Abschlussveranstaltung „Queraufstieg Berlin“ am 1. Dezember 2020

Das Projekt „Queraufstieg Berlin“ – durchgeführt vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) – hat Wege erprobt, wie Studienzweifler/innen und Studienabbrecher/innen für eine Beratung erreicht werden können. Außerdem war es das Ziel, die Möglichkeiten der beruflichen Bildung als gleichwertige Alternative darzustellen. Die praxiserprobten Konzepte und (digitalen) Lösungen werden mit einem bundesweiten Publikums- und Expert/innenkreis im Rahmen einer virtuellen Abschlussveranstaltung am 1. Dezember 2020 diskutiert.

Interessiert?! Mehr Infos findest Du hier.

Termin: Dienstag, 1.12.2020, 10.30-16.00 Uhr
Teilnahme: Online-Anmeldung
Veranstalter: Queraufstieg Berlin, virtuelle Veranstaltung über die Plattform hopin.to

Schneller durch die Krise – in vier Etappen durch das „House of Change“

Krisen sind Veränderungsprozesse – und Veränderungen benötigen Entscheidungen. Doch warum fällt es uns oft nicht leicht, Entscheidungen schnell und konsequent zu treffen? Und was passiert eigentlich bei Veränderungen? Mit dem „House of Change“ beschreibt der Psychologe Claes Janssen die unterschiedlichen Phasen eines Veränderungsprozesses und bietet Dir einen Rahmen, zu erkennen und benennen, wo Du Dich gerade in diesem Prozess befindest. Das Modell unterscheidet zwischen vier unterschiedlichen Zimmern, die bei einem Veränderungsprozess durchlaufen werden:

 

  1. Zimmer der Zufriedenheit: „Es lebe der Status quo!“

Hier, im Bereich der vertrauten Komfortzone, fühlen wir uns wohl und geborgen. Alles ist prima, sicher und unter Kontrolle. Wir sind zufrieden und fläzen uns auf der Sonnenterrasse der Selbstzufriedenheit, genießen den Zustand und möchten das Erreichte erhalten. Diesen Status verlassen wir nur ungern. Meist wirft uns ein Ereignis aus diesem angenehmen „Zimmer“ heraus. Durch eine Einbahntür gelangen wir ins…

 

  1. Zimmer der Verleugnung: „Das darf einfach nicht wahr sein!“

Ein Veränderungsprozess hat begonnen. Es gibt kein direktes Zurück in das „Zimmer der Zufriedenheit“. Unsere erste Reaktion darauf: „Das darf einfach nicht wahr sein. Das kann ich nicht glauben!“ Wir wollen an dem Bisherigen festhalten und gestehen uns daher meist nicht ein, was da Unvorhergesehenes und vielleicht Unangenehmes vor sich geht. In diesem Zustand der Verleugnung handeln wir oftmals so, als ob alles in Ordnung sei, Während wir an dem Alten festhalten, empfinden wir im Inneren jedoch Unbehagen, Unsicherheit sowie Ärger. Nach außen werden oft emotionaler und rationaler Widerstand und Trotz sichtbar. Wir wehren uns dagegen, Dinge und Situationen loszulassen oder uns auf Neues einzulassen. Irgendwann erkennen wir allerdings, dass wir uns etwas vormachen. Damit öffnet sich die Drehtür zum…

 

  1. Zimmer der Verwirrung: „Was für ein Tohuwabohu!“

Im „Zimmer der Verwirrung“ fehlt es uns an Orientierung. Der Boden unter unseren Füßen ist weg und wir wissen noch nicht, wie es weitergehen soll. Wir fühlen uns ratlos, hilflos und frustriert. Nur langsam wächst die Erkenntnis, dass Abschied von vertrauten Aufgaben, Rollen und Menschen ansteht. Erst am Tiefpunkt angekommen, sind wir bereit, uns auf das Neue einzulassen. Das ist der emotionale Wendepunkt. In dieser Phase hilft vor allem Klarheit. Wir benötigen eine Ahnung des Neuen, zum Beispiel ein Bild der gewünschten Zukunft. Ist das nicht der Fall, besteht die Gefahr, dass wir zwischen den Zimmern der Verleugnung und der Verwirrung hin- und herwandern, so dass der Aufenthalt in diesen Räumen sehr lange andauern kann. Nur für diejenigen, die das Bisherige loslassen, die anstehenden Veränderungen vollkommen akzeptieren und zu der ungewissen Zukunft „Ja“ sagen , ist der Weg frei für das..

