Online-Tagung des Berufsorientierungsprogramms vom 7.-11. Dezember 2020

Unter dem Motto „Von Arzt bis Zimmerin – Berufliche Orientierung an Gymnasien“ findet die diesjährige BOP-Tagung als Online-Konferenz statt. Es erwarten Dich ein Livestream sowie viele Möglichkeiten des Austauschs und der Beteiligung.

Interessiert?! Mehr Infos findest Du hier.

Termin: Montag-Samstag, 7.-11.12.2020
Teilnahme: Online-Anmeldung
Veranstalter: Berufsorientierungsprogramm, virtuelle Veranstaltung

Abschlussveranstaltung „Queraufstieg Berlin“ am 1. Dezember 2020

Das Projekt „Queraufstieg Berlin“ – durchgeführt vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) – hat Wege erprobt, wie Studienzweifler/innen und Studienabbrecher/innen für eine Beratung erreicht werden können. Außerdem war es das Ziel, die Möglichkeiten der beruflichen Bildung als gleichwertige Alternative darzustellen. Die praxiserprobten Konzepte und (digitalen) Lösungen werden mit einem bundesweiten Publikums- und Expert/innenkreis im Rahmen einer virtuellen Abschlussveranstaltung am 1. Dezember 2020 diskutiert.

Interessiert?! Mehr Infos findest Du hier.

Termin: Dienstag, 1.12.2020, 10.30-16.00 Uhr
Teilnahme: Online-Anmeldung
Veranstalter: Queraufstieg Berlin, virtuelle Veranstaltung über die Plattform hopin.to

Schneller durch die Krise – in vier Etappen durch das „House of Change“

Krisen sind Veränderungsprozesse – und Veränderungen benötigen Entscheidungen. Doch warum fällt es uns oft nicht leicht, Entscheidungen schnell und konsequent zu treffen? Und was passiert eigentlich bei Veränderungen? Mit dem „House of Change“ beschreibt der Psychologe Claes Janssen die unterschiedlichen Phasen eines Veränderungsprozesses und bietet Dir einen Rahmen, zu erkennen und benennen, wo Du Dich gerade in diesem Prozess befindest. Das Modell unterscheidet zwischen vier unterschiedlichen Zimmern, die bei einem Veränderungsprozess durchlaufen werden:

 

  1. Zimmer der Zufriedenheit: „Es lebe der Status quo!“

Hier, im Bereich der vertrauten Komfortzone, fühlen wir uns wohl und geborgen. Alles ist prima, sicher und unter Kontrolle. Wir sind zufrieden und fläzen uns auf der Sonnenterrasse der Selbstzufriedenheit, genießen den Zustand und möchten das Erreichte erhalten. Diesen Status verlassen wir nur ungern. Meist wirft uns ein Ereignis aus diesem angenehmen „Zimmer“ heraus. Durch eine Einbahntür gelangen wir ins…

 

  1. Zimmer der Verleugnung: „Das darf einfach nicht wahr sein!“

Ein Veränderungsprozess hat begonnen. Es gibt kein direktes Zurück in das „Zimmer der Zufriedenheit“. Unsere erste Reaktion darauf: „Das darf einfach nicht wahr sein. Das kann ich nicht glauben!“ Wir wollen an dem Bisherigen festhalten und gestehen uns daher meist nicht ein, was da Unvorhergesehenes und vielleicht Unangenehmes vor sich geht. In diesem Zustand der Verleugnung handeln wir oftmals so, als ob alles in Ordnung sei, Während wir an dem Alten festhalten, empfinden wir im Inneren jedoch Unbehagen, Unsicherheit sowie Ärger. Nach außen werden oft emotionaler und rationaler Widerstand und Trotz sichtbar. Wir wehren uns dagegen, Dinge und Situationen loszulassen oder uns auf Neues einzulassen. Irgendwann erkennen wir allerdings, dass wir uns etwas vormachen. Damit öffnet sich die Drehtür zum…

 

  1. Zimmer der Verwirrung: „Was für ein Tohuwabohu!“

Im „Zimmer der Verwirrung“ fehlt es uns an Orientierung. Der Boden unter unseren Füßen ist weg und wir wissen noch nicht, wie es weitergehen soll. Wir fühlen uns ratlos, hilflos und frustriert. Nur langsam wächst die Erkenntnis, dass Abschied von vertrauten Aufgaben, Rollen und Menschen ansteht. Erst am Tiefpunkt angekommen, sind wir bereit, uns auf das Neue einzulassen. Das ist der emotionale Wendepunkt. In dieser Phase hilft vor allem Klarheit. Wir benötigen eine Ahnung des Neuen, zum Beispiel ein Bild der gewünschten Zukunft. Ist das nicht der Fall, besteht die Gefahr, dass wir zwischen den Zimmern der Verleugnung und der Verwirrung hin- und herwandern, so dass der Aufenthalt in diesen Räumen sehr lange andauern kann. Nur für diejenigen, die das Bisherige loslassen, die anstehenden Veränderungen vollkommen akzeptieren und zu der ungewissen Zukunft „Ja“ sagen , ist der Weg frei für das..

 

  1. Zimmer der Erneuerung: „Ich habe etwas dazugelernt!“

Auf einmal tauchen die Silberstreifen am Horizont auf. Es eröffnen sich neue Möglichkeiten, an die wir bisher nie gedacht haben. Nun heißt es: Ärmel hochkrempeln und los geht’s. Das Neue wird angepackt, in die Tat umgesetzt und ausprobiert. Wir machen neue Erfahrungen und lernen aus Rückschlägen. So kehrt Stück für Stück die Orientierung und das Gefühl der Handlungsfähigkeit zurück. Unser Stresslevel sinkt. Durch die Umsetzungserfolge ernten wir die Früchte, die wir bei der Erneuerung gepflanzt haben und kehren mit gestärkter Zuversicht und Leistungskraft wieder in das „Zimmer der Zufriedenheit“ zurück.

 

In welchem Zimmer befindest Du Dich gerade?

