass der Ausbildung gar nicht die Möglichkeit gegeben wird. Denn so ein Studium ist nicht für Jeden etwas. Gerade das muss ein junger Mensch vielleicht auch erkennen. Jemand, der ein Studium bereits ausprobiert hat, sammelt durch seinen shift Erkenntnisse. Du weißt besser, was du willst: Zum Beispiel weniger Theorie und mehr Praxis. Vielleicht wünschst du dir auch, Teil einer Gruppe zu sein. Das ist hier im Unternehmen natürlich gegeben. In dem Fall weiß ich als Personalreferentin: „Die wollen diesen Ausbildungsplatz wirklich!“

Im Bewerbungsschreiben und im Gespräch solltest du offen mit deinem Studienausstieg umgehen. Das finde ich besser, als eine Lücke zu sehen, die ich nicht deuten kann. Dann hat man sich halt mal falsch entschieden und musste sich umorientieren. Na und? Sich das einzugestehen, ist auch eine Stärke.“

 

Hast du Interesse an einer Ausbildung zum/r Schifffahrtskaufmann/frau?

DAL/ JTE freut sich hier auf deine Bewerbung.

shift ins Blaue : Schifffahrt statt Schule

 Sie tauschten ihr Lehramts-Studium in Kiel gegen eine Schifffahrts-Ausbildung in Hamburg. Im shift-Interview erzählen Lars-Niklas Klamt und Ben Lukas Weber von Studienzweifeln, dem Gefühl „gebraucht zu werden“ und wie sie ihren Ausbildungsplatz bei den Deutschen Afrika-Linien / John T. Essberger ergatterten.

 

Ihr zwei habt beide ein Lehramts-Studium angefangen. Wie kam es zu eurem Studienausstieg?

 Ben: „Du wirst Lehrer, sagten mir Freunde und Verwandte voraus. Ich hatte mich zwar für duale Studiengänge beworben. Nach ersten Absagen beschloss ich: „Dann halt wirklich Lehrer. Du kannst mit Kindern und hast immer Spaß an der Schule gehabt.“ Ich bin allerdings sehr blind an die Uni gegangen. Wie es sich anfühlt, zu studieren, habe ich beispielsweise gar nicht bedacht. Plötzlich saß ich in einem dieser großen Hörsäle. Die ersten Klausuren waren nicht schwer, da kam ich ohne Probleme durch, aber von den ersten anderthalb Semestern ist nicht wirklich etwas hängengeblieben. Ich habe nie den Bezug zu den Sachen hergestellt, die mir vorgetragen wurden. Der spätere Beruf und der Alltag an der Schule waren nicht die Unbekannte, sondern das Studium.“

 Lars: „Auch bei mir war der Beruf nicht das eigentliche Problem. Ich arbeite sehr gerne mit Kindern zusammen und habe auch nebenbei an der Grundschule Aushilfsstunden gemacht. Am Ende war es vielmehr die Studienstruktur: Mir missfielen die unregelmäßigen Zeiten. Mal um 16 Uhr, mal um 12 Uhr Seminar haben – da kann man schnell in Lethargie verfallen. Ich konnte mich für Hausarbeiten und Klausuren motivieren, doch fühlte mich nicht sonderlich gebraucht. Ich wusste, es war nicht nachhaltig, was ich gerade mache. Deshalb habe ich mich entschieden, in eine Ausbildung zu gehen. Im Studium kommt das Gefühl der Nachhaltigkeit und des Sinns erst, wenn man einmal angestellt ist. Den Weg dahin kann man natürlich gehen, aber mir persönlich war er in dem Moment nicht geradlinig genug.“

 

War die Ausbildung nach dem Abi überhaupt Thema?

 Lars: „Nein, überhaupt nicht. Da erging es mir wie einem Großteil meiner Mitschüler.“

Ben: „Von meinen Eltern kam immer: Duales Studium oder eine Ausbildung. Eine Ausbildung war in meinem Freundeskreis überhaupt keine Option. Alle sind an die Uni oder noch ein Jahr durch die Weltgeschichte gereist. Zwei Jahre später wiesen dann allerdings relativ viele einen ähnlichen Lebenslauf wie ich auf.“

 

 

Wie war das mit den Zweifeln? Waren sie plötzlich da oder schlichen sie sich ein?

 Lars: „Bei mir hat sich das eingeschlichen. Anfangs war ich noch motiviert und wollte das gut machen. Zu Beginn des zweiten Semesters habe ich jedoch vernünftig über das Studium nachgedacht und festgestellt: „Das ist überhaupt nicht das, was du machen willst.“ Außerdem habe ich gemerkt, dass ich ein bisschen schlecht drauf war im Alltag. Das war natürlich eng mit der Frage verknüpft: „Wofür mache ich das eigentlich?“ Mein Gedankengang war schließlich folgender: „Ich höre nur mit dem Studium auf, wenn ich einen Ausbildungsplatz habe.“ Daraufhin bewarb ich mich, fand relativ schnell meinen Ausbildungsplatz und damit war das Thema durch. Ab dem Augenblick ging es schnell! Was länger brauchte, war der Prozess bis dahin.“

Ben: „Ich war von Anfang an nicht richtig begeistert. Aber wenn du mit etwas anfängt, solltest du normalerweise begeistert sein. Während des Lehramts-Studiums dachte ich oft: „Ich lerne gerade Dinge, über die ich weiß, dass ich sie später an der Schule nicht brauchen werde.“ Ob ich noch eine Hausarbeit über Shakespeare mache, interessierte keinen! Für mich war irgendwann klar, dass ich etwas machen möchte, bei dem ich den Effekt sehe. Es soll eine Bedeutung für Menschen haben. Im Studium war ich einfach ein bisschen verloren. Nach anderthalb Semester war klar, dass ich einen klaren Schnitt brauchte. Ich habe meine Wohnung in Kiel gekündigt, bin wieder zu meinen Eltern gezogen und habe nebenbei Bewerbungen geschrieben.“

 

Wie habt ihr euch anschließend über eure Zukunfts-Optionen informiert?

 Ben: „Ich hatte relativ schnell den Schifffahrts-Bezug, weil meine Mutter den Beruf vor 30 Jahren gelernt hat. Außerdem hatte ich das Glück, dass wir mit einem Broker befreundet sind. Bei ihm habe ich ein Praktikum gemacht, nachdem ich bereits die Zusage bei DAL / JTE hatte. Ab dem Moment wusste ich, dass ich meinen Weg gefunden habe. Wenn du morgens mit den Amerikanern und abends mit den Asiaten telefonierst, ist das absolut spannend. Frisch von der Schule oder der Uni, wirst du da auf die große, weite Welt losgelassen.“

Lars: „Nur über das Internet. Ich kannte niemanden, der in der Schifffahrt arbeitet. Ich wollte nach Hamburg und da kommt man natürlich relativ schnell auf die Schifffahrt.“

 

Zu eurer Spezialisierung als Schifffahrtskaufmänner…

 Ben: „Es gibt die Linien-Schifffahrt und die Tramp-Schifffahrt. Wir beide arbeiten in der Tramp-Schifffahrt. Den Unterschied kann man folgendermaßen erklären: Linienschifffahrt ist wie ein Bus, der immer die gleichen Fahrpläne abfährt. Hier hat man es meist mit Containerschiffen zu tun. Lars und ich sind in der Trampschifffahrt tätig. In unserem Fall haben wir es mit Chemikalientankern zu tun, die dann wie ein Taxi dahin fahren, wo sie gebraucht werden. Die Azubis der beiden Spezialisierungen lernen zusammen in einer Klasse der Berufsschule, aber der Berufsalltag unterscheidet sich doch relativ deutlich.“

 

Wie verlief euer Bewerbungsprozess?