 

  1. Zimmer der Erneuerung: „Ich habe etwas dazugelernt!“

Auf einmal tauchen die Silberstreifen am Horizont auf. Es eröffnen sich neue Möglichkeiten, an die wir bisher nie gedacht haben. Nun heißt es: Ärmel hochkrempeln und los geht’s. Das Neue wird angepackt, in die Tat umgesetzt und ausprobiert. Wir machen neue Erfahrungen und lernen aus Rückschlägen. So kehrt Stück für Stück die Orientierung und das Gefühl der Handlungsfähigkeit zurück. Unser Stresslevel sinkt. Durch die Umsetzungserfolge ernten wir die Früchte, die wir bei der Erneuerung gepflanzt haben und kehren mit gestärkter Zuversicht und Leistungskraft wieder in das „Zimmer der Zufriedenheit“ zurück.

 

In welchem Zimmer befindest Du Dich gerade?

 

(Online) Career Day am 1. und 2. Dezember

Der (Online) Career Day richtet sich an Studierende und Absolvent/innen aller Fachrichtungen, die in absehbarer Zeit in das Berufsleben einsteigen wollen. Das Career Center lädt ein, an Gesprächen mit Unternehmen in kleinen Gruppen von maximal 20 Studierenden teilzunehmen. Die Unternehmen stellen Einstiegs- und Aufstiegsmöglichkeiten, Traineeprogramme, Karriereoptionen, Arbeitsformen, Konzepte für die Vereinbarkeit Familie und Beruf und/oder Nachhaltigkeit, die Unternehmenskultur und internationalen Bezüge vor und beantworten Fragen.

Erfahrungsberichte zum Career Day findest Du im Career Center-Blog.

Interessiert?! Mehr Infos findest Du hier.

Termin: Dienstag/Mittwoch, 1./2.12.2020, 9-17.30 Uhr

Teilnahme: für Studierende, Absolvent/innen (bis 2 Jahre nach Abschluss) der Uni Hamburg, kostenlose Online-Anmeldung zu den einzelnen Unternehmensgesprächen
Veranstalter: Career Center Hamburg, Online-Meetingroom in Zoom

Master & More am 4. Dezember

Die MASTER AND MORE Messe ist ein „All-in-One“-Informationsevent für alle, die sich für ein weiterführendes Studium interessieren. Studierende, Absolvent/innen und Young Professionals können sich über Masterstudiengänge und Hochschulen im In- und Ausland informieren sowie an Vorträgen von Bildungsexpert/innen und Universitäten teilnehmen.

Interessiert?! Mehr Infos findest Du hier.

Termin: Freitag, 4.12.2020, 11-17.00 Uhr
Teilnahme: 3€ via Online-Anmeldung
Veranstalter: Master & More, MesseHalle Hamburg-Schnelsen, Modering 1a, 22457 Hamburg

Telefonsprechstunde für Studierende, Studienaussteiger/innen und -zweifler/innen und Absolvent/innen

Die Berufsberatung für Abiturienten und Hochschüler in der Agentur für Arbeit Hamburg bietet ab sofort eine telefonische Beratung für Studierende, Hochschulabsolvent/innen sowie Studienwechsler/innen oder –aussteiger/innen an. Jeweils am Donnerstagnachmittag in der Zeit von 16:00 bis 18:00 Uhr stellen sich die erfahrenen Berufsberater/innen allen Fragen einer besonders gut qualifizierten und gefragten Klientel des Arbeitsmarktes.