 

(Online) Career Day am 1. und 2. Dezember

Der (Online) Career Day richtet sich an Studierende und Absolvent/innen aller Fachrichtungen, die in absehbarer Zeit in das Berufsleben einsteigen wollen. Das Career Center lädt ein, an Gesprächen mit Unternehmen in kleinen Gruppen von maximal 20 Studierenden teilzunehmen. Die Unternehmen stellen Einstiegs- und Aufstiegsmöglichkeiten, Traineeprogramme, Karriereoptionen, Arbeitsformen, Konzepte für die Vereinbarkeit Familie und Beruf und/oder Nachhaltigkeit, die Unternehmenskultur und internationalen Bezüge vor und beantworten Fragen.

Erfahrungsberichte zum Career Day findest Du im Career Center-Blog.

Interessiert?! Mehr Infos findest Du hier.

Termin: Dienstag/Mittwoch, 1./2.12.2020, 9-17.30 Uhr

Teilnahme: für Studierende, Absolvent/innen (bis 2 Jahre nach Abschluss) der Uni Hamburg, kostenlose Online-Anmeldung zu den einzelnen Unternehmensgesprächen
Veranstalter: Career Center Hamburg, Online-Meetingroom in Zoom

Einfach machen: 15 ungewöhnliche Methoden, um weniger zu grübeln

Studium abbrechen? Was werden Mama und Papa dazu sagen? Und was passiert mit dem Bafög? Dann doch die Uni durchziehen? Oder vielleicht doch noch für eine Ausbildung bewerben? Haben Studienaussteiger/innen überhaupt Chancen? Wie wäre es mit einem Fachwechsel? (…)

Kennst du das? Dein Gedankenkarussell dreht sich wild, du selbst fühlst dich allerdings komplett gelähmt. Du findest keinen Anfang. Aber auch kein Ende. Wir sagen: Stopp! Stopp mit diesem Kopfchaos! Wir laden dich ein, weniger zu grübeln und einfach zu machen. Mit 15 ungewöhnlichen Methoden und Übungen schenken wir dir einen Werkzeugkasten gegen das Gedankenchaos. Frei nach dem Motto: Gedanken zähmen für Einsteiger.

 

  1. Der Anti-Grübel-Vertrag

Setze einen Anti-Grübel-Vertrag mit dir selbst auf. Darauf kann zum Beispiel stehen: „Ich, Claudia Musterfrau, beschließe hiermit fröhlich und feierlich, ab heute, den 1. Januar 2020, weniger zu grübeln und einfach zu machen, in guten wie in schlechten Tagen.“ Unterschreibe deinen Vertrag und hänge ihn an einen Ort, wo du ihn gut und regelmäßig sehen kannst. Allein der Anblick und dein „offizieller“ Beschluss werden dich tagtäglich daran erinnern, dein Gedankenchaos mit den erlernten Methoden regelmäßig zu hinterfragen.

 

  1. Die Zehen-Wackel-Methode

Weiterstudieren? Ja? Nein? Jein? Vielleicht? Deine Gedanken drehen sich im Kreis und lassen sich nur schwer kontrollieren? Eine absolut simple Methode, das Grübeln zu stoppen: Wackle mit den beiden großen Zehen. Ja, du hast richtig gelesen. Zahlreiche Menschen machen das bereits unbewusst in belastenden Situationen. Wozu das gut sein soll? Um die Zehen zu bewegen, muss dein Gehirn etwas von seiner durch den Gedankenkreislauf geblockten Energie abzweigen. Außerdem wird durch die Zehenbewegung die Muskelanspannung gelöst. Kurzum: Das Zehengewackle bewirkt eine psychische und physische Entspannung. Devise: Nicht die Gedanken, sondern die Zehen kreisen lassen.

 

  1. Der zehn Minuten-Trick

Der zehn-Minuten-Trick ist eine höchstwirksame psychologische List! Schreibe dir die drei wichtigsten unerledigten Aufgaben auf, vor denen du dich seit Wochen drückst. Zum Beispiel: Deine Hausarbeit schreiben, den Bafög-Antrag fertigstellen, nach einem Praktikums- oder Ausbildungsplatz suchen, oder, oder, oder. Wähle nun eine Aufgabe aus und beschäftige dich zehn Minuten lang ausschließlich mit der Aufgabe. Fertig. Das klingt vielleicht unspektakulär. Denn was sind schon zehn Minuten? Zehn Minuten sind kurz, das sieht selbst dein innerer Schweinehund ein. Das ist auch der Clou an diesem Trick: Du schaffst es, anzufangen. Wenn du jetzt schon dabei bist, kommst du meistens richtig in Schwung. Schwer ist ja oft nur der Anfang. Wichtig: Hast du nach zehn Minuten wirklich keine Lust mehr weiterzumachen, dann zwinge dich nicht dazu. Sonst klappt der Trick nächstes Mal nicht mehr. Schließlich ist der Deal: zehn Minuten!

 

  1. Kurzmeditation für Eilige

„Ich muss noch … erledigen!“, „Ich habe … vergessen!“, „Ich mache mir Sorgen, dass…“, „Das habe ich nicht gut genug gemacht!“ Hast du diesen einen Gedanken, der dich wie ein Folterknecht schon den ganzen Tag quält? Wie wäre es mit einer Kurzmeditation? Gehe auf pixelthoughts.co und gib dort deinen Grübel-Gedanken ein. Schau den kurzen Animationsfilm an. Wir wetten mit dir: Innerhalb einer Minute bist du den Missetäter los.

 

  1. Mülltrennung: Der freundliche Denker

Du hast einen hartnäckigen Gedanken, der dich immer wieder heimsucht. Schmeiß ihn bewusst in die Tonne. Die Mülltrennungs-Methode läuft so: Stelle dir vor, da stehen fünf Mülltonnen. Gib ihnen Namen. Die Tonnen können heißen: Sabotage-Sondermüll, destruktiver Gedanken-Restmüll, altes Familiengemüse, traurige Erinnerungen, gemischter Unfrieden aller Art. Du kannst dir natürlich aus selber Namen für deine Mülltonnen überlegen. Schmeiße nun deine negativen Gedanken weg. Dabei sortierst du deinen Kopf-Müll und trennst ihn, Tonne für Tonne. Vergiss den Deckel am Schluss nicht!