 Ben: „Ich bin den „normalen“ Bewerbungsprozess durchlaufen. Ich fand es sehr persönlich. Hier bei  DAL / JTE findet erst einmal ein Vorgespräch statt, wo Bewerber und Ausbilder einen ersten Eindruck  voneinander erlangen können. Später folgt das Assessment-Center, bei dem du mit ca. 14 anderen Bewerbern die klassischen Aufgaben durchgehst. Die Stimmung war sehr konträr zu anderen Reedereien. Wenn man bei den „Großen“ ist, geht alles sehr schnell hintereinander vonstatten. Anderthalb Stunden lang kommen 20 Bewerber in den Raum und – zack – folgt die nächste Gruppe. Man braucht die richtige Größe für eine Ausbildung. Nicht zu groß und nicht zu klein. Das war hier für mich gegeben. Für die Schifffahrt ist DAL / JTE ein mittleres Unternehmen. Es ist keiner der riesigen Konzerne, in dem du in einer Abteilung den ganzen Tag das Gleiche machst. Hier bekommst du schon noch alles mit.“

Lars: „Bei mir verlief der Bewerbungsprozess ein bisschen anders. Zunächst hatte ich eine Zusage bei einer anderen Reederei. Beim Azubi-Speeddating in der Handelskammer bin ich auf DAL / JTE gestoßen. Ein paar Tage später wurde ich angerufen und zum 2. Bewerbungsgespräch eingeladen. Ich habe mich direkt sehr gut aufgehoben gefühlt.“

 

Nach dem shift

Wenn du das erste Mal einen Schiffskapitän in der Leitung hast. Wenn du mit Kollegen auf der ganzen Welt redest. Wenn du dich plötzlich für Vakuumpumpen interessierst.

>>> Lars-Niklas Klamt und Ben Lukas Weber wagten den shift in die Schifffahrt. Lese im Folge-Interview, was die zwei shifter an ihrer maritimen Ausbildung lieben! <<<

Nach dem shift: die Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann

Wenn du das erste Mal einen Schiffskapitän in der Leitung hast. Wenn du mit Kolleg/innen auf der ganzen Welt redest. Wenn du dich plötzlich für Vakuumpumpen interessierst. Lars-Niklas Klamt und Ben Lukas Weber wagten den shift in die Schifffahrt. Im Interview verraten sie uns, was sie an ihrer maritimen Ausbildung und ihrem Beruf lieben. Wie sie vom Lehramts-Studium überhaupt in die Schifffahrts-Ausbildung kamen, kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

 

Nach einem Wechsel von der Uni in die Ausbildung hieß es für euch Neustart mit Schifffahrt! Wie sahen die ersten Monate bei den Deutschen Afrika-Linien / John T. Essberger für euch aus?

 Lars: „Meine erste Abteilung war das Crewing. Das ist die Personalabteilung für die Crew. Ich habe mich dort direkt wohlgefühlt, was natürlich die Aufregung linderte. Zwei Monate lang hatte ich hier viele Möglichkeiten, gleich mitzumachen. Im Vergleich zum Studium ging es ungefähr nach einer Woche relativ schnell los. Der Abteilungsleiter übertrug mir direkt recht verantwortungsvolle Aufgaben. Das war genau, was ich wollte! Anschließend war ich beim Shipmanagement und in der Hafenagentur, die perfekte Abteilung, um alles über die Basics der Schifffahrt zu lernen. Hier gehst du viel auf das Schiff und kannst den Prozess im Hafen hautnah miterleben.“

Ben: „Ich war als Erstes in der Abteilung der Operations. Sie kümmert sich um die ganze Reiseplanung und den Ablauf der Schiffe. Das Operations-Department befindet sich auf einem Stockwerk mit dem Chartering und so bekam ich sofort alles mit – auch die Probleme, die irgendwo mal stattfinden. Das ist anfangs sehr hektisch. Die ersten drei Tage verstand ich nicht viel von den vielen Fachbegriffen. Aber nach einer Woche merkte ich: „Ok, das ist alles gar nicht so schwer. Wenn du logisch mitdenkst, kommst du überall mit.“

Im Operations bekommst du schnell viel Verantwortung übertragen. Wenn du das erste Mal ans Telefon gehst und einen Kapitän in der Leitung hast, wartet der nicht lang und erzählt einfach los. Darauf musst du einfach reagieren. Klar sind das Situationen, an denen du ein bisschen wächst. Mittlerweile bin ich total entspannt, wenn der Kapitän anruft. Ich bekomme auch von den Kollegen guten Support. Frei nach dem Prinzip: Es gibt keine dummen Fragen.

Nach meiner Zeit beim Operations wurde ich im Crewing eingesetzt. Hier haben sich bei mir einige Zusammenhänge geklärt. Vom Chartering wusste ich zum Beispiel, dass die Crew immer bestimmte Eigenschaften haben muss. Sie müssen einen gewissen Rang, eine Anzahl an Jahren für die Company gearbeitet haben, mehrere Jahre auf dem Schiff gefahren sein, je nach Anforderungen des Kunden. Über diese Vorlagen habe ich mir nicht weiter Gedanken gemacht. Im Crewing verstand ich erst, wie schwer es ist, ein Team so zusammenzustellen, dass es die Ladung fahren kann.

Jetzt habe ich alle Abteilungen durchlaufen – auch die Hafenagentur. Hier schnappst du auch Sachen auf, für die du dich davor nie interessiert hast. Inzwischen ist es aber für deinen Beruf spannend und relevant. Ich habe zum Beispiel vor kurzem mit dem technischen Inspektor über Vakuumpumpen geredet. Auf einmal hatte ich einen Bezug dazu, obwohl ich in der Schule nur wenig Interesse an Chemie und Physik hatte.“

 

Mit dem Kapitän telefonieren, über Vakuumpumpen diskutieren wie sieht euer perfekter Arbeitstag aus?

 Lars: „Ein Tag mit vielen Problemen, die du alle um 17.30 Uhr gelöst hast! Im Laufe des Operations-Tages kommen unvorhergesehene Dinge auf dich zu, die du in Absprache mit deinen Kollegen im Chartering gemeinsam lösen musst. Perfekt ist, wenn du deine Lösungen umsetzen kannst. Dann gehst du mit einem sehr zufriedenen Gefühl nach Hause. Du sagst dir: „Toll, ich hatte heute sechs, sieben schwierige Sachen zu regeln und ich habe es hinbekommen.“ Alleine deswegen würde ich den Beruf schon weiterempfehlen.

Bens Kapitäns-Beispiel zeigt: Du weißt nie, was kommt und darfst einfach keine Angst haben, zu reden. Du telefonierst bestimmt vierzig, fünfzig Mal am Tag. Daher musst du Lust darauf haben, kommunikativ zu sein. Hemmungen hat man natürlich immer am Anfang, aber mit der Zeit legt du sie schon ab.“

Ben: „Stimmt! Natürlich kommt es auf die Abteilung an, aber kein Tag sieht wie der andere aus. Immer ist irgendwas passiert, dass du regeln musst. Natürlich bist du als Azubi nie derjenige, der die endgültige Entscheidung trifft, aber du bist im Prozess involviert. Dadurch ist jeder Tag abwechslungsreich.

An der Berufsschule lernst du den kaufmännischen Beruf. Aber du brauchst immer noch etwas mehr Wissen, welches in der Berufsschule nicht verlangt wird. Daher ist es schon gut, die technischen Zusammenhänge auf dem Schiff zu verstehen. Zum Beispiel ist es gut zu wissen, welche Ladungen aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften nebeneinander gestaut werden können und welche nicht.

Das macht den Arbeitsalltag sehr spannend. Du lernst jeden Tag etwas dazu.

Du bist weder Techniker, noch Nautiker, aber trotzdem bist du eben eine Ansprechperson für den Kapitän und musst dir überlegen „Ok, was mach ich jetzt?“. Irgendwann kennst du auch bei wiederkehrenden Problemen die passenden Lösungen.“

 

Lars, du arbeitest inzwischen fest im Operations-Team. Ben, wo würdest du gerne nach deiner Ausbildung einsteigen?