„Es geht vielfach um Stellenrecherche, um korrekte Bewerbungsunterlagen oder um die richtige Präsentation beim potentiellen Arbeitgeber. Studienwechsler oder -abbrecher zeigen wir auf, dass sie in manchen Ausbildungsunternehmen heiß begehrt sind oder suchen gemeinsam nach einem anderen Studiengang“, erzählt Frau Bröker, die unter anderem die Gespräche führt.

Telefonberatung für Studierende und Absolventen
Agentur für Arbeit Hamburg
Termin: Donnerstags von 16:00 bis 18:00 Uhr
Telefon: 040 2485-2370

Bewerben mit Studienausstieg

Eigentlich kennt der Bauch längst die Wahrheit: Die Entscheidung fürs Studium stimmte doch nicht. Von der ersten Ahnung bis zum tatkräftigen Studienausstieg und einer Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz dauert es oft jedoch quälend lang. Einer der Gründe: „Damit kann ich mich doch unmöglich bewerben!“ Olga Demant, Ausbildungsverantwortliche bei der Bosch Sicherheitssysteme GmbH, sieht das anders.

 

Was denken Sie als Ausbildungsverantwortliche über die Chancen von Bewerber/innen, die aus ihrem Studium ausgestiegen sind?

Ich bin der Meinung, dass Arbeit Spaß machen sollte. Wenn man beim Studieren wirklich feststellt „Das ist nicht das Richtige für mich“ – dann ist es doch die beste Entscheidung, damit aufzuhören. Ein Beruf, mit dem man sein Leben lang unglücklich ist, nutzt niemandem.

Meine Kollegen und ich haben uns zudem intensiv mit der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt und den Bewerber/innen auseinandergesetzt. Die Bewerber/innen mit Studienausstieg gehören zur Generation Z. Die Menschen dieser Generation gehen insgesamt risikofreudiger ans Leben heran, sie sind bereit, auch mal Fehler zu machen oder Umwege zu gehen. Der perfekte Lebenslauf spielt für sie keine so große Rolle mehr.

Dazu muss man sagen: Die Rahmenbedingungen erlauben das auch. Wir haben ja zurzeit einen Bewerber/innenmarkt, sodass die Unternehmen sich verstärkt um Auszubildende bemühen müssen. Das wird zukünftig auch eher noch zunehmen.

 

Gibt es trotz Bewerber/innenmarkt „typische“ Überlegungen in Personalabteilungen oder Fragen an Studienaussteiger/innen, die sich bewerben? Und wie können diese damit umgehen?

Einen Studienausstieg sehe ich erst einmal nicht als Fehler, sondern als Chance. Wichtig ist mir nur, dass Betroffene ihre Entscheidung reflektieren und für sich bewerten. Sie sollten sich fragen: Wieso passiert mir das? Was lerne ich daraus? Natürlich werden Ausbildungsunternehmen auch fragen: „Warum haben Sie Ihr Studium nicht beendet?“ Auf solche Fragen sollten die Studienausteiger/innen schon vorbereitet sein. Je reflektierter Bewerber/innen darauf antworten können, desto ehrlicher kommt das meiner Erfahrung nach auch rüber.

 

Studien zufolge nennen Studienaussteiger/innen als einen der häufigsten Gründe Leistungsprobleme. Was können Sie aus Sicht einer Personalverantwortlichen Betroffenen mit auf den Weg geben?

Natürlich hört kein/e Personalverantwortliche/r den Satz „Ich komme mit Leistungsdruck nicht klar“ gern. Man kann aber offen im Gespräch darauf hinweisen, dass man im Laufe des Studiums festgestellt hat: Das Fach, ein Studium und die damit verbundenen Berufsaussichten passen nicht zu mir.

 

Was sollten Studienaussteiger/innen Ihrer Erfahrung nach auf jeden Fall vermeiden?