 

  1. Das Schlecht-über-mich-denken-Glas

Kennst du das? Du hast eine Aufgabe. Du denkst an diese Aufgabe. Du kommst nicht zu Potte. Du machst dich schlecht. Und die Aufgabe: Die gehst du trotzdem nicht an. Dann, kurz vor Schluss, rockst du das Ding in lächerlichen fünf Minuten. Die Frage ist doch: Was hättest du in der ganzen Grübel-Zeit nur Tolles anstellen können? Um dich für diese Problematik zu sensibilisieren, kannst du ein Schlecht-über-mich-denken-Glas einführen: Für jeden schlechten Gedanken, mit dem du dich fertig machst, weil du noch etwas erledigen musst, wandern 50 Cent in dieses „Dunkle-Gedanken-Glas“. Schaue dir das Glas am Ende des Tages an. Ist es voll oder ist es leer? Überlege dir, was du in Zukunft mit dem Geld und deiner „Dunklen-Gedanken-Zeit“ anfangen möchtest.

 

  1. Drei-gute-Dinge-des-Tages

Gedanken lassen sich trainieren. Auch die guten! Wie legst du den Fokus auf die positiven Seiten des Lebens? Ganz einfach: Während des Tages sammelst du gedanklich all die schönen Momente und positiven Erkenntnisse, um dann abends die „Top-3-guten-Dinge-des-Tages“ auf einen Zettel zu schreiben und mit diesen Gedanken dann schlafen zu gehen.

 

  1. Der Stopp-Trick

Grübeln ist meist eine enorm selbstkritische Reflexion. Es fokussiert sich auf Vergangenes, Defizite, Fehler und Negatives. Das unterscheidet das Grübeln vom lösungs- und handlungsorientierten Denken. Mit dem Stopp-Trick kannst du das Negativ-Denken frühzeitig verhindern. Immer wenn ein schlechter Gedanke aufploppt und du anfängst zu grübeln, sagst du STOPP! Eine erweiterte Version der Stopp-Methode ist die „Wer spricht da?“-Übung. Wenn Gedanken seltsam anmuten, frage mit Humor: „Hallo? Stopp! Halt! Wer spricht da? Das bin nicht ich!“ Und: „Das nehme ich nicht ernst. Annahme verweigert! Ich schicke diese Gedanken gleich weiter.“

 

  1. Peripatetische Methode

Wo sich nichts rührt, kann sich nichts Neues entwickeln. Die Kreativitätsforschung ist sich darüber einig, dass Kreativität immer auch durch körperliche Bewegung in Gang und zum Fließen kommt. Schon die alten Griechen nutzten Bewegung, um den Geist auf Trab zu bringen. Die antiken Philosophen diskutierten am liebsten ihre Ideen, während sie in den schattigen Wandelgängen der Schulen auf und ab gingen. Mit dieser „peripatetischen Methode“ bewegten die Philosophen beim Spazierengehen Schritt für Schritt neue Gedankengänge. Du badest heute mal wieder in deiner Grübelsuppe? Gehe mindestens 15 Minuten an die frische Luft.

 

  1. Der Duft-Umschaltknopf

Hmm… riecht lecker. Es gibt Düfte, die erinnern an früher, an schöne Momente, manchmal sogar ganz unbewusst. Es ist sogar wissenschaftlich erwiesen, dass Gerüche Handlungen, Stimmungen und Emotionen beeinflussen. Und einmal herausgefunden, was dir guttut, welcher Duft dich derart berührt, besitzt du im wahrsten Sinne des Wortes einen duften Umschaltknopf in sämtlichen Stresssituationen. Also gehe der Frage nach, welcher Geruch dich beruhigt und entspannt. Der Duft von Lavendel? Der Geruch von Lebkuchen? Außerdem: Welche Aromen beleben und aktivieren dich? Hast du es herausgefunden? Dann nutze diese Wunderwaffe und belebe dich in „schwachen“ Momenten.

 

  1. Die doppelte-Atem-Entspannung

„Wie spät ist es? Es ist genau jetzt.“ Entspann dich! Mach dich locker mit dieser einfachen Atemübung: Atme etwa doppelt so lange aus wie ein. Wenn du beispielsweise fünf Sekunden lang einatmest, versuche, deine Ausatmung zehn Sekunden in die Länge zu ziehen. Einfach bewusst sehr langsam ausatmen. Das entspannt ungemein.

 

  1. Der Routine-Brecher

„Mache jeden Tag etwas, wovor Du Angst hast“, sagte einst Eleanor Roosevelt. Ein guter Rat. Pflege den kleinen Rebellen in dir. Brich bewusst deine Routinen! Damit brichst du auch deine negativen Denkmuster und Aktivitäten. Du trinkst gerne gemütlich im Bett Kaffee? Stell dich einfach mal ans Fenster mit deiner Tasse. Du gehst immer den gleichen Weg zur Arbeit? Nimm den etwas längeren Weg durch den Park! Du spazierst nach der Vorlesung immer gleich nach Hause? Setze dich heute eine Stunde in die Uni-Bib! Die Gedanken werden sich verändern, die kreativen Ideen häufen – wetten?

 

  1. Die Countdown-Methode

Auch eine Möglichkeit, um den Grübelprozess zu bremsen: Lasse ihn ganz bewusst für einen definierten Zeitraum zu. Also erst gar nicht versuchen, ihn zu unterbinden. Stelle einen Wecker oder die Timerfunktion deines Smartphones auf genau fünf Minuten. Beschäftige dich dann in Gedanken bewusst mit dem Ereignis bzw. das Thema, das in deinem Kopf kreist. Nach Ablauf der Zeit stellst du dir folgende Fragen: Habe ich neue Erkenntnisse gewonnen? (Wenn ja, welche?) Ist mir etwas klarer geworden? (Was genau?) Geht es mir jetzt besser? Auch wenn du alle Fragen mit Nein beantwortest – macht nichts! Das bewusst zeitbegrenzte, intensive Grübeln und das nachfolgende Reflektieren führen oft zu einem neuen Zugang oder einer Distanzierung deiner negativen Gedanken. Das wiederum erleichtert die Unterbrechung des Gedankenkreislaufs.