 Ben: „Natürlich würde ich gerne zunächst in die Operations, aber die Technik hat mich auch sehr gefangen. In der Operations lernst du Menschen in der ganzen Welt kennen. Überall arbeiten zu können, wo es Reeder und Broker gibt, ist natürlich sehr verlockend. Mit dieser Ausbildung kann ich in Schweden, in den Staaten, in Singapur arbeiten.“

 

Wo seht ihr euch in ein paar Jahren?

 Lars: „Ich wurde gerade übernommen, bin in meiner Wunschabteilung und komme jeden Tag gerne zur Arbeit. Also will ich hier auf alle Fälle erst einmal bleiben. Es besteht über die Berufsschule die Möglichkeit, ein Studium zu machen, ein Bachelor in einem Jahr. Das halte ich für sinnvoll. Wie Ben sagte: Du lernst in der Schifffahrt viele Leute kennen. Daher besteht immer die Möglichkeit, noch einmal ins Ausland zu gehen.“

Ben: „Ich würde natürlich auch gerne übernommen werden. Wenn ich in einem langen Zeitraum, in 5 bis 10 Jahre denke, möchte ich auf alle Fälle eine längere Zeit im Ausland arbeiten. „

 

Was sind eure Tipps für Studienzweifler/innen und -aussteiger/innen?

 Lars: „Gewinne zunächst Klarheit und stelle dir die Frage: „Will ich wirklich nicht mehr studieren?“ Aber das weißt du in der Regel. Du denkst nur oft, dass du es nicht weißt. Wenn alles klar ist: Einfach machen. Sofort loslegen und nicht sagen „Ich schau dann mal“, sondern ab ins Internet und ans Telefon für Informationen. Ich bin auch zur Beratung ins Arbeitsamt und habe mit der Handelskammer telefoniert.“

Ben: „Dem kann ich mich nur anschließen. Du musst dir auch einfach eingestehen, dass du vielleicht nicht für das Studium geschaffen bist.“

 

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Zwischen 0 und 1 ist viel Platz: „neue fische“ hilft beim shift in digitale Berufe

Dalia Das lernte in den USA das Format der Technology Bootcamps kennen und schätzen. Sie bilden Quereinsteiger erfolgreich zu stark nachgefragten Web Developern und Data Scientists aus. Kurzerhand gründete sie in Deutschland das Unternehmen „neuefische – School and Pool for Digital Talent“.

 

Das erfährst du hier:

  • Wie hat Dalia Technology Bootcamps nach Deutschland gebracht?
  • Was genau bietet neuefische an?
  • Wie funktionieren die Trainings von neuefische?
  • Wer kann teilnehmen?
  • Wie werden die Teilnehmer/innen ausgewählt?
  • Und was ist mit Geld?

 

Wie hast du es geschafft, Technology Bootcamps nach Deutschland zu bringen?

In Deutschland fehlen Fachkräfte für digitale Berufe wie Entwickler/innen und Data Scientists. Das wusste ich aus vielen Gesprächen mit Personalverantwortlichen und Geschäftsführenden. 124.000 sind es 2019 laut dem Verband BITKOM gewesen. 150 Tage dauert es oftmals um eine der Stellen zu besetzen. Und ganz oft habe ich den Satz gehört: „Ob die Bewerber/innen ein abgeschlossenes Studium haben oder nicht, ist uns gleich – wenn sie denn trotzdem ihre Fähigkeiten demonstrieren können.“ Das ist für Studienaussteiger/innen natürlich schwierig. Da kann man erst einmal nur zeigen, was man nicht mehr wollte oder was man nicht konnte – im Gegenzug aber nicht beweisen, was man denn kann. Darum war meine nächste Frage an die Unternehmen: „Was müssen Quereinsteiger/innen oder Umsteiger/innen denn können, damit ihr ein gutes Gefühl bei den Bewerbungen habt?“ Im Grunde ging es mir darum abzuklären, ob deutsche Arbeitgeber/innen schon bereit sind für Formate wie die Technology Bootcamps. Deutschland. Und es hat sich gezeigt: Ja, das geht auch hier – wenn sich das Intensivtraining eng an der späteren beruflichen Praxis orientiert. Darum vermitteln wir bei neuefische jetzt genau das Handwerkszeug, was die Kursteilnehmer/innen für den Einstieg in den neuen Job brauchen.

 

Was genau bietet ihr bei neuefische an?

Zurzeit gibt es zwei Programme: das Training zum/zur Web-Entwickler/in und zum Data Scientist. Die Weiterbildung zum Webdeveloper legt den Schwerpunkt auf JavaScript als Programmiersprache und das von Facebook ins Leben gerufene Framework React. Das Endprodukt des Boot Camps ist dann eine App, die funktionieren muss und auch wirklich zum Einsatz kommt. Das ist auch ganz spannend für diejenigen Umsteiger/innen, die sich eigentlich nicht für besonders technikaffin halten. Ganz neue gibt es ein Bootcamp für die Programmiersprache Java, die im Markt ebenfalls sehr nachgefragt ist. Web- und Softwareentwickler gelten als Mangelberufe, und sind sogar bei der Agentur für Arbeit als solche gelistet.

 

Außerdem gibt es bei uns die Weiterbildung zum Data Scientist. Da geht es darum, große Datenmengen so ergiebig wie möglich zu verarbeiten und mit Hilfe von Machine Learning konkrete Vorhersagen zu treffen. Dieses Training eignet sich zum Beispiel für Menschen mit einem Studienhintergrund in den Natur- oder Ingenieurswissenschaften – auch für diejenigen, die zum Beispiel schon sehr lange Naturwissenschaften studieren, aber irgendwie den Abschluss nicht hinbekommen und aufgeben. Die sind häufig absolut ausreichen qualifiziert um in unser Programm einzusteigen – und danach auch in den Job. In beiden Programmen lernt man neben den fachspezifischen Themen auch den Umgang mit modernen Managementmethoden und Tools, die das Zusammenarbeiten und das Versionieren leichter machen.

 

Wie baut ihr die Trainings bei neuefische auf?

Ganz wichtig finde ich, dass wir sehr nah an den tatsächlichen Anforderungen an die Zielberufe ausbilden. Im Grunde bilden die Kursinhalte die ganz handfesten Kenntnisse ab, die in den Stellenausschreibungen abgefragt werden. Dazu gehören etwa bestimmte Programmiersprachen oder Arbeitsweisen. Unsere Absolvent/innen passen dann einfach eins zu eins auf so eine Stellenbeschreibung. Darum ist auch der Praxisanteil bei unseren Trainings sehr hoch. Dabei arbeiten die Kursteilnehmer/innen im Pair Programming, einer Arbeitsweise, die auch im Job später so stattfindet. Wir legen besonderen Wert auf sichtbare Ergebnisse, am Ende der Lerneinheiten steht ein schnelles Erfolgserlebnis – so was fehlt natürlich im Studium erst mal. Außerdem arbeiten die Teilnehmer/innen drei Monate wirklich intensiv in einer überschaubaren Gruppengröße, das bedeutet konkret: acht bis neun Stunden am Tag in einen festen Klassenverband von etwa 15 Leuten. Das kommt vor allem denjenigen entgegen, die so viel Energie in die Selbstorganisation an der Hochschule stecken mussten, dass sie am Ende deswegen aus dem Studium ausgestiegen sind. Zum Schluss erstellen alle Teilnehmer/innen ihr „digitales Gesellenstück“: Bei den Web Developern ist es die App, bei den Data Scientists verbergen sich hinter Namen wie BäckerAI, FC Python oder Översetter spannende Anwendungen, die mit Hilfe von Machine Learning Methoden und neuronalen Netzen komplexe Fragestellungen beantworten helfen.

 

Für wen eignen sich die Trainings von neuefische?