Sie sollten unbedingt irgendwie dafür sorgen, dass sie einen Abschluss bekommen. Das Berufsleben ändert sich zwar. Gerade hier in Deutschland fragen aber viele Arbeitgeber nach Abschlüssen. Es ist bei allen Bewerbungen einfach von Vorteil, wen man nicht als ungelernt dasteht.

 

Wann ist denn eigentlich der beste Zeitpunkt für Studienaussteiger/innen, sich zu bewerben?

Ich beobachte, dass Bewerbungen überwiegend erst spät, so im April und Mai, bei mir ankommen. Personalverantwortliche planen jedoch anders. Zu dem Zeitpunkt bin ich froh, wenn ich meine Ausbildungsplätze schon besetzt habe. Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte: Ich würde Studienaussteigenden raten, sich eher im Herbst und Winter zu bewerben. Wenn noch nicht ganz sicher ist, ob man wirklich aus dem Studium aussteigt, aber vielleicht schon einen Ausbildungsberuf im Blick hat: Trotzdem schon mal bewerben!

 

Du interessierst dich für eine Ausbildung bei Bosch Sicherheitssysteme GmbH?

Lies dazu auch die Geschichte von Simon Unverfärth.

 

Infos zur Ausbildung und Bewerbung findest du auch hier

https://www.bosch.de/karriere/

Erfolgreich ausgestiegen

Thore Jacobsen begeistert sich für Technik – und für das Unterrichten. Ein Lehramtsstudium mit der Fächerkombi Physik, Mathematik und Informatik schien das Richtige zu sein. Eine Zukunft als Lehrer konnte Thore sich im Laufe des Lehramtsstudiums jedoch immer weniger vorstellen. Mit seiner Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration beim IT-Trainingsdienstleister Fast Lane fühlt Thore sich nun am richtigen Platz. „Ich bin erfolgreich ausgestiegen“, sagt er über sich selbst.

 

Auf Umwegen ins Lehramtsstudium

Bevor Thore sich für das Lehramtsstudium entscheidet, hat er bereits einiges an Erfahrung gesammelt. Sein erster Abschluss als Sporttrainer und -journalist, den er in Norwegen im Rahmen einer Ausbildung erwirbt, ist in Deutschland nicht anerkannt – Thore muss sich zum ersten Mal neu orientieren. Sein Interesse für IT führt ihn an die FH Wedel; die Studienordnung führt nach der letzten Matheklausur zur Exmatrikulation. Thore kann dennoch – „als Ungelernter“, wie er sich damals beschreibt – als IT-Mitarbeiter in einer Firma anfangen. Seine Vorgesetzten schätzen seine Arbeit und bieten ihm einen Ausbildungsplatz an. Bevor es dazu kommt, wird das Unternehmen jedoch wegrationalisiert. Thore nutzt die Situation für den Einstieg ins Lehramtsstudium. „Auf der einen Seite, war es mir wichtig das zu tun, worauf ich Lust habe. Unterrichten macht mir Spaß und technische Fächer liegen mir einfach. Andererseits war es auch schon so, dass meine Mutter mich sehr in dieser Entscheidung bestärkt hat. Beides zusammen führte dann dazu, dass ich mir gesagt habe: OK, dann möchte ich Lehrer werden“, beschreibt Thore die Gründe für diese Entscheidung.

 