 

  1. Perfekt imperfekt

Fehler entdeckt? Das muss so! Du leidest unter einem „inneren Perfektionisten“?  Übe dich darin, kleine Dinge in aller Einfachheit abzuschließen. Sage öfters einmal: „Das ist jetzt so fertig. In dieser Form ist diese Sache für hier und heute abgeschlossen.“

 

  1. Die Torhüter-Übung

Diese Methode geht auf den Mönch Evagrius Ponticus zurück. Für viele Menschen ist die Torhüter-Übung bei Grübelzwängen unheimlich entlastend. Stelle dir vor, (negative) Gedanken seien wie Gäste, die an deine „Tür“ klopfen und um Einlass bitten. Du selbst bist dabei quasi der Türhüter, der die anklopfenden Gedanken befragt, was sie dir denn mitzuteilen haben. Frage dich: Welches Gefühl verbirgt sich hinter dem Grübelgedanken? Welches (unerfüllte) Bedürfnis? Welche Sehnsucht? Sprich: Was will dir ein Gedanke sagen, warum und wozu ist er da? Was ist seine Funktion und damit sein Sinn? Auch wenn du negative Gedanken nun einfach nicht „hereinlässt“, hast du diese doch ernst genommen und den in ihnen verborgenen Sinn erkannt.

 

 

 

 

 

 

 

Gute Aussichten: BTA statt Wetter

Merle Wolpert hatte klare Vorstellungen davon, wie es nach der Schule weitergehen sollte: Sie verwirklichte ihren Kindertraum und studierte Meteorologie. Schon bald zogen jedoch dunkle Wolken auf. Statt sich im Nebel zu verlieren, sorgte Merle tatkräftig für den Abzug des Tiefdruckgebiets: Sie stellte ihre Studienentscheidung selbstkritisch auf den Prüfstand – und entschied sich für eine Ausbildung zur Biologisch-technischen Assistentin (BTA). Seitdem strahlt ihr Himmel wieder blau.

 

Über den Schatten springen

Ihren Studienversuch bereut Merle Wolpert nicht: „Meteorologie hat mich schon als Kind interessiert, darum habe ich gleich nach der Schule mit der Uni losgelegt“, erzählt sie. „Es hat mir auch tatsächlich irre Spaß gemacht.“ Ihr wurde dennoch schnell klar: Der berufliche Alltag später passt nicht zu ihr. „Meteorologie bedeutet, viele Daten auszuwerten. Ich kann mir für mich aber nicht vorstellen, den ganzen Tag am Computer zu sitzen und Wettermodelle zu berechnen.“ Nach drei Semestern beschließt sie, aus dem Studium auszusteigen. Leicht fiel ihr diese Entscheidung nicht: „Was ich anfange, möchte ich auch zu Ende bringen. Und wenn man ein Studium beginnt, geht man ja nicht davon aus, dass man es abbricht. Sondern denkt: Das ziehe ich durch!“ Dass sie sich dennoch gegen das Durchziehen entscheiden konnte, sieht Merle Wolpert daher auch als persönliche Lernerfahrung. „Vorher hab ich auch immer gedacht: Warum brechen Leute ihr Studium ab? Haben die sich nicht vorher gut überlegt, was sie wollen? Inzwischen weiß ich aus eigener Erfahrung: Man kann vorher nicht alles wissen!“.

 

With a little Help

Merles Familie und Freunde unterstützen sie auf der Suche nach einer Alternative zum Studium: „Alle in meinem Umfeld haben die Entscheidung toll aufgenommen und mir geholfen, dann das Richtige zu finden.“ Dass es in Richtung Biologie und Chemie gehen soll, wird Merle schnell klar. Wie der nächste Ausbildungsschritt aussehen soll, bleibt jedoch erst einmal unklar. Nochmal Uni? Ausbildung? Und wenn ja, welche? Der entscheidende Tipp kommt von Merles Mutter. „Über den Kontakt zu einer Freundin wusste sie von dem Berufsbild. Sie hat mir dann geholfen, Infos zur Ausbildung zu finden. Als die Idee BTA-Ausbildung geboren war, ging es dann auch recht schnell ans Bewerben“, berichtet Merle.

 

Du zweifelst an deinem Studium? Merles Tipp für dich:

„Ich würde hinterfragen: Woher kommen die Zweifel? Komme ich inhaltlich mit, aber es interessiert mich nicht? Komme ich nicht mit, könnte es aber mit Nachhilfe schaffen? Dann muss man ja auch nicht gleich abbrechen. Oder ist es wirklich so, dass ich den Stoff einfach nicht bewältigen kann? Da muss man genau hingucken. Auf jeden Fall die Zweifel ernst nehmen! Bloß nicht beiseiteschieben und hoffen, das wird schon.“

 

Die Chemie stimmt

Ihre Ausbildung zur BTA absolviert Merle Wolpert jetzt an der School of Life Science Hamburg. Ausschlaggebend für ihre Entscheidung: die Atmosphäre, die sie beim Probetag aufsaugen konnte. „Ich hatte schon die Zusage einer anderen Schule. Hier an der SLS waren aber alle so nett, es hat einfach alles gepasst. Da fiel mir die Entscheidung dann leicht, meine Ausbildung hier zu beginnen.“ Besonders gefällt Merle die Mischung aus Theorie und Praxis. „Im Labor haben wir alle viel Spaß“, lacht sie. Aber auch die Theorie ist inzwischen mehr Lust als Frust. Das liegt auch am Aufbau der Ausbildung: Je drei Wochen lang widmen sich alle Schüler/innen einem Themenblock, der mit einer Klausur abgeschlossen wird. „Das ist ziemlich gut aufgebaut“, findet Merle. „Wir haben wirklich Zeit, tief in die Inhalte einzusteigen.“

 

Ist BTA was für dich? Merles Tipp:

„Wer die Ausbildung machen möchte, sollte natürlich naturwissenschaftlich interessiert sein. Englischkenntnisse schaden ebenfalls nicht. Außerdem braucht man den Willen, über die Petrischale hinauszublicken. Zu den Ausbildungsfächern gehört auch Ethik. Das ist angesichts der medizinischen Entwicklungen für die Zukunft auch echt wichtig.“

 

Am deutlichsten erlebt Merle Wolpert den Unterschied zu ihrer Uni-Zeit in der Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden. „Wir können mehr Fragen stellen und Aufgaben viel unmittelbarer mit den Lehrenden besprechen. Auch im Labor steht immer eine Lehrkraft für unsere Fragen bereit. Man fühlt sich einfach viel weniger alleingelassen“, lautet ihr Fazit. Und später? Forschung? Industrie? Krankenhaus? Mit der Entscheidung, in welche Richtung es im Berufsleben gehen soll, lässt Merle sich noch Zeit: „Ich glaube, bei der Entscheidung helfen die Praktika. Da merke ich sicher am besten, was mir Spaß bringt und was ich wirklich machen möchte.“

 

Alles zur Ausbildung an der School of Life Science Hamburg findest du hier:

https://www.schooloflifescience.de/

Bewerben mit Studienausstieg

Eigentlich kennt der Bauch längst die Wahrheit: Die Entscheidung fürs Studium stimmte doch nicht. Von der ersten Ahnung bis zum tatkräftigen Studienausstieg und einer Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz dauert es oft jedoch quälend lang. Einer der Gründe: „Damit kann ich mich doch unmöglich bewerben!“ Olga Demant, Ausbildungsverantwortliche bei der Bosch Sicherheitssysteme GmbH, sieht das anders.

 

Was denken Sie als Ausbildungsverantwortliche über die Chancen von Bewerber/innen, die aus ihrem Studium ausgestiegen sind?

Ich bin der Meinung, dass Arbeit Spaß machen sollte. Wenn man beim Studieren wirklich feststellt „Das ist nicht das Richtige für mich“ – dann ist es doch die beste Entscheidung, damit aufzuhören. Ein Beruf, mit dem man sein Leben lang unglücklich ist, nutzt niemandem.

Meine Kollegen und ich haben uns zudem intensiv mit der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt und den Bewerber/innen auseinandergesetzt. Die Bewerber/innen mit Studienausstieg gehören zur Generation Z. Die Menschen dieser Generation gehen insgesamt risikofreudiger ans Leben heran, sie sind bereit, auch mal Fehler zu machen oder Umwege zu gehen. Der perfekte Lebenslauf spielt für sie keine so große Rolle mehr.

Dazu muss man sagen: Die Rahmenbedingungen erlauben das auch. Wir haben ja zurzeit einen Bewerber/innenmarkt, sodass die Unternehmen sich verstärkt um Auszubildende bemühen müssen. Das wird zukünftig auch eher noch zunehmen.

 

Gibt es trotz Bewerber/innenmarkt „typische“ Überlegungen in Personalabteilungen oder Fragen an Studienaussteiger/innen, die sich bewerben? Und wie können diese damit umgehen?

Einen Studienausstieg sehe ich erst einmal nicht als Fehler, sondern als Chance. Wichtig ist mir nur, dass Betroffene ihre Entscheidung reflektieren und für sich bewerten. Sie sollten sich fragen: Wieso passiert mir das? Was lerne ich daraus? Natürlich werden Ausbildungsunternehmen auch fragen: „Warum haben Sie Ihr Studium nicht beendet?“ Auf solche Fragen sollten die Studienausteiger/innen schon vorbereitet sein. Je reflektierter Bewerber/innen darauf antworten können, desto ehrlicher kommt das meiner Erfahrung nach auch rüber.

 

Studien zufolge nennen Studienaussteiger/innen als einen der häufigsten Gründe Leistungsprobleme. Was können Sie aus Sicht einer Personalverantwortlichen Betroffenen mit auf den Weg geben?

Natürlich hört kein/e Personalverantwortliche/r den Satz „Ich komme mit Leistungsdruck nicht klar“ gern. Man kann aber offen im Gespräch darauf hinweisen, dass man im Laufe des Studiums festgestellt hat: Das Fach, ein Studium und die damit verbundenen Berufsaussichten passen nicht zu mir.

 

Was sollten Studienaussteiger/innen Ihrer Erfahrung nach auf jeden Fall vermeiden?

Sie sollten unbedingt irgendwie dafür sorgen, dass sie einen Abschluss bekommen. Das Berufsleben ändert sich zwar. Gerade hier in Deutschland fragen aber viele Arbeitgeber nach Abschlüssen. Es ist bei allen Bewerbungen einfach von Vorteil, wen man nicht als ungelernt dasteht.

 

Wann ist denn eigentlich der beste Zeitpunkt für Studienaussteiger/innen, sich zu bewerben?

Ich beobachte, dass Bewerbungen überwiegend erst spät, so im April und Mai, bei mir ankommen. Personalverantwortliche planen jedoch anders. Zu dem Zeitpunkt bin ich froh, wenn ich meine Ausbildungsplätze schon besetzt habe. Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte: Ich würde Studienaussteigenden raten, sich eher im Herbst und Winter zu bewerben. Wenn noch nicht ganz sicher ist, ob man wirklich aus dem Studium aussteigt, aber vielleicht schon einen Ausbildungsberuf im Blick hat: Trotzdem schon mal bewerben!

 

Du interessierst dich für eine Ausbildung bei Bosch Sicherheitssysteme GmbH?

Lies dazu auch die Geschichte von Simon Unverfärth.

 

Infos zur Ausbildung und Bewerbung findest du auch hier

https://www.bosch.de/karriere/

Erfolgreich ausgestiegen

Thore Jacobsen begeistert sich für Technik – und für das Unterrichten. Ein Lehramtsstudium mit der Fächerkombi Physik, Mathematik und Informatik schien das Richtige zu sein. Eine Zukunft als Lehrer konnte Thore sich im Laufe des Lehramtsstudiums jedoch immer weniger vorstellen. Mit seiner Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration beim IT-Trainingsdienstleister Fast Lane fühlt Thore sich nun am richtigen Platz. „Ich bin erfolgreich ausgestiegen“, sagt er über sich selbst.