Viele Teilnehmer/innen kommen natürlich aus den Naturwissenschaften, etwa wenn sie nach zwei, drei Semestern feststellen: Das ist doch nichts für mich. Aber es gibt auch Aussteiger/innen aus Geisteswissenschaften wie sprach- und kulturwissenschaftlichen Studiengängen. Als Sprachwissenschaftler/in zum Beispiel ist man durchaus affin für Programmiersprachen – das wird einem meistens nur nicht so erklärt. Die meisten hören immer, dass man fürs Programmieren Mathematik braucht. Das braucht man aber gar nicht, ein gutes Sprachverständnis hilft da schon viel mehr. Bei uns sind schon Aussteiger/innen aus Fächern wie Anglistik oder Europawissenschaften in den Kursen supergut geworden und dann anschließend auch schnell in einen entsprechenden Job eingestiegen. Und dann kommen noch die Umsteiger/innen dazu, die schon erste Berufserfahrung haben. Das ergibt insgesamt eine spannende Mischung, auch von der Altersstruktur und vom sozialen Gefüge her. Zurzeit etwa haben wir drei Mütter dabei. In so einer Konstellation sitzt man ja sonst nicht unbedingt beim den Einstieg in die digitale Arbeitswelt zusammen.

 

Wie wählt ihr die Teilnehmer/innen aus?

Wir haben ein dreistufiges Auswahlverfahren: zwei Interviews und eine moderierte Übung. Da geht es uns aber nicht um Noten oder Abschlüsse, wir schauen vielmehr auch auf die richtige Motivation, auf Kommunikationsfähigkeit und Teamgeist. Und wir versuchen zu verstehen, woran das Studium gescheitert ist. Was war da schwierig? Glauben wir, dass wir das bei neuefische besser machen können? Dazu gehören solche Dinge wie Größe der Gruppe, enge Betreuung, übersichtliche Organisation. Auf jeden Fall wollen wir so ein bisschen den „Zug zum Tor“ erkennen können, sprich: Sind die Bewerber/innen wirklich motiviert? Wer noch gar nicht mit dem Thema Programmierung in Berührung gekommen ist, dem geben wir nach dem ersten Gespräch ein paar frei verfügbare Ressourcen mit, um sich selbst in das Thema Programmierung einzufinden und herauszufinden, ob das wirklich etwas für sie ist. Das fragen wir dann in einer zweiten Runde, nachdem sie sich ein bisschen vorbereiten konnten, ab. Dabei ist natürlich auch der Spaßfaktor ganz wichtig. Bei den Data Scientists legen wir noch etwas mehr Wert auf das Programmieren in der moderierten Übung und setzen Vorkenntnisse in Statistik voraus, der Kurs ist insgesamt einfach komplexer.

 

Wie kann man die Boot Camps finanzieren?

Die Trainings kosten ca. 8000 Euro für die drei Monate, das umfasst auch ein Laptop, das wir für die Dauer des Kurses stellen. Grundsätzlich sind wir ein privater Anbieter, die Teilnehmer/innen müssen die Kosten also selbst tragen. Besonders beliebt ist aber unser Späterzahlmodell. Dabei gehen wir erst einmal für die Teilnehmer/innen ins finanzielle Risiko – übrigens ein Grund, warum uns das Auswahlverfahren so wichtig ist. Die Teilnehmer/innen müssen erst ein Jahr, nachdem sie im Job sind, mit der Rückzahlung der Kursgebühr beginnen. Die meisten finden innerhalb der ersten drei Monate einen Job; statistisch gesehen stehen nach sechs Monaten nach Abschluss 92 Prozent unserer Absolvent/innen schon im Beruf. Die Raten passen sich dem Einkommen an und nehmen auch auf Pausen Rücksicht, etwa bei Elternzeit oder wenn doch noch mal eine längere Auszeit ansteht. Dann setzt die Zahlungsverpflichtung für diese Zeit aus. Man kann natürlich auch selbst und sofort zu zahlen – oft sind es auch die Eltern oder Großeltern der Teilnehmer, die den Wunsch zur Weiterbildung zum Webdeveloper oder die Weiterbildung zum Data Scientist finanziell unterstützen. „Eine dritte Möglichkeit gibt es auch noch: Unter bestimmten Umständen können sich auch Studienaussteiger/innen die Intensivtrainings über einen Bildungsgutschein die finanzieren. Wir haben uns entsprechend zertifizieren lassen. Studienaussteiger/innen sollten sich daher zumindest mal bei ihren Betreuer/innen des Jobcenters informieren, ob die Kursgebühr tatsächlich auch über einen solchen Bildungsgutschein abgedeckt werden kann.

 

Du möchtest mehr über das Angebot von „neuefische“ wissen?

Aber gern: https://neuefische.de/

 

Du möchtest mehr über die Gründerin Dalia Das und ihren Berufsweg erfahren?

Hier findest du Teil 1 unseres Interviews mit Dalia!

Erfolgreich gründen mit Studienwechsel

Dalia Das startete nach dem Abitur mit einem Jura-Studium. Es lief gut. Trotzdem wurde sie das nagende Gefühl nicht los, dass sie mit den Rechtswissenschaften noch nicht auf dem richtigen Weg war. Der Wechsel zum Studiengang „International Management“ an der Fachhochschule Dortmund erwies sich dann als Volltreffer. Heute leitet Dalia Das das von ihr gegründete Unternehmen „neuefische – School and Pool for Digital Talent“.

 

Man muss nicht immer Recht behalten

Eigentlich wusste Dalia Das genau, was sie will: ein Jura-Studium. Tatsächlich klappte es nach dem Abitur direkt mit einem Studienplatz an ihrer Wunsch-Uni in Münster. „Münster passte gut, weil ich da von zu Hause aus gut hinkommen konnte. Und Jura als Fach fand ich spannend, alles hat ja irgendwie mit Recht zu tun. Außerdem hantiere ich schon immer gern mit Sprache. Da erschien mir Jura durchaus passend, da geht es ständig darum, Texte auszulegen,“ begründet Das ihre Studienwahl. Die anfängliche Begeisterung wich bald schon großer Ernüchterung. „Mir war das Studium zu theoretisch, es bestand für mich zu viel aus Lesen und viel zu wenig aus spannenden Fällen“, berichtet Das. Parallel zum Uni-Leben arbeitete sie als studentische Hilfskraft in einer kleinen Unternehmensberatung, die Marktforschung betreibt und Unternehmen strategisch berät. „Ich habe erst mal so typische Aushilfstätigkeiten übernommen. Aber rechts und links vom Kopierer konnte ich viel von der eigentlichen Arbeit mitbekommen, die fand ich sehr interessant. Vor allem der unmittelbare Praxisbezug gefiel mir sehr.“ Als ein Kollege ihr vorschlägt, das Studienfach zu wechseln, um später im Unternehmen mitarbeiten zu können, kommt Das ernsthaft ins Grübeln. „Ich hatte meine ersten Jura-Prüfungen ganz ordentlich gemacht. Aber so richtig zielführend erschien mir das nicht mehr. Und einfach weitermachen, nur um das Studium zu Ende zu bringen? Dafür lagen noch zu viele Semester vor mir, ich war ja gerade erst im zweiten Semester angekommen,“ erzählt sie.