IT und Erwachsenenbildung

Im Studienalltag kommen Thore Zweifel an seinem Berufsziel. Er erkennt: „Das Schulsystem ist mir zu dogmatisch. Ich wünsche mir mehr Freiheit für meinen Unterricht, je nach Schulart muss ich mich aber nach starren Vorgaben richten.“ Die Entscheidung, aus dem Studium wieder auszusteigen, trifft er zügig. Leicht fällt sie ihm dennoch nicht. Das liegt vor allem an den Erwartungen der Familie. „Meine Mutter wäre sehr gern Lehrerin geworden, durfte aber nie studieren. Darum war es für mich sehr schwer, diesen Schritt verständlich zu machen.“ Geholfen hat ihm die eigene Klarheit: „Ich ziehe lieber einen Schlussstrich. Und zwar jetzt.“ Nach dem Studienausstieg ist es Thore wichtig, eine Ausbildung zu absolvieren: „Ich wollte in die Praxis und arbeiten.“ Er knüpft an seine Erfahrung im IT-Bereich an und bewirbt sich – auch bei Fast Lane in Hamburg-Bahrenfeld. Ein Probepraktikum verschafft ihm die Gewissheit, bei dem Unternehmen an der richtigen Stelle zu sein – und alle seine Talente zu nutzen. „Fast Lane ist ein IT-Schulungsunternehmen. Ich kann während der Ausbildung bereits diverse Zertifikate erwerben“, erläutert Thore. Dies würde ihm auch die Möglichkeit geben, ggf. in Zukunft als Trainer zu arbeiten. „Für mich ist das die offene Tür zurück in die Bildung – dann aber mit Erwachsenen und nicht ausgerichtet an den Erwartungen von Eltern oder den Anforderungen einer bestimmten Schulform.“

 

Ausbildung mit Eigenverantwortung

Bis dahin übernimmt Thore als Auszubildender die technische Vorbereitung für das deutschlandweite Kursaufkommen der Fast Lane. Hierbei unterstützt er Trainer/innen und Teilnehmer/innen, verkabelt Netzwerke neu, strukturiert Serverräume um und managt mit anderen Auszubildenden Inhouse-Projekte für Fast Lane, von der Planung bis zur Umsetzung. Neben den Zertifizierungskursen, die er im Rahmen seiner Ausbildung kostenfrei absolvieren kann, besucht er die Unterrichtsblöcke der Berufsschule. „Die Ausbildung lässt uns viel Spielraum für selbstverantwortliches Arbeiten“, so Thore. Das genießt er. Sein Tipp für Menschen, die starke Zweifel an ihrem Studium haben: „Verschaff dir Gewissheit, was du willst, und geh deinen Weg – je früher, desto besser. In jüngeren Jahren hat man einfach noch mehr Möglichkeiten, sich auszuprobieren. Und es ist wirklich keine Schande, das Studium abzubrechen!“

 

Hoch hinaus statt Hörsaal

Simon Unverfärth geht manchmal unter die Decke: Seit er sein Mathestudium gegen eine Ausbildung zum Elektroniker für Informations- und Systemtechnik getauscht hat, gehört die Installation von Videoanlagen, Brandmeldern und anderen Sensoren auch an unzugänglichen Orten zu seinem Alltag. Heute ist er überzeugt: „Es ist keine Schande, aus dem Studium auszusteigen.“

 

Aus Überzeugung und Erwartung

Zahlen so lange zu bearbeiten, bis das Ergebnis stimmt – auch aus dieser Faszination heraus entschied sich Simon Unverfärth nach dem Abi für das Mathestudium. Allerdings spielten auch die Erwartungen im privaten Umfeld eine wichtige Rolle: „Wenn man Abi gemacht hat, dann studiert man auch“, beschreibt Unverfärth die Haltung von Freunden, Familie und sich selbst. Mathematik hatte er in der Schule als Leistungskurs belegt, eine Gastvorlesung an der Uni schien zu bestätigen: Ein Mathestudium passt zu ihm. Die ersten drei Semester genießt Unverfärth sein Studium. „Ich fand es toll, endlich auch zu sehen, woher die Formeln kommen.“ Neue Leute kennenzulernen und allein zu wohnen gehören ebenfalls zu den erfreulichen neuen Erfahrungen.