 

Auf Umwegen ins Lehramtsstudium

Bevor Thore sich für das Lehramtsstudium entscheidet, hat er bereits einiges an Erfahrung gesammelt. Sein erster Abschluss als Sporttrainer und -journalist, den er in Norwegen im Rahmen einer Ausbildung erwirbt, ist in Deutschland nicht anerkannt – Thore muss sich zum ersten Mal neu orientieren. Sein Interesse für IT führt ihn an die FH Wedel; die Studienordnung führt nach der letzten Matheklausur zur Exmatrikulation. Thore kann dennoch – „als Ungelernter“, wie er sich damals beschreibt – als IT-Mitarbeiter in einer Firma anfangen. Seine Vorgesetzten schätzen seine Arbeit und bieten ihm einen Ausbildungsplatz an. Bevor es dazu kommt, wird das Unternehmen jedoch wegrationalisiert. Thore nutzt die Situation für den Einstieg ins Lehramtsstudium. „Auf der einen Seite, war es mir wichtig das zu tun, worauf ich Lust habe. Unterrichten macht mir Spaß und technische Fächer liegen mir einfach. Andererseits war es auch schon so, dass meine Mutter mich sehr in dieser Entscheidung bestärkt hat. Beides zusammen führte dann dazu, dass ich mir gesagt habe: OK, dann möchte ich Lehrer werden“, beschreibt Thore die Gründe für diese Entscheidung.

 

IT und Erwachsenenbildung

Im Studienalltag kommen Thore Zweifel an seinem Berufsziel. Er erkennt: „Das Schulsystem ist mir zu dogmatisch. Ich wünsche mir mehr Freiheit für meinen Unterricht, je nach Schulart muss ich mich aber nach starren Vorgaben richten.“ Die Entscheidung, aus dem Studium wieder auszusteigen, trifft er zügig. Leicht fällt sie ihm dennoch nicht. Das liegt vor allem an den Erwartungen der Familie. „Meine Mutter wäre sehr gern Lehrerin geworden, durfte aber nie studieren. Darum war es für mich sehr schwer, diesen Schritt verständlich zu machen.“ Geholfen hat ihm die eigene Klarheit: „Ich ziehe lieber einen Schlussstrich. Und zwar jetzt.“ Nach dem Studienausstieg ist es Thore wichtig, eine Ausbildung zu absolvieren: „Ich wollte in die Praxis und arbeiten.“ Er knüpft an seine Erfahrung im IT-Bereich an und bewirbt sich – auch bei Fast Lane in Hamburg-Bahrenfeld. Ein Probepraktikum verschafft ihm die Gewissheit, bei dem Unternehmen an der richtigen Stelle zu sein – und alle seine Talente zu nutzen. „Fast Lane ist ein IT-Schulungsunternehmen. Ich kann während der Ausbildung bereits diverse Zertifikate erwerben“, erläutert Thore. Dies würde ihm auch die Möglichkeit geben, ggf. in Zukunft als Trainer zu arbeiten. „Für mich ist das die offene Tür zurück in die Bildung – dann aber mit Erwachsenen und nicht ausgerichtet an den Erwartungen von Eltern oder den Anforderungen einer bestimmten Schulform.“

 

Ausbildung mit Eigenverantwortung

Bis dahin übernimmt Thore als Auszubildender die technische Vorbereitung für das deutschlandweite Kursaufkommen der Fast Lane. Hierbei unterstützt er Trainer/innen und Teilnehmer/innen, verkabelt Netzwerke neu, strukturiert Serverräume um und managt mit anderen Auszubildenden Inhouse-Projekte für Fast Lane, von der Planung bis zur Umsetzung. Neben den Zertifizierungskursen, die er im Rahmen seiner Ausbildung kostenfrei absolvieren kann, besucht er die Unterrichtsblöcke der Berufsschule. „Die Ausbildung lässt uns viel Spielraum für selbstverantwortliches Arbeiten“, so Thore. Das genießt er. Sein Tipp für Menschen, die starke Zweifel an ihrem Studium haben: „Verschaff dir Gewissheit, was du willst, und geh deinen Weg – je früher, desto besser. In jüngeren Jahren hat man einfach noch mehr Möglichkeiten, sich auszuprobieren. Und es ist wirklich keine Schande, das Studium abzubrechen!“

 

Hoch hinaus statt Hörsaal

Simon Unverfärth geht manchmal unter die Decke: Seit er sein Mathestudium gegen eine Ausbildung zum Elektroniker für Informations- und Systemtechnik getauscht hat, gehört die Installation von Videoanlagen, Brandmeldern und anderen Sensoren auch an unzugänglichen Orten zu seinem Alltag. Heute ist er überzeugt: „Es ist keine Schande, aus dem Studium auszusteigen.“

 

Aus Überzeugung und Erwartung

Zahlen so lange zu bearbeiten, bis das Ergebnis stimmt – auch aus dieser Faszination heraus entschied sich Simon Unverfärth nach dem Abi für das Mathestudium. Allerdings spielten auch die Erwartungen im privaten Umfeld eine wichtige Rolle: „Wenn man Abi gemacht hat, dann studiert man auch“, beschreibt Unverfärth die Haltung von Freunden, Familie und sich selbst. Mathematik hatte er in der Schule als Leistungskurs belegt, eine Gastvorlesung an der Uni schien zu bestätigen: Ein Mathestudium passt zu ihm. Die ersten drei Semester genießt Unverfärth sein Studium. „Ich fand es toll, endlich auch zu sehen, woher die Formeln kommen.“ Neue Leute kennenzulernen und allein zu wohnen gehören ebenfalls zu den erfreulichen neuen Erfahrungen.