 

Neustart mit neuem Studienfach

Es war für Dalia Das nicht ganz einfach, ihren Eltern und ihrem Freundeskreis den Kurswechsel plausibel zu machen. „Ich hatte ja durchaus Erfolg im Studium, Freunde gefunden, eine funktionierende Lerngruppe. Das war alles irgendwie gut. Aber ich hatte das Gefühl: Mein Jurastudium begeistert alle anderen mehr als mich.“ Dazu kam: Durch den Studierendenjob in der Unternehmensberatung entdeckt Das ihr Faible fürs Internationale. „Ich fand es toll, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in anderen Ländern unterwegs waren. Die Beratungsfirma hat ein Büro in Paris und in Kopenhagen, das fühlte sich schon wie die große weite Welt an. Mit einem deutschen Staatsexamen in Jura hingegen kann man nicht ohne weiteres im Ausland arbeiten.“ Kurzentschlossen bewirbt sich Das auf Studiengänge, die damals ganz neu an Fachhochschulen angeboten werden. „Ich wünschte mir Praxisbezug, die Chance, im Ausland zu studieren, und einen international anerkannten Abschluss zu machen“, erläutert Das. Sie bekommt eine Zusage der Fachhochschule Dortmund für den Studiengang „International Management“, inklusive zwei Semester Auslandsstudium an ausgewählten Partnerhochschulen. Das lacht, als sie erzählt: „Tja, da musste ich mich plötzlich entscheiden, ob ich mich wirklich exmatrikuliere und mich woanders wieder einschreibe. Es war schon ein seltsames Gefühl, die Jura-Exmatrikulation in der Hand zu halten. Ich habe die tatsächlich aufbewahrt.“ Die Freude über den Neustart überwiegt schließlich. Das studiert vier Semester in Dortmund und geht für zwei Semester nach Amsterdam. Zum Studiengang gehört zudem ein praktisches Auslandssemester, dafür geht Das nach Kopenhagen. Und schreibt dann zu guter Letzt ihre Diplomarbeit.

 

Begeisterung für Online und Bildung

Nach dem Studienabschluss beginnt Das ihre Berufstätigkeit tatsächlich bei der Unternehmensberatung, bei der sie noch als Jura-Studentin gejobbt hat. Danach folgen Stationen bei AOL Deutschland und Bertelsmann. Dabei entdeckt Das ihre Faszination fürs Digitale: „Das Internet hat mich total begeistert. Ein klassisches Medienhaus wie Bertelsmann auf digitale Produkte und Prozesse umzustellen, war eine echte Herausforderung“. Das arbeitet ab 2009 bei Bertelsmann in verschiedenen Positionen der Geschäftsentwicklung. Als das Medienhaus in den Bildungsbereich einsteigt, nutzt sie die Gelegenheit und sucht in den USA nach Modellen für innovative, alternative Bildungswege. Dort lernt sie das Konzept der

Programmierungs-Bootcamps kennen. „In den Bootcamps werden Quereinsteiger/innen in nur drei Monaten für digitale Berufe qualifiziert,“ berichtet Das. „Die Teilnehmer/innen wollen sich zum Teil Jobs mit besseren Perspektiven erarbeiten, andere möchten einfach Teil dieser neuen, spannenden Berufswelt werden. Das funktioniert da sehr, sehr gut.“

 

Gründen mit guten Gründen

Nach ihrer Elternzeit steht für Dalia Das noch einmal ein shift an: Das ständige Reisen in die USA passte einfach nicht mehr zu mir. Um Familie und Beruf, Liebe zum Digitalen und zum Unternehmerischen nach eigenen Bedürfnissen unter einen Hut zu bekommen, beschließt sie: Die Bootcamps sind doch eigentlich auch ein Format für Deutschland! Das nimmt sich ein Jahr Zeit, ihre Idee auf Bits und Bytes zu prüfen. Sie spricht mit Personalverantwortlichen und Geschäftsführungen, klärt Bedarf und Zweifel bei den Unternehmen, informiert sich über notwendige Ausbildungsinhalte – und gründet 2018 ihr Unternehmen „neuefische School and Pool for Digital Talent“. Seitdem können unter anderem Studienaussteiger/innen in drei Monaten Intensivkurs die Weichen für ihr Berufsleben in der digitalen Welt neu stellen. Damit sich der Weg ins Berufsleben endlich wieder richtig anfühlt.

 

Du möchtest mehr über das Angebot von „neuefische“ wissen?

Aber gern: https://neuefische.de/

Oder lies Teil 2 unseres Interviews mit Dalia Das. Sie erklärt ausführlich, wie das Angebot funktioniert.

Einfach machen: 15 ungewöhnliche Methoden, um weniger zu grübeln

Studium abbrechen? Was werden Mama und Papa dazu sagen? Und was passiert mit dem Bafög? Dann doch die Uni durchziehen? Oder vielleicht doch noch für eine Ausbildung bewerben? Haben Studienaussteiger/innen überhaupt Chancen? Wie wäre es mit einem Fachwechsel? (…)

Kennst du das? Dein Gedankenkarussell dreht sich wild, du selbst fühlst dich allerdings komplett gelähmt. Du findest keinen Anfang. Aber auch kein Ende. Wir sagen: Stopp! Stopp mit diesem Kopfchaos! Wir laden dich ein, weniger zu grübeln und einfach zu machen. Mit 15 ungewöhnlichen Methoden und Übungen schenken wir dir einen Werkzeugkasten gegen das Gedankenchaos. Frei nach dem Motto: Gedanken zähmen für Einsteiger.

 

  1. Der Anti-Grübel-Vertrag

Setze einen Anti-Grübel-Vertrag mit dir selbst auf. Darauf kann zum Beispiel stehen: „Ich, Claudia Musterfrau, beschließe hiermit fröhlich und feierlich, ab heute, den 1. Januar 2020, weniger zu grübeln und einfach zu machen, in guten wie in schlechten Tagen.“ Unterschreibe deinen Vertrag und hänge ihn an einen Ort, wo du ihn gut und regelmäßig sehen kannst. Allein der Anblick und dein „offizieller“ Beschluss werden dich tagtäglich daran erinnern, dein Gedankenchaos mit den erlernten Methoden regelmäßig zu hinterfragen.

 

  1. Die Zehen-Wackel-Methode

Weiterstudieren? Ja? Nein? Jein? Vielleicht? Deine Gedanken drehen sich im Kreis und lassen sich nur schwer kontrollieren? Eine absolut simple Methode, das Grübeln zu stoppen: Wackle mit den beiden großen Zehen. Ja, du hast richtig gelesen. Zahlreiche Menschen machen das bereits unbewusst in belastenden Situationen. Wozu das gut sein soll? Um die Zehen zu bewegen, muss dein Gehirn etwas von seiner durch den Gedankenkreislauf geblockten Energie abzweigen. Außerdem wird durch die Zehenbewegung die Muskelanspannung gelöst. Kurzum: Das Zehengewackle bewirkt eine psychische und physische Entspannung. Devise: Nicht die Gedanken, sondern die Zehen kreisen lassen.

 

  1. Der zehn Minuten-Trick

Der zehn-Minuten-Trick ist eine höchstwirksame psychologische List! Schreibe dir die drei wichtigsten unerledigten Aufgaben auf, vor denen du dich seit Wochen drückst. Zum Beispiel: Deine Hausarbeit schreiben, den Bafög-Antrag fertigstellen, nach einem Praktikums- oder Ausbildungsplatz suchen, oder, oder, oder. Wähle nun eine Aufgabe aus und beschäftige dich zehn Minuten lang ausschließlich mit der Aufgabe. Fertig. Das klingt vielleicht unspektakulär. Denn was sind schon zehn Minuten? Zehn Minuten sind kurz, das sieht selbst dein innerer Schweinehund ein. Das ist auch der Clou an diesem Trick: Du schaffst es, anzufangen. Wenn du jetzt schon dabei bist, kommst du meistens richtig in Schwung. Schwer ist ja oft nur der Anfang. Wichtig: Hast du nach zehn Minuten wirklich keine Lust mehr weiterzumachen, dann zwinge dich nicht dazu. Sonst klappt der Trick nächstes Mal nicht mehr. Schließlich ist der Deal: zehn Minuten!

 

  1. Kurzmeditation für Eilige

„Ich muss noch … erledigen!“, „Ich habe … vergessen!“, „Ich mache mir Sorgen, dass…“, „Das habe ich nicht gut genug gemacht!“ Hast du diesen einen Gedanken, der dich wie ein Folterknecht schon den ganzen Tag quält? Wie wäre es mit einer Kurzmeditation? Gehe auf pixelthoughts.co und gib dort deinen Grübel-Gedanken ein. Schau den kurzen Animationsfilm an. Wir wetten mit dir: Innerhalb einer Minute bist du den Missetäter los.