 

Zu theoretisch hier

Nach und nach schleichen sich erste Zweifel am Studium an. Unverfärth erzählt: „Mathematik wird im Laufe des Studiums immer theoretischer und abstrakter. So etwa im vierten, fünften Semesters merkte ich dann: Verflixt, ich hab’ seit einem halben Jahr keine Zahlen mehr gesehen!“ Sich durch komplexe mathematische Beweise zu wühlen, erlebe Unverfärth zunehmend als Frust: „Ich saß stundenlang davor und habe das einfach nicht mehr in meinem Kopf bekommen.“ Ihm dämmert, dass da etwas ganz und gar nicht mehr stimmt. „Eigentlich bin ich ein sehr glücklicher und offener Mensch. Vor meiner Entscheidung, aus dem Studium auszusteigen, habe ich mich aber sehr zurückgezogen.“

Das bemerken auch seine Freunde. „Was machst du da eigentlich?“ fragen sie Unverfärth unverblümt. Diese Offenheit hilft ihm bei der Entscheidung, aus dem Studium auszusteigen. Leicht fällt sie ihm dennoch nicht. „Ich mag das Fach ja eigentlich, obwohl es mir zuletzt gar keinen Spaß mehr gemacht hat.“ Letzten Endes überzeugt für Unverfärth die Aussicht auf einen Neustart: „Ich bin ja noch relativ jung. Dann lieber jetzt etwas Neues anfangen als das Studium durchziehen und später mit Dreißig zu denken: Das war ja wohl nichts.“

 

Ausbildung mit Hand- und Kopfarbeit

Ganz verschwinden sollen Zahlen und Berechnungen aus Unverfärths Berufsleben jedoch nicht. Auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz stößt er auf die Anzeige der Bosch Sicherheitssysteme GmbH. „Die beschriebene Ausbildung enthielt eigentlich alles, was ich mir gewünscht habe“, so Unverfärth. Er schickt seine Bewerbung, wird eingeladen – und genommen. Seitdem kann er mit den Händen arbeiten und die Ergebnisse seiner Arbeit direkt sehen, auch wenn es „mitunter schon Pfriemelarbeit ist, kleinteilige Verkabelungen anzulegen.“ Die Ausbildung zum Elektroniker für Informations- und Systemtechnik umfasst Anlagen zur Brandmeldekontrolle, Einbruchskontrolle, Videoüberwachung und Zutrittskontrolle. „Wir bauen diese Anlagen zusammen und nehmen sie in Betrieb“, schildert Unverfärth. Kopfarbeit kommt aber auch nicht zu kurz. „Wir müssen jede Anlage an die Kundenwünsche anpassen und entsprechend einstellen. Damit das funktioniert, überlegen wir uns, wie wir die Anlagen programmieren und verschalten müssen.“

 

Sicherheit mit Perspektive

Unverfärths Ausbildung umfasst neben der Praxis vor Ort (dafür fahren die Azubis mit erfahrenen Techniker/innen direkt zum Kunden) noch Berufsschule und zusätzlich Schulungen, die die Bosch Sicherheitssysteme GmbH ihren Auszubildenden anbietet. „Wir lernen zum einen die Bosch-Anlagen genau kennen. Zum anderen trainieren wir auch solche Dinge wie Kundenkommunikation“, beschreibt Unverfärth die Vorteile der internen Schulungen. Seiner beruflichen Zukunft sieht der ehemalige Mathestudent zuversichtlich entgegen. „Die Chancen stehen gut, dass Bosch mich nach der Ausbildung übernimmt – Fachkräfte in meinem Bereich sind gesucht.“ Für berufliche Entwicklung bietet die Ausbildung ebenfalls Luft nach oben. Unverfärth plant, per Abendschule noch einen Abschluss als Techniker dranzuhängen. Das ermöglicht Aufstiegschancen im Berufsleben. Spezialisieren möchte er sich außerdem: „Am meisten interessieren mich die Bereiche Video- und Zutrittskontrolle.“

 

Du interessierst dich für eine Ausbildung als Elektroniker/in für Informations- und Systemtechnik?

Das solltest du mitbringen:

  • technisches Interesse
  • handwerkliches Geschick
  • keine Höhenangst – es geht beim Installieren mitunter auf Leitern und unters Dach
  • Reisefreude – die Berufsschule liegt zentral in Essen, die Bosch-Schulungszentren in Bochum und München

 

Mehr Informationen zur Ausbildung bei der Bosch Sicherheitssysteme GmbH

https://www.bosch.de/karriere/