 

Zu theoretisch hier

Nach und nach schleichen sich erste Zweifel am Studium an. Unverfärth erzählt: „Mathematik wird im Laufe des Studiums immer theoretischer und abstrakter. So etwa im vierten, fünften Semesters merkte ich dann: Verflixt, ich hab’ seit einem halben Jahr keine Zahlen mehr gesehen!“ Sich durch komplexe mathematische Beweise zu wühlen, erlebe Unverfärth zunehmend als Frust: „Ich saß stundenlang davor und habe das einfach nicht mehr in meinem Kopf bekommen.“ Ihm dämmert, dass da etwas ganz und gar nicht mehr stimmt. „Eigentlich bin ich ein sehr glücklicher und offener Mensch. Vor meiner Entscheidung, aus dem Studium auszusteigen, habe ich mich aber sehr zurückgezogen.“

Das bemerken auch seine Freunde. „Was machst du da eigentlich?“ fragen sie Unverfärth unverblümt. Diese Offenheit hilft ihm bei der Entscheidung, aus dem Studium auszusteigen. Leicht fällt sie ihm dennoch nicht. „Ich mag das Fach ja eigentlich, obwohl es mir zuletzt gar keinen Spaß mehr gemacht hat.“ Letzten Endes überzeugt für Unverfärth die Aussicht auf einen Neustart: „Ich bin ja noch relativ jung. Dann lieber jetzt etwas Neues anfangen als das Studium durchziehen und später mit Dreißig zu denken: Das war ja wohl nichts.“

 

Ausbildung mit Hand- und Kopfarbeit

Ganz verschwinden sollen Zahlen und Berechnungen aus Unverfärths Berufsleben jedoch nicht. Auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz stößt er auf die Anzeige der Bosch Sicherheitssysteme GmbH. „Die beschriebene Ausbildung enthielt eigentlich alles, was ich mir gewünscht habe“, so Unverfärth. Er schickt seine Bewerbung, wird eingeladen – und genommen. Seitdem kann er mit den Händen arbeiten und die Ergebnisse seiner Arbeit direkt sehen, auch wenn es „mitunter schon Pfriemelarbeit ist, kleinteilige Verkabelungen anzulegen.“ Die Ausbildung zum Elektroniker für Informations- und Systemtechnik umfasst Anlagen zur Brandmeldekontrolle, Einbruchskontrolle, Videoüberwachung und Zutrittskontrolle. „Wir bauen diese Anlagen zusammen und nehmen sie in Betrieb“, schildert Unverfärth. Kopfarbeit kommt aber auch nicht zu kurz. „Wir müssen jede Anlage an die Kundenwünsche anpassen und entsprechend einstellen. Damit das funktioniert, überlegen wir uns, wie wir die Anlagen programmieren und verschalten müssen.“

 

Sicherheit mit Perspektive

Unverfärths Ausbildung umfasst neben der Praxis vor Ort (dafür fahren die Azubis mit erfahrenen Techniker/innen direkt zum Kunden) noch Berufsschule und zusätzlich Schulungen, die die Bosch Sicherheitssysteme GmbH ihren Auszubildenden anbietet. „Wir lernen zum einen die Bosch-Anlagen genau kennen. Zum anderen trainieren wir auch solche Dinge wie Kundenkommunikation“, beschreibt Unverfärth die Vorteile der internen Schulungen. Seiner beruflichen Zukunft sieht der ehemalige Mathestudent zuversichtlich entgegen. „Die Chancen stehen gut, dass Bosch mich nach der Ausbildung übernimmt – Fachkräfte in meinem Bereich sind gesucht.“ Für berufliche Entwicklung bietet die Ausbildung ebenfalls Luft nach oben. Unverfärth plant, per Abendschule noch einen Abschluss als Techniker dranzuhängen. Das ermöglicht Aufstiegschancen im Berufsleben. Spezialisieren möchte er sich außerdem: „Am meisten interessieren mich die Bereiche Video- und Zutrittskontrolle.“

 

Du interessierst dich für eine Ausbildung als Elektroniker/in für Informations- und Systemtechnik?

Das solltest du mitbringen:

  • technisches Interesse
  • handwerkliches Geschick
  • keine Höhenangst – es geht beim Installieren mitunter auf Leitern und unters Dach
  • Reisefreude – die Berufsschule liegt zentral in Essen, die Bosch-Schulungszentren in Bochum und München

 

Mehr Informationen zur Ausbildung bei der Bosch Sicherheitssysteme GmbH

https://www.bosch.de/karriere/

„Heute mal (k)eine Vorlesung“: Studium im Motivationstief? Wie Du wieder ins Hoch kommst.

Hausarbeit: aufgeschoben. Klausur: verhauen. Vorlesung: verpasst. Motivation: im Keller. Studium: bye-bye? 17 Prozent der Studierenden beenden ihr Studium aufgrund mangelnder Studienmotivation. Das ging aus dem DZHW-Bericht Zwischen Studienerwartung und Studienwirklichkeit von 2017 hervor. Was kannst Du tun, wenn sich die Unlust auf Deine Studienleistungen auswirkt? shift geht dem Motivationstief und -hoch auf die Spur und gibt erste Tipps.

 

Wieso studiere ich?

Wenn wir studieren, dann tun wir das aus bestimmten Gründen: Etwas treibt uns. Wir haben ein bestimmtes Motiv! Diese Motive haben im Laufe der Semester einen nicht unerheblichen Einfluss darauf, wie engagiert Du Dein Studium angehst und mit aufkommenden Problemen umgehst.

 

Motivation von außen vs. Motivation von innen

Studienmotivation ist nichts anderes, als in irgendeiner Form Interesse daran zu haben, den Lernstoff aufzunehmen und dafür eventuelle Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Für manche Fächer lernst Du gerne, weil Dich der Stoff begeistert. Deine Motivation ist in dem Fall intrinsisch, denn Du führst die Handlung – ­das Studieren und Lernen – um ihrer selbst willen aus. Intrinsisch motivierte Menschen verfallen leichter in sogenannte Lern- und Schreib-„Flows“.

Häufig ist aber auch ein externer Faktor als Antrieb für das Lernen aktiv. In dem Fall bist Du extrinsisch motiviert. Die extrinsische Motivation spiegelt die Nutzenkomponente Deines Studiums wider – das erwartete Ergebnis setzt die Anreize zu Deiner Handlung.  Hast Du Dich aufgrund der Aussicht, im Anschluss an das Studium einen gut bezahlten Beruf ergreifen zu können, für einen bestimmten Studiengang entschieden? Motivieren Dich gute Noten? Dein Abschluss? Soziale Vergleiche?