 

  1. Mülltrennung: Der freundliche Denker

Du hast einen hartnäckigen Gedanken, der dich immer wieder heimsucht. Schmeiß ihn bewusst in die Tonne. Die Mülltrennungs-Methode läuft so: Stelle dir vor, da stehen fünf Mülltonnen. Gib ihnen Namen. Die Tonnen können heißen: Sabotage-Sondermüll, destruktiver Gedanken-Restmüll, altes Familiengemüse, traurige Erinnerungen, gemischter Unfrieden aller Art. Du kannst dir natürlich aus selber Namen für deine Mülltonnen überlegen. Schmeiße nun deine negativen Gedanken weg. Dabei sortierst du deinen Kopf-Müll und trennst ihn, Tonne für Tonne. Vergiss den Deckel am Schluss nicht!

 

  1. Das Schlecht-über-mich-denken-Glas

Kennst du das? Du hast eine Aufgabe. Du denkst an diese Aufgabe. Du kommst nicht zu Potte. Du machst dich schlecht. Und die Aufgabe: Die gehst du trotzdem nicht an. Dann, kurz vor Schluss, rockst du das Ding in lächerlichen fünf Minuten. Die Frage ist doch: Was hättest du in der ganzen Grübel-Zeit nur Tolles anstellen können? Um dich für diese Problematik zu sensibilisieren, kannst du ein Schlecht-über-mich-denken-Glas einführen: Für jeden schlechten Gedanken, mit dem du dich fertig machst, weil du noch etwas erledigen musst, wandern 50 Cent in dieses „Dunkle-Gedanken-Glas“. Schaue dir das Glas am Ende des Tages an. Ist es voll oder ist es leer? Überlege dir, was du in Zukunft mit dem Geld und deiner „Dunklen-Gedanken-Zeit“ anfangen möchtest.

 

  1. Drei-gute-Dinge-des-Tages

Gedanken lassen sich trainieren. Auch die guten! Wie legst du den Fokus auf die positiven Seiten des Lebens? Ganz einfach: Während des Tages sammelst du gedanklich all die schönen Momente und positiven Erkenntnisse, um dann abends die „Top-3-guten-Dinge-des-Tages“ auf einen Zettel zu schreiben und mit diesen Gedanken dann schlafen zu gehen.

 

  1. Der Stopp-Trick

Grübeln ist meist eine enorm selbstkritische Reflexion. Es fokussiert sich auf Vergangenes, Defizite, Fehler und Negatives. Das unterscheidet das Grübeln vom lösungs- und handlungsorientierten Denken. Mit dem Stopp-Trick kannst du das Negativ-Denken frühzeitig verhindern. Immer wenn ein schlechter Gedanke aufploppt und du anfängst zu grübeln, sagst du STOPP! Eine erweiterte Version der Stopp-Methode ist die „Wer spricht da?“-Übung. Wenn Gedanken seltsam anmuten, frage mit Humor: „Hallo? Stopp! Halt! Wer spricht da? Das bin nicht ich!“ Und: „Das nehme ich nicht ernst. Annahme verweigert! Ich schicke diese Gedanken gleich weiter.“

 

  1. Peripatetische Methode

Wo sich nichts rührt, kann sich nichts Neues entwickeln. Die Kreativitätsforschung ist sich darüber einig, dass Kreativität immer auch durch körperliche Bewegung in Gang und zum Fließen kommt. Schon die alten Griechen nutzten Bewegung, um den Geist auf Trab zu bringen. Die antiken Philosophen diskutierten am liebsten ihre Ideen, während sie in den schattigen Wandelgängen der Schulen auf und ab gingen. Mit dieser „peripatetischen Methode“ bewegten die Philosophen beim Spazierengehen Schritt für Schritt neue Gedankengänge. Du badest heute mal wieder in deiner Grübelsuppe? Gehe mindestens 15 Minuten an die frische Luft.

 

  1. Der Duft-Umschaltknopf

Hmm… riecht lecker. Es gibt Düfte, die erinnern an früher, an schöne Momente, manchmal sogar ganz unbewusst. Es ist sogar wissenschaftlich erwiesen, dass Gerüche Handlungen, Stimmungen und Emotionen beeinflussen. Und einmal herausgefunden, was dir guttut, welcher Duft dich derart berührt, besitzt du im wahrsten Sinne des Wortes einen duften Umschaltknopf in sämtlichen Stresssituationen. Also gehe der Frage nach, welcher Geruch dich beruhigt und entspannt. Der Duft von Lavendel? Der Geruch von Lebkuchen? Außerdem: Welche Aromen beleben und aktivieren dich? Hast du es herausgefunden? Dann nutze diese Wunderwaffe und belebe dich in „schwachen“ Momenten.

 

  1. Die doppelte-Atem-Entspannung

„Wie spät ist es? Es ist genau jetzt.“ Entspann dich! Mach dich locker mit dieser einfachen Atemübung: Atme etwa doppelt so lange aus wie ein. Wenn du beispielsweise fünf Sekunden lang einatmest, versuche, deine Ausatmung zehn Sekunden in die Länge zu ziehen. Einfach bewusst sehr langsam ausatmen. Das entspannt ungemein.

 

  1. Der Routine-Brecher

„Mache jeden Tag etwas, wovor Du Angst hast“, sagte einst Eleanor Roosevelt. Ein guter Rat. Pflege den kleinen Rebellen in dir. Brich bewusst deine Routinen! Damit brichst du auch deine negativen Denkmuster und Aktivitäten. Du trinkst gerne gemütlich im Bett Kaffee? Stell dich einfach mal ans Fenster mit deiner Tasse. Du gehst immer den gleichen Weg zur Arbeit? Nimm den etwas längeren Weg durch den Park! Du spazierst nach der Vorlesung immer gleich nach Hause? Setze dich heute eine Stunde in die Uni-Bib! Die Gedanken werden sich verändern, die kreativen Ideen häufen – wetten?

 

  1. Die Countdown-Methode

Auch eine Möglichkeit, um den Grübelprozess zu bremsen: Lasse ihn ganz bewusst für einen definierten Zeitraum zu. Also erst gar nicht versuchen, ihn zu unterbinden. Stelle einen Wecker oder die Timerfunktion deines Smartphones auf genau fünf Minuten. Beschäftige dich dann in Gedanken bewusst mit dem Ereignis bzw. das Thema, das in deinem Kopf kreist. Nach Ablauf der Zeit stellst du dir folgende Fragen: Habe ich neue Erkenntnisse gewonnen? (Wenn ja, welche?) Ist mir etwas klarer geworden? (Was genau?) Geht es mir jetzt besser? Auch wenn du alle Fragen mit Nein beantwortest – macht nichts! Das bewusst zeitbegrenzte, intensive Grübeln und das nachfolgende Reflektieren führen oft zu einem neuen Zugang oder einer Distanzierung deiner negativen Gedanken. Das wiederum erleichtert die Unterbrechung des Gedankenkreislaufs.

 

  1. Perfekt imperfekt

Fehler entdeckt? Das muss so! Du leidest unter einem „inneren Perfektionisten“?  Übe dich darin, kleine Dinge in aller Einfachheit abzuschließen. Sage öfters einmal: „Das ist jetzt so fertig. In dieser Form ist diese Sache für hier und heute abgeschlossen.“

 

  1. Die Torhüter-Übung

Diese Methode geht auf den Mönch Evagrius Ponticus zurück. Für viele Menschen ist die Torhüter-Übung bei Grübelzwängen unheimlich entlastend. Stelle dir vor, (negative) Gedanken seien wie Gäste, die an deine „Tür“ klopfen und um Einlass bitten. Du selbst bist dabei quasi der Türhüter, der die anklopfenden Gedanken befragt, was sie dir denn mitzuteilen haben. Frage dich: Welches Gefühl verbirgt sich hinter dem Grübelgedanken? Welches (unerfüllte) Bedürfnis? Welche Sehnsucht? Sprich: Was will dir ein Gedanke sagen, warum und wozu ist er da? Was ist seine Funktion und damit sein Sinn? Auch wenn du negative Gedanken nun einfach nicht „hereinlässt“, hast du diese doch ernst genommen und den in ihnen verborgenen Sinn erkannt.