 

Beispiele für intrinsische Motive:

  • Persönliche Begabung ausleben
  • Wunsch nach persönlicher Entfaltung
  • Wissenschaftliches Interesse
  • Fachinteresse
  • Soziales Interesse (z.B. anderen Menschen helfen)

 

Beispiele für extrinsische Motive:

  • Gute Arbeitsmarktchancen
  • Aussicht auf ein hohes Einkommen
  • Streben nach einem angesehenen Beruf
  • Ratschläge von Eltern/ Verwandten, Freund/innen /Bekannten
  • Empfehlungen von Studien- oder Berufsberater/innen

 

Voll motiviert? Oder null Bock? Dem Motivationshoch und -tief auf der Spur

Hin und wieder unmotiviert in der Vorlesung zu sitzen, ist normal. Sofern Du aber dauerhaft unmotiviert bist und Dich regelmäßig in die Hochschule und durch Hausarbeiten und Klausuren quälst, solltest Du dem Motivationstief auf den Grund gehen. Ein paar ehrlich beantwortete Fragen können Dir helfen, den Motivationsproblemen auf die Schliche zu kommen.

 

>> shift-Tipp <<

1. Mache den Motivationstief-Check. Stelle Dir dabei folgende Fragen:

Taucht das Motivationstief vorübergehend auf oder ist es ständig vorhanden? Was sind die mutmaßlichen Ursachen meines Motivationsproblems?

Mögliche Gründe für fehlende Studienmotivation können sein:

  • Falsche Erwartungen: Deine Vorstellungen von den Studieninhalten erweisen sich als unrealistisch und erfüllen nicht Deine Erwartungen an das Studium. Deine Fähigkeiten, Fertigkeiten, Interessen und Werte passen nicht zum Studienfach.
  • Fehlende Zukunftsvision: Du identifizierst Dich nicht mit dem Fach und hast keinen konkreten (Berufs)wunsch als Ziel des Studiums vor Augen. Eventuell verfolgst Du mit dem Studium unklare oder widersprüchliche Ziele.
  • Veränderung der Interessen und Rahmenbedingungen: Deine Interessen und Rahmenbedingungen haben sich im Verlauf des Studiums verändert.
  • Mehr Praxis, weniger Wissenschaft: Du hast festgestellt, dass Du lieber praxisorientiert und weniger theoretisch oder wissenschaftlich orientiert studieren möchtest.
  • Veränderte Perspektiven: Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben sich geändert – beziehungsweise Du bewertest sie anders.
  • Leistungsprobleme: Der Leistungsdruck ist Dir zu hoch.
  • Fehlende Techniken: Dir fehlen grundlegende Studiertechniken oder Du wendest ungeeignete Techniken an.
  • Externe emotionale Belastung: Du bist durch familiäre und private Verpflichtungen stark gestresst.

 

2. Mache den Motivationshoch-Check. Überlege Dir:

  • Deine Studienmotive: Woher schöpfst Du Deine Motivation? Was treibt Dich an, zu studieren – und was nicht? Mache Dir Deine intrinsischen und extrinsischen Motive zum Studium im Allgemeinen und zum jeweiligen Fach klar. Decke dabei Widersprüche auf.
  • Deine Erwartungen und Ziele: Die Frage nach Deinen Studienmotiven ist natürlich eng verknüpft mit Deinen persönlichen Erwartungen und Zielen, aber auch Werten und Lebensvorstellungen. Hier gilt es immer wieder, auszutarieren, wohin Deine Reise gehen soll. Frage Dich: Was ist Dein persönliches Ziel? Und: Ist es auch wirklich Dein eigenes Ziel? Visualisiere es und bringe positive Gefühle mit diesem Ziel und den damit verbundenen Aufgaben in Verbindung.
  • Dein Rüstzeug: Ziele und Motive sind Dir klar. Nun schaue Dir an, mit welchem Rüstzeug Du Dein Studium angehst. Was sind Deine Interessen, Fähigkeiten, Fertigkeiten? Sei dabei ehrlich mit Dir selbst. Frage Dich regelmäßig: Welche Techniken fehlen Dir noch, um Dein Studium zu meistern und Deine Ziele zu erreichen? Welche Fertigkeiten musst Du Dir noch aneignen? Ganz wichtig: Belohne Dich immer wieder für Deine Teilerfolge!
  • Deine Rahmenbedingungen: Hast Du Dich schon einmal gefragt, unter welchen Rahmenbedingungen Du besonders motiviert arbeitest? Welche Gründe, Dinge oder gar Menschen lassen Dich arbeiten, dass Du darüber die Zeit vergisst? Liste alles auf, was Dir einfällt – und mache Dich daran, Deine Umgebung danach zu gestalten!

 

Beratungsstellen an den Hamburger Hochschulen: Hier wird Dir geholfen!

Du findest alleine keinen Weg aus dem Motivationsloch? Das musst Du auch gar nicht. An den Hochschulen findest Du professionellen Beistand. Nutze ihn! Wertvolle Hilfe liefern zum Beispiel:

Schau Dir auch unbedingt das Angebot des Career Center und des Schreibzentrums an Deiner Hochschule an. Häufig bieten diese Dir spannende Workshops und Info-Veranstaltungen zu den Themen Motivation, Motivationstechniken, Studienmanagement oder Prokrastination.

 

Geheimtipp: das Weekly Write-In an der Uni Hamburg

Gemeinsam sind wir (schreib)stark! Ein Geheimtipp für Studierende im Motivationsloch ist das Weekly Write-in der Uni Hamburg für alle, die einen ruhigen Schreibraum suchen und sich motivierende Schreibgewohnheiten angewöhnen wollen. Wenn Dich das Thema „Aufschieben“ besonders beschäftigt, empfehlen wir Dir auch das shift-Interview „Ein Satz ist besser als kein Satz“ mit Bettina Niebuhr, Leiterin der Schreibwerkstatt der Uni Hamburg.