 

 

 

 

 

 

 

BTA statt B.A.

Studieren? Ausbildung? Manchmal braucht es für die Berufsfindung einfach Umwege. Nach dem Abi wusste Fabian Pohlmann noch nicht genau, wohin es gehen soll. Er beschloss dennoch, es mit der Uni zu versuchen. Nach zwei Semestern war jedoch Schluss. Pohlmann wechselte an die School of Life Science Hamburg und begann eine Ausbildung zum Biologisch-technischen Assistenten (BTA). Inzwischen ist er sich sicher: „Wer überlegt, BTA zu machen: Go for it! Es ist super interessant.“

 

Zum Glück verschätzt

„Wer erfolgreich sein will, muss ein Studium abschließen. Und außerdem wird man immer gefragt: Was studierst du denn nach dem Abi?“ So erinnert sich Fabian Pohlmann an die eigene und die Erwartungshaltung seines Umfeldes, als das Ende der Schulzeit näher rückte. Im Rückblick sagt er: „Eigentlich steckte ich noch mitten in der Selbstfindung – was will ich eigentlich, was passt zu mir? Ich hab dann einfach beschlossen, Sozialökonomie zu studieren.“ Warum Sozialökonomie? „Das ist ein Mix aus vier Hauptfächern, später kann man kann sich auf eines der Fächer spezialisieren. Diese Wahlmöglichkeit fand ich gut – erst mal ein bisschen reinschnuppern und dann entscheiden, was mich interessiert.“ Pohlmanns Plan ging jedoch nicht auf. Nach dem zweiten Semester entschied er sich, aus dem Studium auszusteigen. Selbstkritisch merkt er an: „Das lag nicht nur an der Fächerwahl, Studieren ist einfach nichts für mich. Man muss sich selbst schon gut motivieren und strukturieren können. Das ist nicht meine Stärke, darum habe ich dann auch irgendwann gemerkt, dass ich mit dem Lernen zuhause nicht mehr hinterherkomme.“

 

Verständnis und Verwunderung

Fabian Pohlmann zieht – wie er es beschreibt – „die Reißleine“. Seine Familie und die Freund/innen stehen hinter seiner Entscheidung. „Als ich mit dem Thema zum ersten Mal ankam, haben sie schon gefragt: Hast du dir das gut überlegt? Aber im Großen und Ganzen war die Botschaft: Wenn das nichts für dich ist, dann hör auf.“ Verwundert zeigten sich – ganz unerwartet – die Kommiliton/innen. „Die Leute, mit denen ich an der Uni Kontakt hatte, konnten meine Entscheidung nicht so wirklich nachvollziehen“, berichtet Pohlmann.

 

Gut beraten bei der Agentur für Arbeit

Weil ihm die Recherche nach Ausbildungsberufen auf eigene Faust zu schleppend lief und er eine weitere Fehlentscheidung vermeiden wollte, suchte Fabian Pohlmann Unterstützung bei der Agentur für Arbeit. „Ich wusste inzwischen, dass ich beruflich im Gesundheitswesen arbeiten möchte, am liebsten in einem naturwissenschaftlich angehauchten Aufgabengebiet. Auf BTA bin ich aber erst durch diese Beratung gestoßen.“ Den Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit erlebt Fabian Pohlmann als rundum positiv. „Mein Berater hat erst mal versucht, mich als Persönlichkeit einzuschätzen und rauszufinden, was mir eigentlich liegt. Dazu haben wir zum Beispiel über meine Interessen und Freizeitaktivitäten gesprochen. Er ist wirklich gut auf meine Wünsche und Fragen eingegangen; wir haben dann gemeinsam geguckt, was passen könnte. Nach dem Gespräch war dann für mich klar: BTA soll’s werden!“

 

Lust statt Frust

Im Zuge der Beratung erfährt Pohlmann von der School of Life Science Hamburg. Die unmittelbare Anbindung ans UKE macht die Schule für ihn besonders reizvoll. Nun kann er etwa seine vorgeschriebenen Praktika in den Laboren des UKE absolvieren. Im Vergleich zu seinen Erfahrungen aus dem Studium schätzt Pohlmann an der Ausbildung neben den Inhalten vor allem auch die klare Struktur. „Mir hilft es total, dass wir zum Beispiel feste Abgabefristen haben. An der Uni ist es mir immer schwergefallen, mich rechtzeitig aufzuraffen und zu motivieren. Damit habe ich hier gar keine Probleme mehr.“ Auch das Lernen im Klassenverband sieht er als großen Vorteil. „Durch die Einführungstage konnten wir uns gut kennenlernen und es ist viel schneller eine Gemeinschaft entstanden. An der Uni muss man ja überhaupt erst mal Leute kennenlernen. Und dann lernt man ja oft sehr für sich und vereinzelt. Das war für mich auch so ein unterschwelliger Konkurrenzkampf. Fabian Pohlmann ist überzeugt: „BTA ist genau das Richtige für mich. Wenn ich von der Uni kam, war ich froh, endlich Freizeit zu haben. Natürlich finde ich Freizeit immer noch toll. Aber jetzt komme ich ohne das Gefühl nach Hause, endlich eine Last loswerden zu können. Ich habe einfach Lust auf das, was ich mache.“

 

Alles zur Ausbildung an der School of Life Science Hamburg findest du hier:

https://www.schooloflifescience.de/

Gute Aussichten: BTA statt Wetter

Merle Wolpert hatte klare Vorstellungen davon, wie es nach der Schule weitergehen sollte: Sie verwirklichte ihren Kindertraum und studierte Meteorologie. Schon bald zogen jedoch dunkle Wolken auf. Statt sich im Nebel zu verlieren, sorgte Merle tatkräftig für den Abzug des Tiefdruckgebiets: Sie stellte ihre Studienentscheidung selbstkritisch auf den Prüfstand – und entschied sich für eine Ausbildung zur Biologisch-technischen Assistentin (BTA). Seitdem strahlt ihr Himmel wieder blau.

 

Über den Schatten springen

Ihren Studienversuch bereut Merle Wolpert nicht: „Meteorologie hat mich schon als Kind interessiert, darum habe ich gleich nach der Schule mit der Uni losgelegt“, erzählt sie. „Es hat mir auch tatsächlich irre Spaß gemacht.“ Ihr wurde dennoch schnell klar: Der berufliche Alltag später passt nicht zu ihr. „Meteorologie bedeutet, viele Daten auszuwerten. Ich kann mir für mich aber nicht vorstellen, den ganzen Tag am Computer zu sitzen und Wettermodelle zu berechnen.“ Nach drei Semestern beschließt sie, aus dem Studium auszusteigen. Leicht fiel ihr diese Entscheidung nicht: „Was ich anfange, möchte ich auch zu Ende bringen. Und wenn man ein Studium beginnt, geht man ja nicht davon aus, dass man es abbricht. Sondern denkt: Das ziehe ich durch!“ Dass sie sich dennoch gegen das Durchziehen entscheiden konnte, sieht Merle Wolpert daher auch als persönliche Lernerfahrung. „Vorher hab ich auch immer gedacht: Warum brechen Leute ihr Studium ab? Haben die sich nicht vorher gut überlegt, was sie wollen? Inzwischen weiß ich aus eigener Erfahrung: Man kann vorher nicht alles wissen!“.

 

With a little Help

Merles Familie und Freunde unterstützen sie auf der Suche nach einer Alternative zum Studium: „Alle in meinem Umfeld haben die Entscheidung toll aufgenommen und mir geholfen, dann das Richtige zu finden.“ Dass es in Richtung Biologie und Chemie gehen soll, wird Merle schnell klar. Wie der nächste Ausbildungsschritt aussehen soll, bleibt jedoch erst einmal unklar. Nochmal Uni? Ausbildung? Und wenn ja, welche? Der entscheidende Tipp kommt von Merles Mutter. „Über den Kontakt zu einer Freundin wusste sie von dem Berufsbild. Sie hat mir dann geholfen, Infos zur Ausbildung zu finden. Als die Idee BTA-Ausbildung geboren war, ging es dann auch recht schnell ans Bewerben“, berichtet Merle.

 

Du zweifelst an deinem Studium? Merles Tipp für dich:

„Ich würde hinterfragen: Woher kommen die Zweifel? Komme ich inhaltlich mit, aber es interessiert mich nicht? Komme ich nicht mit, könnte es aber mit Nachhilfe schaffen? Dann muss man ja auch nicht gleich abbrechen. Oder ist es wirklich so, dass ich den Stoff einfach nicht bewältigen kann? Da muss man genau hingucken. Auf jeden Fall die Zweifel ernst nehmen! Bloß nicht beiseiteschieben und hoffen, das wird schon.“

 

Die Chemie stimmt

Ihre Ausbildung zur BTA absolviert Merle Wolpert jetzt an der School of Life Science Hamburg. Ausschlaggebend für ihre Entscheidung: die Atmosphäre, die sie beim Probetag aufsaugen konnte. „Ich hatte schon die Zusage einer anderen Schule. Hier an der SLS waren aber alle so nett, es hat einfach alles gepasst. Da fiel mir die Entscheidung dann leicht, meine Ausbildung hier zu beginnen.“ Besonders gefällt Merle die Mischung aus Theorie und Praxis. „Im Labor haben wir alle viel Spaß“, lacht sie. Aber auch die Theorie ist inzwischen mehr Lust als Frust. Das liegt auch am Aufbau der Ausbildung: Je drei Wochen lang widmen sich alle Schüler/innen einem Themenblock, der mit einer Klausur abgeschlossen wird. „Das ist ziemlich gut aufgebaut“, findet Merle. „Wir haben wirklich Zeit, tief in die Inhalte einzusteigen.“

 

Ist BTA was für dich? Merles Tipp:

„Wer die Ausbildung machen möchte, sollte natürlich naturwissenschaftlich interessiert sein. Englischkenntnisse schaden ebenfalls nicht. Außerdem braucht man den Willen, über die Petrischale hinauszublicken. Zu den Ausbildungsfächern gehört auch Ethik. Das ist angesichts der medizinischen Entwicklungen für die Zukunft auch echt wichtig.“

 

Am deutlichsten erlebt Merle Wolpert den Unterschied zu ihrer Uni-Zeit in der Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden. „Wir können mehr Fragen stellen und Aufgaben viel unmittelbarer mit den Lehrenden besprechen. Auch im Labor steht immer eine Lehrkraft für unsere Fragen bereit. Man fühlt sich einfach viel weniger alleingelassen“, lautet ihr Fazit. Und später? Forschung? Industrie? Krankenhaus? Mit der Entscheidung, in welche Richtung es im Berufsleben gehen soll, lässt Merle sich noch Zeit: „Ich glaube, bei der Entscheidung helfen die Praktika. Da merke ich sicher am besten, was mir Spaß bringt und was ich wirklich machen möchte.“

 

Alles zur Ausbildung an der School of Life Science Hamburg findest du hier:

https://www.schooloflifescience.de/

Bewerben mit Studienausstieg

Eigentlich kennt der Bauch längst die Wahrheit: Die Entscheidung fürs Studium stimmte doch nicht. Von der ersten Ahnung bis zum tatkräftigen Studienausstieg und einer Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz dauert es oft jedoch quälend lang. Einer der Gründe: „Damit kann ich mich doch unmöglich bewerben!“ Olga Demant, Ausbildungsverantwortliche bei der Bosch Sicherheitssysteme GmbH, sieht das anders.

 

Was denken Sie als Ausbildungsverantwortliche über die Chancen von Bewerber/innen, die aus ihrem Studium ausgestiegen sind?

Ich bin der Meinung, dass Arbeit Spaß machen sollte. Wenn man beim Studieren wirklich feststellt „Das ist nicht das Richtige für mich“ – dann ist es doch die beste Entscheidung, damit aufzuhören. Ein Beruf, mit dem man sein Leben lang unglücklich ist, nutzt niemandem.

Meine Kollegen und ich haben uns zudem intensiv mit der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt und den Bewerber/innen auseinandergesetzt. Die Bewerber/innen mit Studienausstieg gehören zur Generation Z. Die Menschen dieser Generation gehen insgesamt risikofreudiger ans Leben heran, sie sind bereit, auch mal Fehler zu machen oder Umwege zu gehen. Der perfekte Lebenslauf spielt für sie keine so große Rolle mehr.

Dazu muss man sagen: Die Rahmenbedingungen erlauben das auch. Wir haben ja zurzeit einen Bewerber/innenmarkt, sodass die Unternehmen sich verstärkt um Auszubildende bemühen müssen. Das wird zukünftig auch eher noch zunehmen.

 

Gibt es trotz Bewerber/innenmarkt „typische“ Überlegungen in Personalabteilungen oder Fragen an Studienaussteiger/innen, die sich bewerben? Und wie können diese damit umgehen?

Einen Studienausstieg sehe ich erst einmal nicht als Fehler, sondern als Chance. Wichtig ist mir nur, dass Betroffene ihre Entscheidung reflektieren und für sich bewerten. Sie sollten sich fragen: Wieso passiert mir das? Was lerne ich daraus? Natürlich werden Ausbildungsunternehmen auch fragen: „Warum haben Sie Ihr Studium nicht beendet?“ Auf solche Fragen sollten die Studienausteiger/innen schon vorbereitet sein. Je reflektierter Bewerber/innen darauf antworten können, desto ehrlicher kommt das meiner Erfahrung nach auch rüber.

 

Studien zufolge nennen Studienaussteiger/innen als einen der häufigsten Gründe Leistungsprobleme. Was können Sie aus Sicht einer Personalverantwortlichen Betroffenen mit auf den Weg geben?

Natürlich hört kein/e Personalverantwortliche/r den Satz „Ich komme mit Leistungsdruck nicht klar“ gern. Man kann aber offen im Gespräch darauf hinweisen, dass man im Laufe des Studiums festgestellt hat: Das Fach, ein Studium und die damit verbundenen Berufsaussichten passen nicht zu mir.

 

Was sollten Studienaussteiger/innen Ihrer Erfahrung nach auf jeden Fall vermeiden?

Sie sollten unbedingt irgendwie dafür sorgen, dass sie einen Abschluss bekommen. Das Berufsleben ändert sich zwar. Gerade hier in Deutschland fragen aber viele Arbeitgeber nach Abschlüssen. Es ist bei allen Bewerbungen einfach von Vorteil, wen man nicht als ungelernt dasteht.

 

Wann ist denn eigentlich der beste Zeitpunkt für Studienaussteiger/innen, sich zu bewerben?

Ich beobachte, dass Bewerbungen überwiegend erst spät, so im April und Mai, bei mir ankommen. Personalverantwortliche planen jedoch anders. Zu dem Zeitpunkt bin ich froh, wenn ich meine Ausbildungsplätze schon besetzt habe. Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte: Ich würde Studienaussteigenden raten, sich eher im Herbst und Winter zu bewerben. Wenn noch nicht ganz sicher ist, ob man wirklich aus dem Studium aussteigt, aber vielleicht schon einen Ausbildungsberuf im Blick hat: Trotzdem schon mal bewerben!

 

Du interessierst dich für eine Ausbildung bei Bosch Sicherheitssysteme GmbH?

Lies dazu auch die Geschichte von Simon Unverfärth.

 

Infos zur Ausbildung und Bewerbung findest du auch hier

https://www.bosch.de/karriere/